Spezielle Geschäfte brauchen ein spezielles Setting. Das war beim Thema Parkleitsystem, das die Stadt seit Jahren begleitet, am Donnerstagabend der Fall. Die Grünen, welche das Thema mit ihrer Volksmotion wieder aufs politische Parkett gebracht haben, haben dazu ihre Altparlamentspräsidentin Anna Engeler eingeladen, um das Eingangsvotum zu halten. Sie verwies dabei noch einmal darauf, dass Olten nicht zuwenig Parkplätze hätte, sondern diese von den Autofahrern nicht gefunden würden. Dies hätten zwei Zählungen der Grünen in den Jahren 2009 und 2015 ergeben.

Neben dem Stadtrat sahen auch alle Fraktionen bis auf die SVP ein, dass die Zeit wieder reif sei, um das Thema nach der Ablehnung im Parlament im Jahr 2012 neu zu lancieren. Die Volkspartei konnte sich nicht für die Volksmotion erfahren, weil es zum einen in der Schützi immer genügend freie Parkplätze gäbe und weil sich die Kunden zum anderen wünschten, immer möglichst nahe bei den Läden zu parkieren. Doris Känzig warnte vor voreiligen Illusionen: «Ein Parkleitsystem wird nicht mehr Kunden zum Einkaufen nach Olten bringen.»
Trotz der Bedenken der SVP wurde die Volksmotion der Grünen grossmehrheitlich überwiesen.

Die einzelnen Sprecher zeigten die möglichen Vorteile auf: Die Parkhäuser könnten mit einer höheren Auslastung rechnen (Simone Sager, FDP), es wäre ein wichtiges Zeichen für das Standortmarketing (Christian Ginsig, GLP) oder der Druck für die Betreiber, in ihre Parkhäuser zu investieren, würde steigen (Deny Sonderegger, FDP). Der Stadtrat muss nun innerhalb von neun Monaten eine neue Vorlage ausarbeiten. Ob diese nun genau nach dem Vorbild Aaraus sein muss, wie es im Vorstoss heisst, war im Plenum umstritten. Stadtpräsident Martin Wey nahm zumindest das Anliegen der Grünen auf, dass auch die beiden Parkplätze beim Munzingerplatz und beim Klosterplatz integriert sein müssen. Dies war vor fünf Jahren mit ein Grund, wieso die damalige Vorlage im Parlament scheiterte.

Mit auf dem Weg gegeben wurden der Oltner Regierung zudem einige Ratschläge für die Ausarbeitung. Der Stadtrat solle mehrere Varianten aufzeigen und nicht nur einen fixen Vorschlag machen (Ruedi Moor, SP) oder lieber ein möglichst universelles und einfaches System, als eines, das zwingend nach der neuesten Technik funktioniere (Daniel Probst, FDP). Wie hoch ferner die Kosten sein werden, konnte Stadtpräsident Wey noch nicht sagen. Er vermutete, dass diese sich im Rahmen der letzten Vorlage bewegen oder leicht darunter sein könnten. Die Investitionskosten waren damals mit 1,8 Millionen Franken veranschlagt.