Wer im Thal gewohnt ist, die Dienste der Spitex in Anspruch zu nehmen, sollte eigentlich nichts davon merken – zumindest nichts Negatives –, dass bei der Organisation mit dem neuen Jahr eine neue Ära begonnen hat. Die vier bisherigen Organisationen haben sich zur Spitex Region Thal zusammengeschlossen (wir berichteten). Die Stützpunkte Welschenrohr, Laupersdorf, Mümliswil-Ramiswil und Balsthal bleiben bestehen. Es gibt auch weiterhin einen Vereinsvorstand, aber nur noch eine einzige Führung.

Präsident zog sich zurück

An der Gründungsversammlung im letzten Juni war Josef Scacchi als Vereinspräsident gewählt worden. Doch unterschiedliche Auffassungen zwischen ihm und dem Vorstand bezüglich Kompetenzen der Geschäftsführung führten dazu, dass Josef Scacchi sich zurückzog.

Bis das Präsidium besetzt werden kann, ist die Vizepräsidentin Renate Allemann-Müller (Welschenrohr) zuständig. Auf eine Ausschreibung für die Geschäftsführung hin hat sich unter anderen M. Isabel Zimmermann gemeldet und wurde vom Vorstand gewählt. Sie ist Betriebsökonomin und war zuvor zehn Jahre lang für Spitex Basel tätig und dort am Aufbau neuer Strukturen beteiligt. «Ich fühlte mich von der Aufgabe angesprochen, wieder bei einem Aufbau mitzuwirken», erklärt sie. Und nach den Gesprächen mit dem Vorstand sei sie überzeugt davon gewesen, dass sie den Wechsel von der Stadt aufs Land machen will. «Wobei man das wegen der Stadt nicht überschätzen darf. Da ist es eigentlich wie in einem Dorf, nur ist dies etwas grösser.»

Nicht die erste Fusion

Bereits Anfang Dezember, also vor dem offiziellen Start von Spitex Thal, hat M. Isabel Zimmermann nicht nur ihr Büro in Balsthal bezogen, wo die Geschäftsführung angesiedelt ist. Sondern sie hat auch die einzelnen Stützpunkte besucht und – da sie ja auch Personalverantwortliche ist – mit möglichst vielen Angestellten gesprochen. Inklusive Mahlzeitendienst sind es aktuell deren 69, viele davon arbeiten in Teilzeit.

Dass einzelne, kleine Spitexorganisationen an Grenzen stossen, hat man nicht nur im Thal festgestellt. Schon vor einiger Zeit kam es unter anderem in den Bezirken Lebern und Wasseramt zu Fusionen. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt: Der Spitexverband Kanton Solothurn will grössere Einheiten und ehrenamtliche Führung ist kaum mehr zumutbar. Den Kern der Sache bilden die immer anspruchsvolleren Aufgaben, die erfüllt sein müssen, damit der Kanton eine Betriebsbewilligung erteilt. Im Verlauf des Jahres 2012 haben schliesslich die Gemeinderäte aller neun Thaler Gemeinden ja gesagt zur Bildung der Spitex Region Thal (wir berichteten).

Umdenken nötig

Aber wie bereits erwähnt, sollen die betreuten Personen weiterhin auf qualitativ gute Arbeit der Spitex-Mitarbeiterinnen zählen können. Im Hintergrund wird es die Aufgabe der Geschäftsführerin sein, die Abläufe innerhalb der Organisation zu analysieren, Synergien zu finden und zu nutzen und wenn neue Aufgaben anstehen, diese umzusetzen, wie Zimmermann ausführt. «Spitex ist kein Betrieb mehr, der so nebenher geführt wird, sondern eine moderne Non-Profit-Organisation mit wachsender Komplexität der Aufgaben und Verantwortung. Das wird in einzelnen Punkte ein Umdenken fordern bei den Mitarbeitenden.» Diese werden darum wenn immer möglich in die Prozesse miteinbezogen. Die Erfahrungen in den ersten Wochen der Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden und Vorstand stimmen die Geschäftsführerin zuversichtlich.