Der Oltner Stadtrat hat das im Sommer 2013 eingeführte Verkehrsregime in der Innenstadt überprüft. Sein Fazit: Die grossflächige Begegnungszone hat sich seiner Ansicht nach bewährt. Mit einer Ausnahme: In der Hammerallee soll ab kommendem Frühling Tempo 30 gelten. Dies lässt die Stadtkanzlei in einer Medienmitteilung verlauten.

Im Sommer 2013 hatte der Stadtrat nach Abschluss der Neugestaltung der Kirchgasse in der Oltner Innenstadt eine grossflächige Begegnungszone vom Hammer bis ans Aareufer einrichten lassen. Nicht ohne Nebengeräusche: Schon bald tauchten Forderungen nach einer Redimensionierung auf, die der Stadtrat jedoch zurückwies: Er gab dem neuen Verkehrsregime eine Bewährungsfrist von mindestens einem Jahr bis zur Überprüfung, nahm jedoch gestalterische Massnahmen zur Verdeutlichung der Zonenregimes und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit vor.

Mehrheitlich positive Bilanz

Heute nun zieht er eine mehrheitlich positive Bilanz: Aus verkehrspolizeilicher Sicht funktioniere die Begegnungszone bestens. Die Markierungen in Altrosa würden als informelle Querungshilfen verstanden; aber auch ausserhalb dieser Flächen würden in der Regel die Vortrittsvorschriften respektiert. Von Anfang August 2013 bis Ende September 2014 seien in der Innenstadt lediglich vier Bagatellunfälle ohne Personenschäden registriert worden. Dem standen zuvor von Mitte 2007 bis Mitte 2012 105 Unfälle mit Leichtverletzten, aber auch einzelnen Schwerverletzten gegenüber. «Geschwindigkeitskontrollen zeigen, dass in den Randbereichen der Zone schneller gefahren wird als im Kernbereich. Zwar fuhren total rund 28 Prozent der bei den Kontrollen gemessenen Fahrzeuge zu schnell; bei 26 Prozent bewegte sich die Überschreitung jedoch «nur» im Bereich von 1 bis 10 km/h», heisst es in der Mitteilung der Stadtkanzlei.

Der Stadtrat setze daher «auf Konstanz und sieht zurzeit keinen Bedarf für einen mit Kosten verbundenen Wechsel», so die Medienmitteilung weiter; lediglich an der Hammerallee, die südlich der Einmündung Schürmattweg aus der Begegnungszone herausgenommen werden soll. Hingegen sollen der südliche Amthausquai und die Römerstrasse in der Begegnungszone bleiben, ist doch in deren Verlängerung in wenigen Jahren mit der Neugestaltung des Bahnhofplatzes eine neue Aarequerungfür den Langsamverkehr geplant.

Gewerbe Olten: ja, aber...

Damit geht der Stadtrat nicht ganz einig mit dem Verband Gewerbe Olten. Dieser hatte sich jüngst mit einer Umfrage bei seinen Mitgliedern zu Worte gemeldet: Die 65 teilnehmenden Detaillisten und Gewerbetreibenden mit Geschäftssitzen beidseits der Aare – rund ein Viertel der Mitglieder von Gewerbe Olten – finden die «verkehrsfreie» Innenstadt praktisch unisono eine gute Sache. 86 Prozent sprechen sich indessen im sogenannten «Ringverkehr» auf der Ringstrasse/Solothurnerstrasse für Tempo 30 aus.

Vorzonen – wichtige Achsen

Gerade an der Ringstrasse mit ihren grossen Vorzonen als wichtiger Achse in der Innenstadt ortet der Stadtrat indessen grosses Potenzial – nicht zuletzt auch für das Gewerbe. Kommt hinzu, dass ein Abschnitt des «Rings», die Solothurnerstrasse zwischen Leberngasse und Hammer-Kreuzung, im kommenden Jahr integral saniert werden soll – inklusive Neugestaltung Begegnungszonen-like. Und dass der Kanton derzeit auf der alten Kantonsstrasse Umgestaltungsmassnahmen vornimmt, deren Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt sich noch nicht abschätzen lassen.

Daher lautet die Devise des Stadtrates: «ab Frühling 2015 neu Tempo 30 in der Hammerallee; für die restliche Innenstadt: heutiges Regime belassen, weiter beobachten und nach Inbetriebnahme der Umgestaltungsmassnahmen auf der alten Kantonsstrasse im Jahr 2016 erneut eine Auswertung vornehmen.« (sko/otr)