Schwager Theater Olten
«Die grosse Suche nach dem kleinen Etwas» überrascht mit Humor

Das Stück «Die grosse Suche nach dem kleinen Etwas» ging vergangenen Samstag im Schwager Theater Olten über die Bühne. Auf der Bühne stand die Theatergruppe der Solodaris-Stiftung.

Johanna Blindow
Merken
Drucken
Teilen
Die Solodaris Stiftung gastierte mit dem Stück «Die grosse Suche nach dem kleinen Etwas» im Schwager Theater in Olten

Die Solodaris Stiftung gastierte mit dem Stück «Die grosse Suche nach dem kleinen Etwas» im Schwager Theater in Olten

Markus Müller

Das Stück «Die grosse Suche nach dem kleinen Etwas» ging vergangenen Samstag im Schwager Theater Olten über die Bühne. Die Schauspieler haben die Geschichte zusammen mit der Theaterpädagogin und Schauspielerin Tabea Wullimann vom Schwager Theater Institut selbst entwickelt.

Entstehung des Stücks

Beim ersten Treffen habe sie die Schauspieler gefragt, was diese gerne einmal erleben würden, erzählt Tabea Wullimann. Eine Reise, wurde genannt, gesund zu bleiben und gesund zu werden. Aus dieser Grundlage entwickelte die 17-köpfige Gruppe ein eigenes Drehbuch, bei dem die Geschichte festgelegt war, der Text jedoch nicht.

In einer Intensivwoche und fünf Halbtages-Proben entstand dann das gut einstündige Stück, das sich an diesem Samstagabend ein grosses Publikum ansehen will. Hans Meier, Leiter des Wohnzentrums der Stiftung Solodaris, ist beeindruckt vom grossen Interesse.

Die Stiftung Solodaris, so Meier, gibt Menschen mit psychischen Behinderungen Unterstützung bei der Arbeit und Freizeitgestaltung. Dass so viele Leute nun einen Teil ihrer Freizeit in dieses Projekt investiert haben, freue ihn sehr.

Heilmittel für die Prinzessin

Das Licht geht an, auf die Bühne treten zwei Diener der Königsfamilie und decken den Tisch für einen besonderen Anlass; die Königin hat drei junge Männer kommen lassen, von denen sich die Prinzessin einen als Bräutigam auswählen soll. Bald wird allerdings klar, dass die Prinzessin davon nicht allzu begeistert ist: «Meinst du, ich will jetzt schon heiraten? Mein Leben schon kaputtmachen?»

Die drei Kandidaten treten auf, doch die Prinzessin bleibt skeptisch («Oh Schreck, oh Schreck.»). Trotzdem wagt sie ein Tänzchen mit jedem – doch das scheint zu viel, plötzlich erbleicht sie, ihr wird schwindelig und man muss ihr aus dem Saal helfen. Die Prinzessin hat eine unergründliche Krankheit, und so wird ein Herold ausgeschickt, um dem Volk zu verkünden, dass derjenige, der ein Heilmittel findet, reich belohnt wird.

Eine lange Reise

Die Kunde des Herolds gelangt in ein Wirtshaus, wo die Arbeiter nach einem langen Tag beim Kartenspiel sitzen. Einer der Gäste horcht sofort auf: Das Geld interessiert ihn zwar nicht, aber vielleicht könnte er ja, wenn er ein Heilmittel findet, die Prinzessin haben? Zusammen mit der Kellnerin, die doch eher das Geld interessant findet, macht er sich auf die Suche.

Zum Glück bringt das Orakel in Form eines Raben Hilfe: «Ihr müsst über die Berge, bis zu einem Zwerg, der euch einen Pilz geben kann, dann zur Kräuterhexe, die daraus ein Mittel brauen kann.» Der junge Mann, der ein Auge auf die Prinzessin geworfen hat, fragt spöttisch nach: «Über die Berge, zu den Zwergen...?» Der Rabe bleibt unbeeindruckt: «Ich bin das Orakel, für die Geografie bin ich nicht zuständig.»

Überraschender Humor

Solche trockenen Sprüche überraschen im ganzen Stück immer wieder. Und vielleicht ist es gerade, weil der Text nicht auswendig gelernt wurde, dass sie so frisch daherkommen. Es wird mit Klischees gespielt, aber niemals übertrieben, die Schauspieler bleiben glaubhaft in ihren Rollen. Sie tun dies bis zum Schluss, der hier noch nicht verraten sein soll.