Sie wuchs mit 13 Geschwistern oberhalb von Ramiswil auf: Ursula Haefeli, wie sie damals hiess. Und deshalb erzählte sie oft und gern über die Steilheit ihres Schulweges, der vom Bauernhof auf der Oberen Rüti ins Guldental hinunter oder eben hinauf führte. Das Geburtstagskind war gerade 11-jährig, als die Familie aus wirtschaftlichen Gründen nach Niedergösgen an den Rainweg zog. Im Jahr darauf verstarb der Vater, sodass die Grossfamilie ohne ihn auskommen musste.

Ursula Mauderli erlebte nach der Schulzeit die schon fast klassische Berufslaufbahn einer jungen Frau im Niederamt: Wie die meisten ihrer Geschwister arbeitete sie jahrelang bei Bally in Schönenwerd. 1961 wurde Hochzeit gefeiert: Die Jubilarin heiratete ihren langjährigen Freund Walter Mauderli. Die Ehe blieb kinderlos und so kümmerte sich das Paar vornehmlich um die vielen Nichten und Neffen. Sie waren es auch, die es dem Paar ermöglichten, bis ins hohe Alter in seiner eigenen Wohnung bleiben zu können.

Die Jubilarin hat schon immer wert auf das gepflegte Äussere gelegt. Sie sei jeweils lange vor dem Spiegel gestanden, habe ihre Haare gestylt. Und auch der Ehemann habe jeweils lange auf dem Stuhl sitzen müssen, wo er zurechtgemacht und gepudert worden sei, erzählen die Verwandten. Die leidenschaftliche Jasserin und Tänzerin besuchte mit ihrem Gatten auch gerne Motocrossveranstaltungen in der halben Schweiz, streifte mit ihm durch Aarau, wo sie stundenlang in den Läden stöbern konnte und sie nahmen an Volksmärschen teil. Die letzten Jahre dann wurden schwierig.

Die Jubilarin verliess kaum mehr das Haus in Niedergösgen. Hinzu kam eine schleichende Altersdemenz. Anfang 2015 zog das Paar ins Altersheim Ruttiger, wo die beiden gut aufgehoben waren und die Jubilarin noch immer ist – auch wenn ihr Tod der Tod des Ehemanns im April 2018 bis auf den heutigen Tag ein grosser Verlust ist.