Naturmuseum
Die Grossraubtiere kommen nach Olten

Im Naturmuseum Olten können ab Mittwoch die europäische Raubtiere Bär, Luchs, Wolf und Vielfrass besichtigt werden.

Rahel Bühler
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Das Naturmuseum von aussen. Schon hier deuten Figuren auf das Thema der Ausstellung hin.
7 Bilder
Grossraubtiere im Naturmuseum Olten
Ein Bär
Auch ein Wolf ist dabei
LuchS
Vielfrass
Luchs

Das Naturmuseum von aussen. Schon hier deuten Figuren auf das Thema der Ausstellung hin.

Bruno Kissling

Die Grossraubtiere kommen. Wenn auch (vorerst) nur ins Naturmuseum Olten. Dort wird mit der Vernissage von morgen Mittwoch eine neue Sonderausstellung eröffnet: Sie heisst «Mit Grossraubtieren leben» und widmet sich dem Thema Grossraubtiere in Europa.

Mit Präparaten, Fotos, Videos, Tonquellen und Hörspielen zeigt sie die vier europäischen Grossraubtiere . Während die ersten drei Tiere in unseren Wäldern mehr oder minder heimisch sind, kommt letzterer nur in nördlicheren Breitengraden wie Skandinavien vor.

Die Ausstellung verteilt sich auf drei Räume im zweiten Obergeschoss. Auf speziell angefertigten Infotafeln wird beschrieben, woher die Tiere kommen, wie sie in die Schweiz gelangten und welche Probleme sie mit sich bringen. Der Wolf, der unzählige Schafe reisst, oder auch der Bär, welcher Abfallkübel in Ortschaften plündert, wären einige Beispiele für die Herausforderungen im Zusammenleben mit diesen Tieren.

Infos

Vernissage: Mittwoch, 18 Uhr. Es sprechen Museumsleiter Peter Flückiger, Stadtpräsident Martin Wey, Reinhard Schnidrig vom Bundesamt für Umwelt sowie Caspar Klein, wissenschaftlicher Illustrator und Dekorationsgestalter.

Ausstellung: 5. Mai bis 13. November.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14 Uhr bis 17 Uhr, Sonntag 10 Uhr bis 17 Uhr.

Die Ausstellung widmet sich allerdings auch den Chancen: «Sie soll auch Lösungsansätze für die Probleme aufzeigen», erklärt Peter Flückiger, der Leiter des Naturmuseums Olten. Für ihn ist nämlich klar, dass die Grossraubtiere zurückkommen. «Das ist ein Fakt», ist er überzeugt. «Nun müssen wir herausfinden, ob und wie wir mit den Tieren koexistieren können und wollen.»

Bärensicherer Abfallkübel

Damit thematisiert die Ausstellung ein aktuelles Thema, welches bei den Besuchern auf Interesse stossen soll. «Natürlich erwarten wir im Sommer weniger Besucher als im Winter», zeigt sich Flückiger realistisch, hofft aber dennoch, dass die Ausstellung bei den Oltnern gut ankommen wird.

Auf der einen Seite thematisiert die Ausstellung die Situation in ganz Europa. «Raubtiere kennen keine Grenzen, deshalb kann das Thema nicht nur lokal betrachtet werden», sagt Flückiger.

Auf der anderen Seite kommt auch die nationale und regionale Komponente nicht zu kurz: Der Wolf von Hägendorf, welcher 1990 schweizweit für Furore sorgte, aber auch die letzte Bärenjagd im Gäu, welche sich im 18. Jahrhundert ereignet haben soll, sind prominent vertreten. Auch der Luchs, welcher im September 2015 in Grenchen gesichtet wurde, wird präsentiert.

Ein Highlight der Ausstellung ist der bärensichere Abfallkübel aus dem Kanton Graubünden. Dieser durfte nur unter der Bedingung, dass er bei Bedarf im Sommer zurückgegeben wird, ausgeliehen werden.

Etwas weniger gelungen ist die Integration in die Dauerausstellung. In zwei von drei Räumen klappt dies gut. Nur im dritten ist sich der Besucher unschlüssig, was denn nun zur Sonderausstellung und was zur Normalen gehört. Nichtsdestotrotz eine interessante Ausstellung, wo auf interaktive Weise viel Neues erfahren werden kann.