Das hatte Mike Zettel nicht erwartet: Als diese Zeitung am 5. April dieses Jahres über seine Idee berichtete, vor der Stadtkirche ein temporäres Café betreiben zu wollen, meldete sich morgens um halb sieben Freund und Eventveranstalter Christoph Billy Marti bei ihm. Marti überzeugte Zettel, selbst Inhaber einer Event-Firma, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Rund 13 Wochen später ist es nun soweit: Seit gestern Nachmittag steht auf dem Podest der Stadtkirche ein Glaspavillon. Am Donnerstagabend gehen die ersten kühlen Getränke über den Tresen.

Lange war unklar, ob das Gastro-Projekt überhaupt zustande kommen würde: Bewilligungen mussten eingeholt werden vonseiten des Denkmalschutzes, der Brandschutzexperten der kantonalen Gebäudeversicherung, der Stadt natürlich und nicht zuletzt der christkatholischen Kirchgemeinde, welcher der Boden gehört. Vergangenen Dienstag schliesslich grünes Licht: Dem Aufbau stand nichts mehr im Weg.

Lokales Bier und Popcorn

Das «Stadtgspröch», wie Zettel und Marti ihre Sommergastronomie nennen, soll von Juli bis etwa Mitte September die Kirchgasse beleben. Sobald an der Kirche das Gerüst zum Umbau aufgezogen wird, ist Schluss. Aus Sicht der Kirche handelt es sich zumindest zum heutigen Zeitpunkt um eine einmalige Sache. «Finanziell ist das Projekt deshalb ein ziemliches Abenteuer», sagt Marti. Einen allfälligen Verlust tragen die beiden Macher selbst.

Der Pavillon bietet eine Bar und 30 Aussensitzplätze. Coca-Cola wirds hier nicht geben, auch kein Bier einer grossen Brauerei. Stattdessen lokales Degen-Bier, Eptinger Mineral und ausschliesslich Getränke in Glasflaschen. Viele davon Bio. Ein Essensangebot wird es nur in Form von Aperohäppchen geben: «Olten hat schon ein so tolles Gastroangebot, da braucht es uns nicht auch noch», meint Marti dazu.

Sommer-Fondue und Co.

Da Zettel und Marti beide Vollzeit ihr eigenes Unternehmen führen, holten sie die langjährige Freundin Olivia Richner mit ins Boot. Sie wird das «Stadtgspröch» als Geschäftsführerin betreuen. Die Eventmacher haben auch schon Ideen für Veranstaltungen vor Ort, ein Sommer-Fondue auf der Kirchentreppe zum Beispiel.

Die Kirchentreppe war auch einer der Faktoren, weshalb Marti das Projekt in Angriff nehmen wollte. «Als Jugendliche sassen wir häufig hier. Ich hoffe, dass die Leute die Treppen wieder vermehrt in Anspruch nehmen.»