Es ist eine Premiere: Die Gastroregion Olten Niederamt hat einen Preis geschaffen. Der nennt sich sinnigerweise «Goldene Pfeffermühle» und wurde gestern Nachmittag erstmals vergeben. An wen? An Margrith Hochenwarter vom «Gleis 13» in Olten. Klar, Freude bei der 73-jährigen Empfängerin, die seit 40 Jahren das Restaurant in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs betreibt und sich gerade überlegt, wohin das gute Stück zu hängen oder allenfalls zu stehen kommen wird. «Ach, das weiss ich jetzt noch nicht», sagt sie dann fast ein bisschen gerührt. Aber ein Ehrenplatz ist dem Preis sicher.

Und schon stellen sich Gäste an, die sich mit Wirtin und Preis fotografieren lassen wollen. «Es ist nicht ein Preis für einen Teilbereich in der Gastronomie», sagt Isabelle Bitterli, Vorstandsmitglied von der Gastroregion Olten und Niederamt, «sondern die Auszeichnung für ein Lebenswerk.» Für eine Seele im Gastrobereich also. Und deshalb werde der Preis auch nicht regelmässig, aber immer wieder vergeben, wie die anwesenden Vorstandsmitglieder beteuern. «Es muss nicht immer ein Wirt oder die Wirtin sein», sagt Martin Allemann. Nein, der Preis könne auch etwa an einen verdinestvollen langjährigen Mitarbeiter vergeben werden.

Ein schlechtes Gewissen

Eine Seele im Gastrobereich: Dafür steht Margrith Hochenwarter tatsächlich. Sie hält ihren Betrieb täglich geöffnet, kennt keinen Wirtesonntag. Denn «sie hätte ein schlechtes Gewissen, würde sie das Restaurant für einen Tag schliessen», meint Isabelle Bitterli. Längere Ferienabwesenheit? Fehlanzeige. Höchstens zwei Wochen pro Jahr, wie die Wirtin zu verstehen gibt. «Aber seit je schliesse ich samstags um 18 Uhr», fügt sie schon fast entschuldigend an. Dafür offeriert sie sonntags Senioren ein Mittagsmenu, welches die Begrifflichkeit «Al dente» eher ausblendet. «Wir machen’s so, wie’s den Gästen schmeckt», sagt die Preisträgerin unmissverständlich.

Noch hält Margrith Hochenwarter ihrem Restaurant die Treue, auch wenn sie sagt: «Aller Voraussicht nach wird Ende kommenden Jahres Schluss sein.» Dann will die Kärntnerin mit dem leicht eigentümlich wirkenden Dialekt den Kochlöffel weglegen. Sie nickt und sagt: «Dann ist es wirklich genug» und hofft, Gleis 13 lebe dann in gleicher Weise fort.