Olten

Die Busse waren beim Oltner Fasnachtszumzug Schutzschilde gegen Terror

Froburgstrasse in Olten: Busse versperren die Fahrspuren, sodass es für Autofahrer fast kein Durchkommen mehr gab.

Froburgstrasse in Olten: Busse versperren die Fahrspuren, sodass es für Autofahrer fast kein Durchkommen mehr gab.

Die Fahrzeuge des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu dienten am Fasnachtsumzug der Sicherheit der Umzugsteilnehmer.

Vielen werden sie gar nicht so sehr aufgefallen sein, die Busse des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu (BOGG), welche die vielen tausend Zaungäste an den sonntäglichen Fasnachtsumzug nach Olten gebracht hatten und während der Veranstaltung mehr oder weniger auffällig die vorgelagerten Strassenraum beanspruchten.

Noch recht unauffällig geschah dies auf der Froburgstrasse, wo gleich drei Busse die Fahrspuren blockierten, aber durchaus noch Passierraum für andere Fahrzeuge offen gehalten wurde (siehe Foto). An der Ziegelfeldstrasse hingegen stand ein Bus quasi quer zur Fahrbahn.

«Ein Velo hätte sicher noch passieren können, aber ein Auto wohl kaum», meint eine Augenzeugin vom Sonntag gegenüber dieser Zeitung. Ihr sei diese merkwürdige Position des Busses zwar aufgefallen, aber sie habe sich nichts weiter dabei gedacht. Erst später habe sie die eigenwillige Positionierung des Fahrzeugs einer gewissen Gefahrenprävention zugeschrieben.

Olten ist nicht Nizza

Nicht ganz zu Unrecht, wie sich jetzt zeigt. Man erinnert sich diesbezüglich nämlich nur ungern an die jüngsten Terroranschläge in Nizza vom letzten Sommer oder vor Weihnachten an jenen in Berlin, als jeweils ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste und dabei ein Blutbad anrichteten, in welchem knapp hundert Menschen ihr Leben liessen.

Auf Nachfrage bei der Polizei Kanton Solothurn bestätigt deren Sprecher und Präventionsbeauftragter Thomas Kummer, hinter der Platzierung der Busse stecke durchaus ein gewisser Präventionsgedanke, der mit der BOGG natürlich abgesprochen worden sei.

«In allererster Linie aber gings darum, die Fahrzeuge möglichst in der Nähe der Kundschaft parkieren zu können, um diese nach Umzugsende möglichst bequem wieder nach Hause transportieren zu können,» so Kummer weiter.

Prävention als Nebeneffekt

Der Präventionsgedanke sei dabei aber nicht im Vordergrund gestanden. Von einem konkreten Bedrohungsszenario sei man nicht ausgegangen; auch entsprechende Hinweise hätten nicht vorgelegen.

Für Fukorats-Präsident Beat Loosli macht die Massnahme durchaus Sinn. «Es ist besser, wenn die Fahrzeuge vor Ort eine gewisse Funktion erfüllen, als sie im Depot stehen zu haben.»

Er sei von der Massnahme unterrichtet gewesen und er habe, nach den Vorfällen in Nizza und Berlin, auch ein bisschen damit gerechnet. Die Umsetzung sei aber vollends in den Händen der Polizei gelegen. «Mit der Fasnacht als solcher hat die Massnahme nichts zu tun,» so Loosli.

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