Konradstrasse

Die Geschäfte leiden unter den Bauarbeiten - Blumenhaus kündigt Abschied an

Der Zugang zum Blumenhaus, zur Papeterie Köpfli und zum Kleidergeschäft Seasons ist seit Monaten erschwert.

Der Zugang zum Blumenhaus, zur Papeterie Köpfli und zum Kleidergeschäft Seasons ist seit Monaten erschwert.

Seit Oktober 2017 ist der Zugang zu den Läden in der Konradstrasse in Olten erschwert. Die Papeterie und das Blumenhaus beklagen Umsatzeinbussen und attackieren die Bauleitung.

Normalerweise freut sich die Papeterie Köpfli an einem Märztag über rund 60 Kunden. In diesem Jahr bleiben drei Viertel aus. Zwischen zehn und zwanzig tägliche Besucher zählt Inhaberin Susanne Köpfli nur noch. Grund dafür ist die Baustelle in der Konradstrasse. Auch das Blumenhaus Frei klagt über folgende Probleme.

  • Laufkundschaft: Nur noch über einen provisorischen Gehweg gelangen mögliche Kunden zum Eingang der Papeterie Köpfli oder des Secondhandladens Season. Laufkundschaft haben die Geschäfte hinter der Baugrube kaum mehr.
Baustelle Sanierung Werkleitungen Konradstrasse China-Granit Olten

Nichts los. Shoppingwütige meiden die Baustelle

Baustelle Sanierung Werkleitungen Konradstrasse China-Granit Olten

  • Umsatzeinbussen: Weil die Fixkosten gleich bleiben und die Einnahmen aufgrund der fehlenden Laufkundschaft sinken, verzeichnet das Blumenhaus Frei «Umsatzeinbussen im fünfstelligen Bereich». Köpfli macht mit ihrer Papeterie 20 Prozent weniger Umsatz. Sie musste wegen der Baustelle sogar das Pensum der Angestellten kürzen. Subventionen seitens der Stadt gibt es keine. «Unsere Existenz ist bedroht. Ohne unseren Onlineshop und die Lieferungen an unsere Bürokunden wäre das Geschäft, für das ich seit mehr als 52 Jahren arbeite, am Ende», sagt Köpfli.
Nur über Passerellen kommen potenzielle Kunden zu den Geschäften

Nur über Passerellen kommen potenzielle Kunden zu den Geschäften

   

  • Mitten in der Hauptsaison: Die Papeterie macht zwischen Oktober und April wegen Weihnachten und Ostern am meisten Umsatz. Auch für das Blumenhaus Frei ist die Weihnachts- und Frühlingszeit normalerweise am profitabelsten. Die Baustelle trifft die beiden Inhaberinnen Katharina Husi-Frei und Köpfli deshalb umso mehr.
  • Parkplätze: «Weil überall in der Stadt gebaut wird, sind öffentliche Parkplätze wie am Munzingerplatz vorwiegend von Handwerker-Autos belegt», moniert Köpfli. Husi-Frei zahlt für die Ausstellungsflächen im Aussenbereich, kann diese aber momentan nicht nutzen. Köpfli schlägt vor: «Handwerker ins Parkhaus und kleinere Bauetappen mit dafür kürzer andauernden Baustellen. Damit wäre allen Betroffenen geholfen.»
  • Kommunikation: «Ich weiss nicht, wie lange es noch dauert. Die Phasenpläne, die wir bekommen, sind längst nicht mehr aktuell», sagt Köpfli. Mehrmals hat sie versucht, Kontakt mit den Verantwortlichen aufzunehmen, doch sie wurde nach eigener Aussage nur belächelt. Auch Husi-Frei beklagt, dass die Bedürfnisse der Betroffenen zu wenig angehört würden. Dem widerspricht Marcel Dirlam vom städtischen Tiefbauamt: «Aus unserer Sicht läuft es grundsätzlich gut. Auch mit den Betroffenen.» Dirlam weist darauf hin, dass beispielsweise die zu entfernenden Öltanks extra in den Betriebsferien des Kleidergeschäfts Season abgebaut wurden. Ausserdem wurde seitens der Bauherren extra Zeit für die Kommunikation veranschlagt.

Husi-Frei hat davon nicht mitbekommen und bereits einen folgenschweren Entschluss gefasst: «Wir sind nur noch hier, weil wir den Mietvertrag bis 2019 erfüllen wollen. Dann suchen wir einen geeigneteren Ort für unser Geschäft.» Husi-Frei sieht in den geplanten «vier Meter breiten Trottoirs, wo zwar hunderte Passanten shoppen könnten, wenn es denn noch attraktive Läden hätte», keinen Sinn.

«Astoria» freut sich über Kompromisse

Das Hotel und Restaurant Astoria kommt besser mit der Baustelle zurecht. Geschäftsführer Reto Buchser ist erfreut ob der Kooperationsbereitschaft der Bauleiter. «Man muss nur miteinander reden. Wenn wir ein Seminar beherbergen, das durch den Baulärm gestört wäre, haben wir immer einen Kompromiss gefunden. Dann haben die Bauarbeiter zum Beispiel über den Mittag gebohrt. Das ist nicht selbstverständlich», sagt er.

Für das "Astoria" machen die Bauarbeiter eine Pause.

Für das "Astoria" machen die Bauarbeiter eine Pause.

   

Dem «Astoria» kommt im Gegensatz zu den anderen auch die Terminplanung entgegen. Erst Anfang Mai will Buchser wieder draussen bestuhlen. In den kälteren Monaten verzeichnet weder das Restaurant noch das Hotel baustellenverursachte Einbussen. «Die Gäste reisen grossteils nach 17 Uhr an und sind schon wieder weg, wenn die Bauarbeiten am Morgen beginnen», sagt Buchser. Doch natürlich ist auch er froh, wenn die Baustelle weg ist.

Schon Ende März soll laut aktuellen Informationen der Baudirektion Olten nur noch auf der gegenüberliegenden Strassenseite gebaut werden. Dann ist auch die Papeterie Köpfli und das Blumenhaus Frei wieder einfacher zugänglich. Ende Juli 2018 soll auch die andere Strassenseite fertig sein.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1