Olten SüdWest

Der überarbeitete Gestaltungsplan steht – Platz für Schulhaus ist auch geplant

Nördlich der bestehenden Bauten (im Bild links der Überbauung) will die Grundeigentümerin Terrana AG Rüschlikon die nächste Bauetappe realisieren.

Nördlich der bestehenden Bauten (im Bild links der Überbauung) will die Grundeigentümerin Terrana AG Rüschlikon die nächste Bauetappe realisieren.

Der überarbeitete Gestaltungsplan zu Olten SüdWest steht und wird demnächst vom Kanton vorgeprüft. Auch die Bevölkerung kann sich in einer Mitwirkung dazu äussern.

Zwei Jahre nach der ersten Ankündigung, dass der bisherige Gestaltungsplan von 2008 überarbeitet werden soll, liegen nun die Eckpunkte der aktualisierten Fassung vor. Der Entwurf ist «nach Ansicht des Stadtrats eine zukunftsgerichtete und erfolgsversprechende Grundlage (...), mit der bei hoher urbaner Dichte eine höhere Wohn- und Umgebungsqualität und eine bessere Anbindung des Areals an die Stadt erreicht werden soll», wie es in der gestrigen Mitteilung der Stadtkanzlei heisst. Weil die letzten Details gemäss Stadtentwickler Markus Dietler noch in Verhandlung sind, werden die Sonderbauvorschriften erst zur geplanten Mitwirkung der Bevölkerung publik gemacht, die nach den Herbstferien stattfinden soll.

Seit September 2016 waren Vertreter der Stadt, Planer und Sigmund Bachmann von der Grundeigentümerin Terrana AG Rüschlikon daran, den Gestaltungsplan für das 225 000 m2 grosse Areal anzupassen. «Wir haben uns ziemlich zusammengerauft und können jetzt ein brauchbares Ergebnis vorweisen», sagt Bachmann zum vorliegenden Entwurf. Er möchte nächstes Jahr weiterbauen, und zwar voraussichtlich nördlich der bestehenden Gebäude. Geplant sind weitere 200 Wohnungen mit Schwerpunkt 1,5- und 2,5-Zimmer sowie 4,5- und 5,5-Zimmer. In der bisherigen Überbauung sind derzeit rund 340 von 420 Wohnungen vermietet.

Die wichtigsten Eckpunkte

Das sind die wichtigsten Neuerungen im Entwurf des überarbeiteten Gestaltungsplans:

  • Vorgesehen ist neu eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Das 12 000 m2 grosse Areal befindet sich zentral im Herzen des Entwicklungsgebiets und steht in Verbindung mit einer Grünfläche. Wo in den ersten Jahren eine Spielwiese oder ein Fussballplatz sein könnte, könnte später ein neues Schulhaus stehen. «Wenn tatsächlich einmal bis zu 6000 Einwohnern in Olten SüdWest wohnen, ist das eigentlich nicht diskutierbar», sagt Daniel Schneider, welcher mit seinem Städtebau-Büro den Planungsprozess begleitet hat. Stadtentwickler Dietler ergänzt: «In jedem Oltner Stadtteil mit dieser Grösse hat es heute ein Schulhaus.» Das heisst: Die Stadt Olten muss sich mit dem Erwerb des betreffenden Grundstücks befassen.
  • Im Entwurf ist eine Obergrenze für den Jahresenergieverbrauch pro Quadratmeter festlegt, allerdings kein Energieträger vorgeschrieben. Laut Schneider liegt diese Obergrenze unter dem Minergie-P-Standard von 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter jährlich. Dies setzt bei Gebäuden einen erneuerbaren Energieträger voraus. Die genaue Obergrenze ist allerdings noch in Diskussion. «Das ist sehr herausfordernd», sagt Grundeigentümervertreter Sigmund Bachmann dazu. Er erhofft sich, dass das Grundwasser, welches sich wenige Meter unter dem Olten-SüdWest-Areal befindet, als Wärmequelle genutzt werden kann. Im bisherigen Gestaltungsplan von 2008 ist nur vorgeschrieben, dass der Heizungsenergiebedarf mindestens 10 Prozent unter den gesetzlichen Vorschriften zu liegen kommt und der Minergiestandard einzuhalten sei, wenn dies wirtschaftlich tragbar ist.
  • Wie im ausgearbeiteten Masterplan vor einem Jahr bereits angekündigt, sollen als Adressbildung zum Bahnhof Hammer hin vier Hochhäuser mit Gewerbenutzung im Erdgeschoss entstehen, die eine Höhe von 42 Metern oder 14 Geschossen nicht überschreiten dürfen. Zur Qualitätssicherung der Bauten und der Grünflächen sind ein Architekturwettbewerb oder ein Studienauftrag vorgeschrieben. Die gleichen Verfahrensvorgaben gibt es für die Bauten bei den Zufahrten von der ERO-Umfahrung und vom Rötzmattweg her: Dort sollen ebenfalls höhere Häuser entstehen, die ein Ausmass von 28 Metern oder 10 Geschossen nicht überschreiten dürfen.
  • Der Stadtrat verdeutlicht nochmals, dass vor der Realisierung der vier Hochhäuser im vorderen Teil des Entwicklungsgebiets die Stadtteilverbindung ins Hammerquartier zwar nicht realisiert, aber «eine verbindliche Regelung zu deren Realisierung vorliegen muss», wie es in der Mitteilung heisst. Ansonsten würde «der Stadtteil nicht zum Bestandteil von Olten und die kommunale Mobilitätsstrategie könnte nicht eingehalten werden». Das Gemeindeparlament hat im Dezember 2016 letztmals einen Kredit für ein Vorprojekt in Höhe von 650 000 Franken zurückgewiesen. Bachmanns Angebot, 2,5 Millionen Franken an die Verbindung zu zahlen, gilt noch immer.
  • Im überarbeiteten Gestaltungsplan weiter festgelegt werden soll laut der Mitteilung die Etappierung der einzelnen Baufelder, die Nutzungsdurchmischung von Wohnen und Arbeiten sowie die Qualitätssicherung durch einen Gestaltungsbeirat, der die künftigen Realisierungen begleitet.

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