«Es gibt eben Schwimmer und Schwimmer», verrät Chefbadmeister Thomas Müller. Bei ungünstigen Badeverhältnissen kommen vor allem jene zum Zug, die in aller Ruhe ihre Bahnen absolvieren wollen. Aha; das erklärt die doch überraschend hohe Zahl an Eintritten an diesem verregneten Mittwochmorgen im Juli. Dieser Monat nämlich, so verrät der Verwaltungsbericht 2013 der Stadt Olten, bildet die eigentliche Hochzeit in der rund viermonatigen Saison des Strandbades.

Im Juli vergangenen Jahres besuchten satte 64 675 Personen das Strandbad, im darauffolgenden August warens dann noch gut 39 000 Gäste, ziemlich genau so viele wie im Juni, als 39 140 Besucher registriert werden konnten. «Also der Juli 2014 geht bestimmt nicht als Supermonat in die Annalen ein», verrät Chefbadmeister Thomas Müller. Aber selbst wenn die Saison 2014 als eine total verregnete erscheint: Auch sie kannte bislang Lichtblicke, und zwar solche, die echt überraschen und kaum mehr in Erinnerung geblieben sind: «Die Woche vom 6. bis 13. Juni dieses Jahres muss eine schöne gewesen sein», meint Müller süffisant. 20 689 Gäste konnten alleine in dieser Periode begrüsst werden, der diesjährige Tagesbesucherrekord liegt bislang bei 4797 Personen und fiel exakt in diese Zeitspanne, auf den 9. Juni. Ein ansehnlicher Tagesrekord, genau genommen der viertbeste in der Zeitspanne zwischen 1999 und dem Jahr 2013. Letztes Jahr wurde der 18. Juni mit 5083 Gästen zum drittbesten Spitzentag der letzten 15 Jahre.

Der Erntemonat könnte korrigieren

«Natürlich hoffen wir nun auf den August», meint Müller. Wohl wissend, dass der eigentliche Erntemonat kein wirklicher Spitzenmonat mehr sein wird, weil die alte Oltner Weisheit, dass nach der Chilbi der Sommer vorbei ist und sich die Lust auf Badi zunehmend verringert, nur allzu häufig zutrifft. Dennoch: Müller als Berufsoptimist setzt darauf. Eine seiner Badmeisterweisheiten lautet: Es gibt in jeder Saison Schlechtwetterphasen, mal dauern sie nur kurz, mal halten sie länger an.

Wie gesagt: Die Badesaison 2014 dürfte aus Sicht der Nutzerzahlen eine mittelmässige werden, was sich von der des vergangenen Jahres nicht sagen lässt: Insgesamt registrierte das Strandbad im vorigen Jahr 159 851 Besuchende, was in der «ewigen» Rangliste seit 1999 Rang 4 bedeutet. Nur das Jahrhundertsommerjahr 2003 (212 523 Besuchende), das Jahr 2009 (194 055) und das Jahr 2001 (161 549) sind besser klassiert.

Interessanterweise warten die Spitzenjahre nicht mit den höchsten Tagesrekorden auf, sieht man mal vom Jahr 2009 ab, als 6170 Besuchende registriert wurden. Das ist die mit Abstand grösste Tagesbesucherzahl der letzten 15 Jahre.

Kinderwagen in den Fluten

Im vorigen Jahr hatte der Rettungswagen vier Mal anzurücken; Schlimmeres musste dabei nicht registriert werden: Unter anderem konnte Nasenbluten nicht gestillt werden, litt ein Patient, der tags zuvor an der Motion in Gunzgen gewesen war, an Herzrhythmusstörungen. Schliesslich rollte noch – zum Entsetzen der Gäste – ein Kinderwagen in die Aarefluten, der von einer Diensthabenden allerdings rasch geborgen werden konnte. Glücklicherweise war der Wagen leer. Die betroffene Mutter war nämlich ihrem Sprössling nachgejagt und hatte darob den Kinderwagen aus den Augen verloren. Auch wurde ein von Krämpfen geplagter Aareschwimmer mit dem Rettungsboot ans sichere Ufer gebracht, nachdem sich der Badende an einem Pfeiler der Holzbrücke hatte festklammern können.

Die Einnahmen der Saison 2013 betrugen 510 554 Franken (davon rund 260 000 Franken aus Einzeleintritten), gut 50 000 Franken über denjenigen des Jahres 2012 und gut 80 000 Franken über denen des Jahres 2011. Noch im Jahr 2008 beliefen sich die Einnahmen auf lediglich 331 000 Franken. Innert sechs Jahren haben sich die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern also um deutlich mehr als 50 Prozent gesteigert.