Die Freude war gross beim elfköpfigen OK. Das Publikum war so bunt gemischt wie die Werke. Schön sei, dass Vertreter von Galerien oder Kunsthäusern den Weg in die Schützi gefunden hätten, meinte Vereinspräsidentin Anja Egger: «Vielleicht hinterlassen unsere Kunstschaffenden bald in anderen Lokalen ihre Spuren.» Das wäre ganz im Sinne der nachhaltigen Förderung, die die JKON anstrebt.

Der Fussboden der Schützi war am Sonntag nicht mehr schwarz, sondern von gelbem Staub überzogen: von Kurkuma. Die Westschweizer Künstlerin Maeva Rosset hatte mit dem Gewürz beim Eingang einen zwei Quadratmeter grossen Teppich gestreut. Die Besuchenden spazierten darüber und verteilten so mit ihren Schuhen das Kunstwerk in der ganzen Schützi und sogar daheim. «Gerüche haben keine Grenzen, das will ich mit meiner Arbeit zeigen und so diesen Sinn schärfen», erklärte die Künstlerin, deren «Werk» letztlich auch einen optischen Reiz hatte.

Nicht spurlos ging die Ausstellung an Jan Merlin Pulfer, Fabian Matz und Samuel Kunz vorbei – im positiven Sinne. Die drei wurden an der Finissage mit Förderpreisen ausgezeichnet. Der mit 5000 Franken dotierte Preis der Hans-und-Beatrice-Maurer- Billeter-Stiftung ging an Jan Merlin Pulfer aus Derendingen für eine Arbeit, in der er die «pure Intuition» erforschte, die ein Kind beim Malen an den Tag legt. Der 24-Jährige beobachtete sein heute vierjähriges Patenkind Nora beim Zeichnen, malte mit ihr zusammen und interpretierte ihre Bilder. «So kam ich ihrer Intuition näher und versuche nun, mich in meinem Schaffen vermehrt davon leiten zu lassen», erklärte der angehende Kunststudent. «Ich war von vielen Arbeiten der JKON sehr beeindruckt und hätte nicht gedacht, dass sich die Stiftung für meine Werke entscheidet.»

Auszeichnen wollte die Hans-und-Beatrice-Maurer- Billeter-Stiftung jemanden, der in der Szene schon Fuss gefasst hat, aber noch nicht von seiner Kunst leben kann. Jan Merlin Pulfer ist mit Freunden daran, ihr Atelier «Macherei» auszubauen, dafür sei ein Teil des Geldes perfekt, meinte er. «Vielleicht realisiere ich auch ein Projekt, wie ich es immer schon wollte, reise für eine Weile in ein Dorf und gebe danach ein Buch heraus.» Natürlich erhalte auch Nora ein Geschenk: «Einen Ausflug werde ich sicher mit ihr machen.» Er freue sich auf den Moment, wenn sie älter sei und verstehe, wie sehr sie ihm für sein Schaffen geholfen habe.

Den Ausstellungsplatz im Kunstmuseum Olten angelte sich Fabian Matz. Der bald 30-Jährige aus Reinach BL spielte in seinem Ausstellungsobjekt, das aus Malereien und einer Videoprojektion bestand, mit den Geschlechterrollen. Er wird vom 21. Mai bis zum 21. August Teil der Ausstellung «Grüezi! Bienvenue! Welcome! – Künstler sehen die Schweiz» sein.

Mit Samuel Kunz entschied sich die art i.g. für den jüngsten JKON-Teilnehmer als Preisträger für den Stand am Oltner Kunstmarkt. Der Kantonsschüler aus Dagmersellen mit Jahrgang 1999 überzeugte mit Collagen. Laudatorin Tanja Klay meinte: «Er ist jung, in seinen Werken ist aber bereits eine ganz eigene Handschrift spürbar. Wir wollen, dass er unbedingt weitermacht.» Das werde er, versprach Samuel Kunz.