Der Taxikrieg am Oltner Bahnhof bringt die Chauffeure an ihre Grenzen. «Es ist reine Schikane», erzählt Rolf Siegrist, Inhaber Aare Taxi Olten. «Ich komme mir einfach schikaniert vor.» Der Kampf um Kunden hat bereits blutige Ausmasse erreicht: Am Samstag kam es am Bahnhof zu einer Schlägerei zwischen zwei Taxichauffeuren, die für einen im Spital endete. Für Rolf Siegrist gehört das zum Alltag, häufig werde man von anderen Fahrern verbal angegriffen. «Sie wünschen einem den Tod und zwar ganz direkt», erzählt er. «Und ich weiss nicht wieso.»

Ein Grund für den Ärger könnte der Streit um die Konzessionen sein. Denn wegen dem Taxi-Moratorium in der Stadt Olten werden nur maximal 30 Bewilligungen für Taxidienste am Bahnhof vergeben.

Wie perfide da um Kunden gekämpft wird, zeigt folgendes Beispiel: Ein Taxi mit Moratorium wartet am Bahnhof. Kommt nun ein Fahrgast, funkt er ein anderes Taxi ohne Bahnhof-Konzession an, das bei der nahegelegenen Post wartet. Dieses fährt anschliessend schnell zum Busbahnhof und nimmt den Kunden mit. So behält das Taxi mit Bahnhofsbewilligung seinen begehrten ersten Platz in der Schlange. «Das ist ein fieses Spiel», findet Siegrist. «Unanständig.»

Eine andere, ebenfalls oft verwendete Masche, um die Konkurrenz loszuwerden, ist die sogenannte «Telefon-Masche»: Ein Taxifahrer gibt sich als Fahrgast aus und verlangt, auf dem Land abgeholt zu werden. Das fiese: Rolf Siegrist muss den Auftrag annehmen, auch er vermutet, dass es sich um eine Falle handeln könnte. «Denn wenn ich nicht komme, mache ich meinen Job nicht richtig.» Sobald er weg ist, können andere Taxis in der Schlange aufsteigen. 

Für den Inhaber vom Aare Taxi steht eines fest: Die Behörden sollten den Taxistand in Olten rigoroser kontrollieren. Denn so macht ihm sein Beruf keinen Spass mehr. (chg)