«Ein Buch schreiben über die Zeit in Wangen», so sieht Erich Huber seine Zukunft. Die 31 Jahre in Wangen haben ihn geprägt, im Gegenzug hat auch er Wangen geprägt.

Als er damals von Berlin in die Schweiz kam, um die Stelle in Wangen anzutreten, stellte sich ihm eine wichtige Frage: Wie kann ich mich am einfachsten so schnell wie möglich integrieren?

Am besten in den hiesigen Fussballverein, dachte er sich, und so stellte er sich bei den Senioren ins Tor und übernahm kurze Zeit später auch gleich das Präsidentenamt. Unter seiner Ägide gelang dem FC Wangen der Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse.

Was den Fussballpfarrer im Dorf bekannt machte. «So habe ich schnell den Zugang zur Dorfbevölkerung gefunden», sagt Huber. Doch die Verbundenheit mit dem Fussball trug noch andere Früchte.

Etwa, indem er den Fussball und die Kirche in seinen Predigten miteinander verband und auch des Öfteren Gottesdienste in Zusammenarbeit mit der Juniorenabteilung durchführte.

Diese Verbindung zum Dorf einerseits und zum Fussballverein im Besonderen pflegte er auch weiter, als er nicht mehr Präsident des Vereins war. So wird er auch nach seiner Pensionierung Ende Oktober der Region treu bleiben.

Er, gebürtiger Bayer aber bedingt durch sein Studium in Berlin Kreuzberg hängengeblieben, wird auch in Zukunft in Olten wohnen. Auch dem Sport ist er treu geblieben. «Das Fussballfeld wurde mir etwas zu gross, deshalb habe ich zum Tennis gewechselt und spiele nun Interclub», lacht Huber.

Kirchenjubiläen werden gefeiert

An der Verabschiedung von Erich Huber am 25. Oktober wird aber nicht nur das Wirken von Huber gefeiert, auch die Reformierte Kirchgemeinde Wangen begeht zwei Jubiläen. Der Kirchenchor besteht in diesem Jahr bereits 100 Jahre, und vor 75 Jahren wurde die Kirche gebaut.

Das Kirchenleben der reformierten Gemeinde Wangen spielte sich zu Anfang vor allem im Dorfschulhaus oder im Restaurant «Zum brune Mutz» ab. 1913 wurde eine Ortsgruppe Wangen-Rickenbach gegründet, die ab 1916 einmal im Monat einen Gottesdienst feierte.

Bereits ein Jahr vorher wurde der Kirchenchor gegründet. Durch den stetigen Zuzug von Reformierten kam in den 1930er-Jahren der Wunsch nach einer eigenen Kirche auf, die dann im Jahre 1940 erbaut wurde. Just während des Zweiten Weltkriegs entstand also das Gebäude.

«Heute zählt die Kirchgemeinde 1200 Mitglieder», weiss Erich Huber. Diese nimmt er in seinen Predigten jeweils mit auf einen imaginären Weg. Mal lässt er die Gläubigen in Gedanken nach Olten laufen, mal einen Spaziergang durchs Dorf machen.

Anlässlich der letzten Predigt wird Huber seine Schäfchen ein letztes Mal auf einen Berg begleiten, wird doch die Bergpredigt Thema sein. Der jubilierende Kirchenchor wird dazu die Messe in D-Dur von Antonin Dvorak zum Besten geben und die oberste Reformierte des Kantons, Verena Enzler, wird zu den Gläubigen sprechen.

Anders als bei den umliegenden katholischen Gemeinden gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Nachfolger einfach. «Insgesamt haben sich 26 Bewerber auf die Stelle in Wangen beworben», erzählt Huber. Ab nächstem Monat wird Bruno Waldvogel die Gemeindeleitung übernehmen.

«Neben der Renovation ein weiteres Zeichen dafür, dass die Kirche weiterhin im Dorf präsent bleibt. Die Zusammenarbeit mit der Einwohnergemeinde und der katholischen Gemeinde wird auch in Zukunft ein grosser Teil der Arbeit des neuen Pfarrers sein», sieht der zukünftige Pensionär voraus.

Gottesdienst Zum Abschied von Pfarrer Erich Huber sowie zur Feier der Jubiläen 100 Jahre Kirchenchor und 75 Jahre reformierte Kirche Wangen wird ein Gottesdienst abgehalten. Dieser findet am 25. Oktober 2015 um 10 Uhr statt. Anschliessend wird ein Apéro riche serviert.