Olten

Der tote Winkel von Olten: Die Winkelüberbauung leidet an mangelnder Laufkundschaft

Wer zu den Geschäften des Winkelkomplexes will, muss einen Umweg auf sich nehmen: entweder seitlich vom Bahnhof oder vom Zollhaus oder durch die Winkelunterführung.

Wer zu den Geschäften des Winkelkomplexes will, muss einen Umweg auf sich nehmen: entweder seitlich vom Bahnhof oder vom Zollhaus oder durch die Winkelunterführung.

Die meisten fahren an ihr vorbei: Die Winkelüberbauung in Olten liegt in der Ecke zweier stark befahrener Strassen. Die Liegenschaftsbesitzerin und die Stadt Olten sind sich bei den Massnahmen zur Belebung uneinig.

Der Name der Überbauung «Zentrum Im Winkel» passt ausgesprochen gut. So befindet sich der Komplex zwischen den zwei stark befahrenen Strassen Bahnhofquai und Unterführungsstrasse. Ausserdem ist der Bau selbst stark verwinkelt und die Aussenerscheinung verblasst. Letzteres soll sich jedoch bald ändern.

«Wir planen für das nächste Jahr einen neuen Anstrich und Sanierungen am Winkelkomplex», sagt Leonhard Rischmann, Mitglied des Verwaltungsrats der Liegenschaftsbesitzerin SMP Invest AG mit Sitz in Matzingen TG. Er bedauert die ausbleibende Laufkundschaft, sieht die Situation aber nicht als verloren an. «Es liegt nicht in unserem Interesse, dass die Überbauung an Wert verliert.

Dies zeigen unsere Investitionen von rund zwei Millionen Franken in den letzten Jahren, inklusive der Sanierung des Hotels Olten», betont Rischmann. Er sei im Gegenteil interessiert an einer Aufwertung des Komplexes und somit auch an der Winkelunterführung, die für Fussgänger einen sicheren Weg zum Innenhof darstellt.

Damit will er gegen ein Problem vorgehen, über welches auch die wenigen Lokale des «Zentrums Im Winkel» klagen. «Hier laufen kaum Leute vorbei, deshalb hat die ausgehängte Werbung an den Fenstern nichts gebracht», so Mustafa Tüfekçi vom türkischen Reisebüro Şimşek Reisen. Rosemary Büttiker vom 7A Afro-Shop bedauert das Fehlen eines Fussgängerstreifens zwischen Alter Holzbrücke und Winkel. «Dann würden vielleicht mehr Leute an meinem Laden vorbeilaufen.»

Winkelunterführung soll heimeliger werden

Ein solcher Fussgängerstreifen über die Aarburgerstrasse wurde angedacht, ist allerdings nicht umsetzbar. «Dies hätte den Strassenverkehr beeinträchtigt. Die Fussgänger hätten die Strasse wahrscheinlich in zwei Ampelphasen überqueren müssen», sagt Stadtpräsident Martin Wey. Das ist auch Rischmann bewusst. Umso mehr liegt ihm die Unterführung am Herzen.

Er zeigte sich interessiert gegenüber den Vorhaben des 2009 ins Leben gerufenen Winkelkomitees, die Unterführung zuoberst auf die Prioritätenliste der Stadt zu setzen. 2012 lancierte das Komitee ein Volksbegehren, dass die Stadt verpflichten sollte, sich der Sache anzunehmen und Massnahmen auszuarbeiten.

Das Volksbegehren wurde angenommen, endete aber im Entscheid des Stadtrats, höchstens eine Pinselrenovation vorzunehmen und mit grösseren Änderungen und Umplanungen zu warten. Änderungen seien schwierig so der Stadtpräsident, da die Unterführung der Liegenschaftsbesitzerin des Winkelkomplexes und teilweise der SBB gehöre.

Rischmann fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen. «Wir haben mehrfach Gesuche gestellt, die Unterführung aufzuwerten. Wir wollten die Unterführung in ein Wohnzimmer von Olten gestalten – mit neuem Anstrich, Aussenbestuhlung der Lokale, automatischen Glastüren und stärker durchgesetztem Velofahrverbot. Dies hätte die Unterführung gemütlicher gemacht und den Winkel belebt.»

Zu diesen Plänen äussert sich Wey kritisch. «Die Winkelunterführung hat hauptsächlich das Ziel, die beiden Stadtseiten miteinander zu verbinden. Aussenbestuhlung und Schiebetüren würden mit dieser Funktion kollidieren.» Allerdings seien im Rahmen von den Projekten Sälipark 2020 und Entwicklung Olten Ost Massnahmen für die Unterführung im Gespräch.

Ginge es nach der Stadt, wären Velos bald erlaubter Bestandteil der Unterführung. Dafür bräuchte sie aber das Wegrecht für Fahrräder, das ihnen die SMP Invest AG eher nicht zusprechen möchte. Aber auch kleinere Änderungen sind vorläufig nicht geplant: «Im Jahr 2016 sind Änderungen an der Unterführung nicht Teil des genehmigten Budgets», so Adrian Balz, Leiter der Baudirektion. Bleibt abzuwarten, wie die Belebung des toten Winkels weitergehen soll.

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