Olten
Die Frage nach den Alternativen zum Tagesheim Sonnegg

Die SP Stadt Olten verlangt Antworten vom Stadtrat zu den gestrichenen Beiträgen an das Tagesheim Sonnegg. Sie will etwa wissen, ob es genügend Ersatzmöglichkeiten für die betroffenen zu betreuenden Personen gibt.

Adriana Gubler
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Die Fraktion der SP/Jungen SP reichte am Montag die Interpellation «Tagesheim Sonnegg – wie weiter?» ein.

Die Fraktion der SP/Jungen SP reichte am Montag die Interpellation «Tagesheim Sonnegg – wie weiter?» ein.

Bruno Kissling

Mitte Juni kam die Hiobsbotschaft: Weil die Stadt den Subventionsbeitrag an das Tagesheim Sonnegg vollständig und endgültig gestrichen hat, muss der Betreiber der Institution, der Gemeinnützige Frauenverein Olten, per Ende Dezember den Betrieb aufgeben, neun Mitarbeiterinnen verlieren ihre Arbeitsstelle.

Von der Streichung der Gelder mussten die Verantwortlichen via Medien erfahren. Eine schwache Kommunikationspolitik wurde dem Stadtrat damals, vor gut einem Monat, angekreidet. Nun greift die SP diesen Vorwurf auf und geht noch einen Schritt weiter: Sie reichte gestern eine Interpellation ein, in der sie den Stadtrat bittet, auf offene Fragen zum Tagesheim und zur Zukunft der Betroffenen zu antworten.

Die Zukunft der Betreuten

«Uns ist es ein Anliegen, dass ältere, demente, behinderte und kranke Menschen wie auch ihre Angehörigen, weiterhin auf ein Betreuungsangebot zurückgreifen können, wie es die Sonnegg noch bis Ende Jahr bietet», schreibt die Fraktion der SP/Jungen SP in einer Mitteilung.

Deshalb bittet sie den Stadtrat in ihrer Interpellation «Tagesheim Sonnegg – wie weiter?» darzulegen, wie viele Oltner von der Streichung des Angebots betroffen sind. Konkret fragt die rote Fraktion: «Wie viele Oltnerinnen und Oltner nahmen in den letzten fünf Jahren das Angebot des Tagesheims Sonnegg als Gäste oder als entlastete Angehörige in Anspruch?»

Warum diese Vorgehensweise?

Weiter will die SP vom Stadtrat wissen, welches Ersatzangebot diesen Personen zur Verfügung steht und zu welchen Konditionen im Vergleich zum Tagesheim Sonnegg. Zudem fragt die SP/Junge SP: «Wie wird sichergestellt, dass diese Personen diese Ersatzangebote ab Anfang 2015 nutzen können und sie somit lückenlos betreut werden?»

In ihrer Interpellation prangern die Sozialdemokraten nochmals die Kommunikation des Stadtrates an. «Die Betreiber des Tagesheims mussten aus der Presse erfahren, dass der Beitrag an ihre Institution gestrichen worden ist – und dies noch vor Ablauf der vom Stadtrat gesetzten Frist zur Darlegung des Finanzierungsbedarfs des Tagesheims», schreibt die SP in ihrem Communiqué.

Deshalb will sie in ihrer Interpellation vom Stadtrat wissen: «Wie kommt es, dass dem Gemeinnützigen Frauenverein Olten als Betreiber des Tagesheims erst eine Frist bis Ende Mai 2014 gesetzt wird, um den Finanzierungsbedarf des Tagesheims nach der anstehenden Neustrukturierung darzulegen und ein Gesuch zu stellen, dieses dann jedoch ohne Diskussion und ohne Gespräch mit den Verantwortlichen vom Stadtrat abgelehnt wird?»