Olten
Der Stadt droht eventarmes Jahr: Wegen Corona ist die MIO aber auch der Beachevent abgesagt

Neben der Messe in Olten ist auch der Beachevent abgesagt; der 2-Stunden-Lauf findet nur virtuell statt. Der Entscheid zum Stadtfest steht noch aus.

Fabian Muster
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Corona bringt Absagen und Unsicherheit.
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Auch der Beachevent ist abgesagt.
Der 2-Stunden-Lauf wird nicht vor Ort durchgeführt.

Corona bringt Absagen und Unsicherheit.

Bruno Kissling

2020 droht für Olten ein eventarmes Jahr zu werden. Bereits wurden mehrere Anlässe abgesagt wie etwa die 1-August-Feier oder in den Herbst verschoben wie ein mögliches Stadtfest als Chilbi-Ersatz. Hier ein Überblick über den aktuellen Stand:

  • Die Messe in Olten (MIO) wird diesem Herbst nicht stattfinden, wie Messeleiter Mike Zettel und der Quartierverein rechtes Aareufer in einer Mitteilung schreiben. «Die Auflagen der Schutzkonzepte in den Bereichen Grossveranstaltungen, Markt und Gastronomie können nicht eingehalten werden und/oder die Seele des traditionellen Herbstanlasses müsste derart eingeschränkt werden, dass Erlebnis und Wirtschaftlichkeit für Aussteller und Vereine nicht gegeben sind.» Zudem möchte man mit diesem Entscheid einen Beitrag zur Bekämpfung der Coronapandemie leisten und für alle beteiligten Planungssicherheit schaffen. Für Zettel ist dies besonders bitter, weil mit der 75. Ausgabe Neuerungen eingeführt worden wären: So war ein Riesenrad auf dem Maria-Felchlin-Platz geplant. Oder es hätte eine MIO-Bimmelbahn zwischen dem Messegelände und dem neuen Besucherparkplatz in der Schützi gegeben. «Am meisten weh tun mir aber die Vereine, die nun auf Einnahmen verzichten müssen», sagt Zettel auf Anfrage. Es bringe aber nichts, «die MIO durchzuboxen». Es wäre weder für die Vereine noch die Aussteller zufriedenstellend gewesen und vielleicht hätten sich sogar Leute angesteckt. Seine Eventfirma Kein Ding GmbH verzichtet trotz gewissem Aufwand auf eine Verrechnung der Personalkosten gegenüber der MIO. Es sei bisher das schlechteste Jahr für ihn: «Der Umsatz ist um 90 Prozent eingebrochen, wir leben derzeit von den Reserven», sagt Zettel. Zudem hätte er einen Überbrückungskredit erhalten und seine Mitarbeiterin sei in Kurzarbeit. Die nächste MIO soll vom 24. bis. 27. September 2021 stattfinden.
  • Ebenfalls nicht stattfinden wir in diesem Jahr der Beachevent auf der Kirchgasse, der von Mitte Juni in den Spätsommer verschoben werden sollte. Die Organisatoren der siebenteiligen Coop Beachtour, die höchste nationale Turnierserie im Beachvolleyball, können die Auflagen des Bundes nicht einhalten. Zwar sind Veranstaltungen bis zu 1000 Personen wieder erlaubt. Doch diese müssten in Sektoren von je 300 Personen eingeteilt werden, die sich nicht durchmischen dürfen, damit das Contact-Tracing sichergestellt ist. Dies sei zusammen mit dem Konzept des freien Eintritts «schlicht nicht umsetzbar», wie die Organisatoren in einer Mitteilung schreiben. Für Michi Bleiker von der Swiss Beach- event GmbH, die für die lokale Umsetzung in Olten zuständig ist, ist es bisher «ein katastrophales Jahr», wie er auf Anfrage sagt. 2020 gab es für seine Firma keinen einzigen Anlass. Ebenfalls betroffen sind die drei Oltner Vereine, die jeweils einen Stand mit Beizenbetrieb hatten.
  • Beim diesjährigen 2-Stunden-Lauf gibt es ebenfalls eine Änderung. Er findet zwar statt, allerdings nur virtuell. «Wir machen so den Lauf coronasicher», sagt Leiter Klaus Kaiser auf Anfrage. Dank einer eigens entwickelten App sollen die Teilnehmer gleichzeitig am Samstag, 19. September, um 15 Uhr starten und zwei Stunden für einen guten Zweck laufen können – egal wo sie sich gerade aufhalten. Derzeit werde die Sache vorbereitet, auch eine Kommunikation erfolge noch, sagt Kaiser. In den vergangenen Jahren haben jeweils rund 500 bis 600 Leute am Charity-Lauf durch die Innenstadt teilgenommen.
  • Noch unklar ist, ob das geplante Stadtfest inklusive Lunapark für die abgesagte Chilbi am 16. bis 19. Oktober, dem letzten Herbstferienwochenende, durchgeführt wird. Auf Anfrage sagt Franco Giori von der städtischen Abteilung Ordnung und Sicherheit, dass der Entscheid in der Stadtratssitzung vom 3. August gefällt wird. «Länger können wir nicht mehr zuwarten.» Die Rückmeldungen der Marktfahrer, Vereine und Beizer seien positiv ausgefallen, so dass es genügend Interessierte gäbe, die mitmachen würden. Mit den derzeitigen Auflagen wäre aber ein Stadtfest nicht möglich, unterstreicht Giori. So sei ein Contact-Tracing oder die Einteilung in Sektoren à 300 Personen an einem solchen Anlass nicht möglich, wie es derzeit vom Bund gefordert werde.
  • Stattfinden soll hingegen die Berufsinfo-Messe vom 1. bis 3. September in und vor der Oltner Stadthalle. Es werden zwar rund 7000 Leute erwartet, doch mithilfe des Schutzkonzepts ist es gemäss Giori möglich, den Anlass durchzuführen. «Die Schülerinnen und Schüler werden von den Lehrkräften durch einen vorgegebenen Parcours geführt», sagt er.
  • Ebenfalls weitergeplant wird beim Buchfestival Olten, welches vom 29. Oktober bis 1. November vorgesehen ist. «Wir haben zwar auch schon eine Absage intern diskutiert», sagt Thomas Knapp vom Leitungsteam auf Anfrage. «Man werde aber vorläufig abwarten und die Situation immer wieder neu beurteilen.» Auch das erstmals geplante Adventsdorf vom 6. bis 23. Dezember in der Kirchgasse mit künstlichem Eisfeld – dies allerdings in abgespeckter Version – und Markthäusern im Chaletstil wird weiter geplant, wie es in einem kürzlich versandten Newsletter des Oltner Gewerbevereins heisst. Ebenso beim OltenAir, das erstmals im Winter am 11./12. Dezember stattfinden soll, läuft die Planung vorerst normal weiter, wie ein Facebook-Eintrag vor zwei Tagen zeigt.