In allen Religionen und Kulturen werden Menschen durch Signale, Musik oder Stimmen aufgerufen sich einen Augenblick Zeit nehmen, um Bitte und Dank vor Gott zu tragen. In unseren Breitengraden geschieht dies durch die Kirchenglocken und das Betläuten am Morgen, Mittag und Abend. Ergänzt wird dies durch den Stundenschlag.

Mit der Kunstinstallation der Oltner Musikschul-Leiterin Sandra Rupp Fischer erhält der Stundenschlag der St. Marienkirche am Sonntag, 3. Dezember, eine neue Bedeutung. Von
10 Uhr bis 19 Uhr wird der Stundenschlag durch Musik und Gesang ersetzt. Verschiedene Religionen, Instrumente, Stimmen, werden jeweils kurz zu hören sein. Der Klang wird durch Lautsprecher in die Quartiere und die Stadt getragen.

Das Projektteam LichtZeiten mit Trudy Wey, Sandra Rupp Fischer, Olivia Imhof, Antonia Hasler und Andreas Brun hat ein Rahmenprogramm dazu entwickelt. Nach der Eucharistiefeier um 11 Uhr werden am Nachmittag Tanz, Musik und Sprache in den Dialog treten. Dabei trifft die tamilische Tanzgruppe auf die Trachtengruppe Buchsgau, die Fürstin der Instrumente, die Kurzlaute aus dem Orient auf die Königin der Instrumente, die Orgel.

Martina von Arx von der Operation Libero gibt zudem einen Einblick in die Herausforderung des Burkaverbotes. Der Tag schliesst mit der multireligiösen Feier mit dem Marienchor und vielen weiteren Akteuren um 18.05 Uhr. Von 12 bis 16 Uhr stehen den Besuchern diverse Verpflegungsstände mit syrischen, tibetischen und schweizerischen Köstlichkeiten zu moderaten Preisen zur Verfügung.

Die Projektgruppe LichtZeit der Katholischen Kirche Olten (von links): Trudy Wey, Sandra Rupp Fischer, Olivia Imhof, Antonia Hasler und Andreas Brun.

Die Projektgruppe LichtZeit der Katholischen Kirche Olten (von links): Trudy Wey, Sandra Rupp Fischer, Olivia Imhof, Antonia Hasler und Andreas Brun.  

Eine Rabbinerin im Gottesdienst

Am Sonntag, 10. Dezember, wird Annette Mirjam Böckler, eine der wenigen Rabbinerinnen in den Gottesdiensten, um 9.30 Uhr in der St. Martinskirche und 11 Uhr in der St. Marienkirche in ihrem Input eine Brücke zum Judentum schlagen. Schon Jesus als Jude hat das jüdische Lichtfest Chanukka gefeiert. Sie wird von der Bedeutung dieser Festtage erzählen, welche am 12. Dezember beginnen. Böckler ist Fachleiterin Judentum im Zürcher Institut für Interreligiösen Dialog.

In den katholischen Kirchen erklingen in der Adventszeit musikalische Lichtpunkte. In der St. Martinskirche jeweils am Sonntag um 10.30 Uhr mit den Musik-Matinées im Advent und in der St. Mauritiuskirche in Trimbach am Dienstag/Mittwoch, 12./13. Dezember, jeweils um 19 Uhr mit dem musikalischen Adventskalender Advent Pur. Auf der Website www.katholten.ch finden sich weitere Hinweise zu Feiern und Aktivitäten.

Lichtermeer auf der Kirchgasse

3000 Kerzen werden am Sonntagabend, 17. Dezember, um 19 Uhr für den Frieden in dieser Welt brennen. Entzündet am Friedenslicht von Bethlehem ist diese Aktion ein kleiner Beitrag, um Menschen zu motivieren, in diesen Tagen einen einfachen, aber persönlichen Beitrag für den Dialog und den Frieden zu leisten. Für diese Aktion sucht die Kirche viele Helfer, um die Kerzen zu entzünden.

Schon viele Jahre wird das Friedenslicht, welches bei der Geburtskirche von Jesus von Nazareth in Bethlehem entzündet wird, in alle Welt getragen. Eine brennende Kerze in einem Flugzeug in die Schweiz zu bringen, ist auch noch nach Jahrzehnten eine bürokratische Meisterleistung. Von den Standorten Basel, Zürich und Luzern aus wird es an viele Orte in der Schweiz getragen und leuchtet in vielen Haushaltungen und Kirchen. Die Offene Kirche Olten und einzelne Pfarreien der Region tragen diese Aktion schon viele Jahre mit.

Die Ankunft in diesem Jahr wird durch das Lichtmeer auf der Kirchgasse begleitet. Das Entzünden wird mit einem offenen Singen und Gedanken zum Frieden ergänzt und abgeschlossen. Zudem gibt es Tee und Zopf. (mgt)