Olten

Die Idee «Schutzgebiet Ländiweg» ist vergebliche Liebesmüh

Nicht Schutzgebiet, sondern eher Kampfzone: Das Bild vom vergangenen 1. August zeigt, dass es keine zusätzlichen Abfalleimer braucht, sondern dass die bestehenden auch wirklich benützt werden sollten…

Nicht Schutzgebiet, sondern eher Kampfzone: Das Bild vom vergangenen 1. August zeigt, dass es keine zusätzlichen Abfalleimer braucht, sondern dass die bestehenden auch wirklich benützt werden sollten…

Polizei und Werkhof sind am neuralgischen Punkt der Stadt Olten im Einsatz. Die bisherige Beleuchtung wird bis Ende August demontiert.

Die Stadt Olten setzt beim Ländiweg, der dieser Tage wie jedes Jahr bei schöner Witterung aufgrund der starken Nutzung durch verschiedenste Bevölkerungsgruppen und ihrer Hinterlassenschaften Schlagzeilen macht, weiterhin auf regelmässige Reinigungen und auf intensive Polizeikontrollen. Dies teilt die Stadtkanzlei in ihrer gestrigen Medienverlautbarung mit. Dabei soll auch verstärkt die im Siedlungsgebiet geltende Leinenpflicht für Hunde durchgesetzt und der Wegweisungsartikel – sofern die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind – vollzogen werden. Kampagnen wie die letztjährige Erklärung des Ländiwegs zum «Schutzgebiet», um die Nutzerinnen und Nutzer vermehrt zur Benutzung der zahlreich vorhandenen Abfalleimer zu bewegen, haben sich leider als wirkungslos erwiesen.

Täglich Patrouillen

Zurzeit patrouilliert die Stadtpolizei bei schönem Wetter täglich durch den Ländiweg. Dies im Rahmen der zurzeit vorhandenen Möglichkeiten mit Zweierpatrouillen. Diese haben vorwiegend präventiven Charakter. Verzeigungen, gegebenenfalls Wegweisungen, erfolgen insbesondere bei Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Im Weiteren sorgt die Patrouille für Ordnung, soweit dies möglich, sinnvoll und überhaupt durchsetzbar ist. So werden z.B. Personen angewiesen, aufgestellte Gartenstühle vom Ländiweg zu entfernen und die Hunde an die Leine zu nehmen sowie Platz zu schaffen, um Passanten passieren zu lassen. Interveniert wird ebenso bei Lärmbelästigungen durch Musikanlagen.

Auch die Kantonspolizei ist ein- bis zweimal wöchentlich mit mehreren Polizisten vor Ort. Sie kontrolliert im grösseren Rahmen – vergangene Woche bei einer Grosskontrolle mit 17 Polizeiangehörigen – insbesondere Tätigkeiten, welche gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen, und erstellen entsprechende Verzeigungen sowie Wegweisungen. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die polizeiliche Präsenz dank der personalintensiven Kontrollen der Einsatzpolizei der Kantonspolizei in diesem Jahr höher ist als in vergangenen Jahren. Die früheren präventiven, wöchentlich mehrfach durchgeführten Securitas-Patrouillen wurden hingegen im Rahmen der Sparmassnahmen ab 2014 gestrichen.

Täglich mindestens einmal

Der Ländiweg wird zudem täglich mindestens einmal, je nach Verfügbarkeit von Personal und nach Bedarf sogar zweimal vom Werkhof gereinigt. Im vergangenen Jahr wurden auch zusätzliche Abfalleimer montiert. Diese werden aber vermehrt durch Vandalismus demoliert. Vandalensichere Abfallkörbe können aufgrund ihrer Grösse nicht gestellt werden, da sonst die Strassenreinigungsmaschine nicht mehr durchfahren kann. Wie Beobachtungen zeigen, braucht es keine weiteren zusätzlichen Körbe, sondern diese bleiben vielfach leer, weil das zu entsorgenden Gut auf der Mauer oder dem Weg liegen bleibt. Apropos Vandalen: Die bisherige Beleuchtung am Ländiweg wird bis Ende August demontiert und durch Ausleger ersetzt, die an die bestehenden Strassenkandelaber am Bahnhofquai montiert werden und damit vor Zugriffen geschützt sind.

Der Stadtrat prüft zudem weitere Massnahmen, wie zum Beispiel den Erlass von Platzordnungen für Teilbereiche des öffentlichen Raums. (sko/otr)

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