Olten

Der «Weltmeister» der Trompetenspieler, Sergei Nakariakov, war phänomenal

Sergei Nakariakov und die Münchner Symphonikern gastierten im Konzertsaal.

Sergei Nakariakov und die Münchner Symphonikern gastierten im Konzertsaal.

Im Konzertsaal waren die Ränge voll für den russischen Virtuosen Sergei Nakariakov. Das Publikum zeigte sich begeistert.

Wieder einmal waren am Donnerstagabend die Stühle im Konzertsaal Olten bis auf den letzten Platz besetzt. Eine Begegnung mit Sergei Nakariakov - dem phänomenalen «Weltmeister» der Trompetenspieler - war angesagt und mit den Münchner Symphonikern unter der Leitung Kevin John Edusei war ein renommiertes Orchester zu Gast.

Bereits mit der Ouvertüre «Die schöne Melusine» op. 32 von Felix Mendelssohn Bartholdy gaben die Symphoniker eine glänzende Visitenkarte ab: ein in allen Registern vortrefflich besetztes Ensemble, mit exzellenten Holzbläsern und homogenen, warmen Streicherklängen; dass sich die Blechbläser dabei etwas allzu zu sehr in den Vordergrund drängten, mag mit der Grösse des Saales zusammenhängen. Straff und sorgfältig geführt vom eleganten Kevin John Edusei erklangen die unterschiedlichen Stimmungen des entzückenden Werkes: Breit strömend das Hauptthema, rhythmisch prägnant die dramatischen Einwürfe und zu Herzen gehend die immer wieder aufblühenden romantischen Melodien.

Reine Bewunderung

Zu einem ersten Höhepunkt gerieten anschliessend die bekannten Variationen über ein Rokoko-Thema op.33 von Peter Iljitsch Tschaikowsky; die allerdings dieses Mal nicht in der vertrauten Form für Violoncello und Orchester erklangen, sondern in einer faszinierenden Bearbeitung, die Mikhail Nakariakov für seinen Sohn Sergei und sein Flügelhorn geschrieben hat. Was sich auf den ersten Blick etwas verwirrend anhört, löste sich mit den ersten warmen Tönen des Soloinstrumentes in reine Bewunderung. Mit beseelten Kantilenen – agogisch mit vielen Freiheiten ausgestattet – lupenrein bis in die höchsten Lagen und mit verblüffender Leichtigkeit gestaltete Sergei Nakariakov seinen Solopart; immer vorbildlich getragen vom flexibel mitgehenden Orchester. Trillerketten, rasende chromatische Läufe und eine ausgedehnte virtuose Kadenz brachten die Zuhörer zum Staunen. Traumhaft schön die elegische 6. Variation bevor - nach einer vom Dirigenten spannend gestalteten Überleitung - mit einem wahren Feuerwerk an bläserischen Höchstschwierigkeiten das Werk grandios ausklang.

Mit Augenzwinkern

Etwas wie Zirkus-Atmosphäre kam auf bei den abenteuerlichen – als Zugabe gespendeten – Variationen über den bekannten Ohrwurm «Carneval de Venise» von Jean Baptiste Arban, die Vater Mikhail für Trompete bearbeitet hat. Lustvoll und mit Augenzwinkern, begleiteten die Symphoniker den stupenden Ausnahmekönner Sergei Nakariakov, der auch hier mit seinem virtuosen Spiel die Zuhörer faszinierte.

Nach der Pause Wolfgang Amadé Mozarts letzte Sinfonie: die «Jupiter-Sinfonie» Sinfonie C-Dur KV 551, geschrieben im Sommer 1788. Ein Wunderwerk, das unter der sorgfältigen Leitung von Kevin John Edusei zu einer eindrücklichen Wiedergabe gelangte. Zupackend, frisch in den Aussensätzen, mit grossen dynamischen Gegensätzen und musikantischem Elan musiziert. Auffällig hier die Trompeten und Hörner, die sich mit ihren Naturinstrumenten besonders gut in den Gesamtklang einfügten.

Wunderschön im 2. Satz (Andante cantabile) die aufblühenden, samtenen Cello-Kantilenen und transparent, in grossen Bogen gestaltet das Menuetto; und als krönender Höhepunkt das vielstimmige polyphone Gewebe im singulären Finalsatz; hinreissend musiziert bis hin zum ganzvollen C-Dur Schluss, mit dem sich Mozart von der Welt der Sinfonie verabschiedet hat.

Als Dank für den begeisterten Beifall präsentierten die sympathischen Gäste aus München noch ein seltenes Stück Musik: die Ouvertüre zu «Medea» von Luigi Cherubini, dem oft verkannten Zeitgenossen Mozarts und Beethovens.

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