Wer sich für Modelleisenbahnen interessiert, der wird ab Samstag, 14. Dezember, im Oltner Gerolag Center auf seine Rechnung kommen: Bis 5. Januar präsentiert die Spur 0 Eisenbahn-Modellbaugruppe Wangen ihre über 200 Quadratmeter grosse Anlage. Mitmachen ist auch angesagt – wer möchte, kann unter Anleitung selber Züge über die Anlage steuern.

Zu bestaunen ist die grösste Anlage ihrer Art, die es in der Region gibt: Gut 200 Quadratmeter Fläche beansprucht sie, bis zu acht Zugskompositionen können gleichzeitig auf ihr fahren. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Züge der SBB. Bis auf wenige Ausnahmen werden sämtliche Lokomotiven und Wagen gezeigt, welche die Bundesbahnen je eingesetzt haben. So zum Beispiel die markante Doppellokomotive Ae 8/14, die die SBB vor allem am Gotthard einsetzten. Aber auch andere Züge sind zu sehen, etwa der Orientexpress mit seinen komfortablen Pullman-Reisewagen oder Rollmaterial der BLS.

Wie in der Realität

Alle Züge fahren in der jeweiligen Originalkomposition, also genau in der Zusammensetzung wie in der Realität. Da rauscht der Autotransportzug mit VW-Käfern aus den Sechzigern genauso durch die Lande wie der moderne, knallgelbe Postzug.

Alle Fahrzeuge sind im Massstab 1:45 erstellt, die Spurweite beträgt 32 Millimeter. Rund 60 Lokomotiven und gegen 300 Wagen von Personen- und Güterzügen sind an der Ausstellung im Einsatz. An jedem Ausstellungstag wird ein Teil der eingesetzten Züge ausgetauscht, sodass stets neues Rollmaterial zu sehen sein wird. Die Weichen werden übrigens über einen eigens für die Anlage gebauten computergesteuert. Wie in echten Bahnhöfen ist auch auf der Modelleisenbahnanlage ein Betriebsleiter im Stellwerk nötig. Und die umfangreiche Präsentation braucht Platz – die 800 Quadratmeter grosse Schedhalle im Gerolag Center ist da genau der richtige Ort.

Zwischen Immensee und Arth Goldau

Viel Wert legen die Modellbauer auf Detailtreue. So sind bei den Zügen sogar die Kupplungen exakt so konstruiert, wie man sie am echten Rollmaterial findet. Aber auch abseits der Geleise ist Genauigkeit den Modellbauexperten wichtig. Bäume und Weinreben sind von Hand zusammengebaut, eine Sägerei wurde mit Plänen vom Freilichtmuseum Ballenberg massstabsgetreu erstellt. Das Streckenwärterhaus, das zwischen Immensee und Arth-Goldau steht, findet sich als Miniaturausgabe auf der Anlage – sogar das Vogelhäuschen ist realitätsgetreu nachgebaut. Auch aus der Region gibts ein markantes Gebäude: das Hammer-Silo.

Den Mitgliedern der Modellbaugruppe, Jörg Studer, Willy Blechschmidt, Peter Schibli, Rolf Allemann sowie den beiden Unterstützern Andreas Christen und Walter Lengacher ist es ein Anliegen, dass die Besucherinnen und Besucher aus der Nähe einen Blick auf das Geschehen auf der Anlage werfen können. Absperrungen gibt es nicht. «Wir betreiben dieses Hobby seit 1974 aus Freude und wollen mit der Ausstellung versuchen, diese Freude auch den Gästen zu vermitteln», sagt Peter Schibli. Wer möchte, kann unter Anleitung einen Zug mit dem sogenannten Fahrpult über die Anlage steuern, wobei es gilt, stets aufmerksam zu sein, um Zusammenstösse zu vermeiden.

Nach Belieben zusammensetzen

Die Modelleisenbahnanlage besteht aus einer Vielzahl an 120 Zentimeter langen und 60 Zentimeter breiten Einzelteilen, die nach Belieben zusammengesetzt werden können. Mit dem Bau haben die vier Mitglieder der Modellbaugruppe 2004 begonnen. Wann sie fertig wird? «Eigentlich nie, man kann sie immer weiter verbessern», sagt Peter Schibli. (mgt)