Da war sie wieder, die traditionelle Rückschau auf die zurückliegenden närrischen Tage in Olten, Fukoabend geheissen. Nicht ganz unbestritten übrigens, wie einige Stimmen an der samstäglichen Veranstaltung in Stadttheater und Konzertsaal zu verstehen gaben. Dabei gings nicht zwingend um die Veranstaltung an sich.

Schon eher um deren Länge, zieht sie sich doch jeweils ab 19 Uhr bis knapp vor Mitternacht hin, eh der letzte närrische Klang der Fasnacht 2017 Geschichte und das letzte Wort des Obernaaren Role dr Nachtwächter verklungen ist. «Die Luft ist halt am Samstag nach der Fasnacht draussen», sagt einer, fügt aber hinzu, der Anlass sei halt Tradition und gehöre irgendwie eben doch dazu. «Vielleicht wäre eine Verkürzung der einzelnen Auftritte nicht schlecht», meint eine andere Stimme.

Aber bereits jetzt sind die einzelnen Produktionen auf acht Minuten beschränkt. Fukopräsident Beat Loosli gibt zu verstehen: «Vor Mitternacht fertig werden, halte ich für ein gutes Mass.» Das sei auch schon anders gewesen. Aber er weiss: Der Fukoabend ist immer wieder diskutiert in der Szene, ebenso wie die generelle Verkürzung der Fasnacht auf die Zeit von Mittwoch bis Sonntag.

Vom Arbeitgeber frei beziehungsweise Ferien bewilligt zu bekommen, werde immer schwieriger, argumentieren die Befürworter einer Komprimierung. «Diese Idee haben wir vor ein paar Jahren geprüft und der Delegiertenversammlung vorgelegt. Man konnte sich damals nicht mit einer Verkürzung anfreunden», sagt Loosli. Mittelfristig sei diese kein Thema. «Aber wenn der Wunsch ernsthaft aktuell bleibt, dann werden wir die Sache prüfen.»

Gute Stimmung

Item: Die Stimmung im Epizentrum des nachträglichen Fasnachtsanlasses war ausgezeichnet. «Zwischen 800 und 900 Gäste sind hier, das ist doch ein Zeichen für die Beliebtheit des Abends», so Fukorat Sepp Zihlmann und Verantwortlicher der finalen Veranstaltung.

Kinder begeisterten

Den lautesten Zuspruch erhalten jeweils die Kinderabteilungen der Zünfte. Das war auch an der heurigen Ausgabe nicht anders. Die Guggifääger heimsten Applaus auf offener Szene ein; gleiches galt für die Höckeler-Chnöpf oder den Fröschelaich. Das liegt jeweils auch an der schieren Unbekümmertheit der kleinen Protagonisten, die zwar nicht alle mitsingen, aber dennoch das Mikrofon suchen. «So herzig» tönts dann aus den Publikumsreihen und die Begeisterung schwappt beinahe über. Nicht dass die erwachsenen Hauptdarsteller ohne Zuspruch bleiben. Aber wenn Kindergruppen auftreten, lassen selbst die in diesem Jahr erstmals angetroffenen Jasser am Tisch für Momente die Karten sinken.

Den besonderen Reiz des Fuko-abends machen jeweils die Würdigungen verdienstvoller Fasnächtler beziehungsweise die mit Spannung erwartete Rangierung der Umzugsnummer aus. Dann kommt der Eindruck auf, die Fasnachtsszene sei eine durch und durch familiäre Gemeinde. Gut zwei Dutzend Fasnächtler wurden geehrt, die besten Klassierungen unter den Wagenbauern machen standesgemäss stets die drei, vier gleichen Zünfte unter sich aus. Zusammen mit ihren Mitfasnächtlern vermochten sie rund 25 000 Gäste an den Umzug zu locken.

Das letzte Wort hatte Role dr Nachtwächter. Er blieb seiner Maxime treu, alles unaufgeregt und nicht überdreht zu zelebrieren. «Es war eine gute Fasnacht», meinte er. Seine Aufgeregtheit habe er einfach überspielt. Ein wahrer Fasnächtler; denn überspielen ist auch spielen.