Olten
Der Zirkus Knie ist da – die Elefanten nicht

Der Nationalzirkus ist am ersten Juliwochenende ohne Dickhäuter auf der Schützenmatte.

Urs Huber
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Als Clown der Clowns bezeichnet: David Larible.

Als Clown der Clowns bezeichnet: David Larible.

zvg

Wenn der Zirkus Knie heuer auf der Schützenmatte zur Vorstellung bittet, dann wird eines völlig anders sein: Die Dickhäuter nämlich fehlen gänzlich. Seit den 1920er Jahren gehörten Elefanten zum Bild des Zirkus Knie, prägten die Tiere die Auftritte im 1919 gegründeten Nationalzirkus.

Aber: Man könne Elefanten in einem Zirkus nicht züchten, so Zirkusdirektor Franco Knie. «Wir haben deshalb entschieden, dass die Zukunft unserer Elefanten im Kinderzoo liegt.» Dort wurde im Frühjahr 2015 die Elefantenanlage Himmapan eröffnet.

Guter Zuspruch

Trotz fehlender Elefanten: Das aktuelle Programm kommt sehr gut an, wie der Nationalzirkus zu verstehen gibt. «Wir freuen uns über die vielen guten Rückmeldungen. Der Entscheid, die Elefanten in Rapperswil zu lassen, ist uns nicht leicht gefallen. Beim Publikum erfahren wir sehr viel Verständnis für diesen Schritt», so Jessica Künzle von der Medienabteilung.

Ein weitergehender Verzicht auf Tiernummern sei allerdings nicht geplant. «Sie bleiben ein wichtiger Teil in unserem Programm», sagt Künzle. Und so bilden Pferde verschiedenster Provenienz, Kamele, Zebras und Lamas die tierischen Glanzlichter des Dressurparts.
Nicht nur fehlenden Elefanten gehören zum aktuellen Auftritt des Zirkus Knie auf der Schützenmatte.

Auch weniger Platz steht heuer zur Verfügung, weil gleichzeitig die Fussball-EM läuft. Public Viewing eben. Knie will sich zum knapperen Platzangebot und daraus resultierender möglicher Schwierigkeiten nicht äussern. Über die Gründe ihres Nichtkommentars schweigt sich die Pressestelle aus.

Ein Clown als Protagonist

Nicht verschwiegen sein sollen die 17 Zirkusnummern, die ein zweieinhalbstündiges Programm mit 45 Artisten aus sechs Nationen (Schweiz, Deutschland, Italien, Ukraine, Nordkorea und Frankreich) füllen. Protagonist der 98. Knie-Saison: Clown David Larible, der pro Aufführung zu vier Auftritten kommt. Larible tritt als klassischer «dummer August» auf.

Eine seiner Spezialitäten: direkt mit dem Publikum Kontakt aufzunehmen und Zuschauer in seine Handlungen einzubeziehen. Und weil Artisten eben Artistenblut in ihren Adern fliessen haben, tritt auch Laribles Tochter Shirley als Virtuosin am Netz bei Knie auf. Und damit noch nicht genug. Auch Sohn David Pierre wirkt mit: Atemberaubende Jonglage ist sein Metier: unglaubliche Schnelligkeit und perfektes Timing – Attribute seiner Präsentation.

Ästhetische Balance

Daneben: ästhetische Balance, Parterre-Akrobatik, bezwungene Schwerkräfte, Balletteinlagen, Stehendreiterei. Auch das mittlerweile wieder reaktivierte Kinderspiele Diabolo erlebt eine Renaissance. Zirkus zum Zungenschnalzen halt. Und wer Glück hat, erlebt auch die fünfjährige Chanel Marie, den jüngsten Spross der Knie-Dynastie. Sie entscheidet jeweils selber, ob sie auftreten will oder nicht.

«Herrrreinspaziert!»

Vorstellungen/Anlässe:
Aufbau: Sa 2. Juli, ab 06 Uhr
Vorstellungen: Sa 2. Juli, 20 Uhr
So 3. Juli, 14.30 und 18 Uhr

Knies Kinderzoo
Sa 2. Juli, 14 bis 19.30 Uhr
So 3. Juli, 09 bis 17.30 Uhr

Zirkuskasse
Sa 2. Juli, 12 bis 21 Uhr
So 3. Juli, 10 bis 18.30 Uhr