Kulturstadt Olten

Der Oltner Kulturschatz wird neu von einem Verein verteidigt

Der Vorstand ist bereit für den Kampf: v.l. Yves Stuber, Daniel Kissling, Regina Graber, Jürg Meier und Felix Wettstein.

Der Vorstand ist bereit für den Kampf: v.l. Yves Stuber, Daniel Kissling, Regina Graber, Jürg Meier und Felix Wettstein.

Nach den angekündeten Spar-Massnahmen der Stadt will Pro Kultur Olten als neue Lobby weitere Budgetkürzungen im Kulturangebot verhindern.

Die Anfang Jahr angekündeten Sparmassnahmen der Stadt Olten liessen schon Schlimmes erahnen. Die anschliessende Idee das Kunstmuseum zu schliessen, löste in der Oltner Kunst- und Kulturszene eine Solidaritätswelle aus. Nach dem Motto «zusammen sind wir stärker» bildete sich bald eine kleine lose Gruppierung aus einzelnen Akteuren aus der freien Kunstszene und aus Kulturinstitutionen, die sich seither für das Fortbestehen des Kulturangebots in Olten einsetzt.

Um aber nicht nur auf der Strasse, wie am organisierten Tag der Kultur im Mai, sondern auch auf der politischen Bühne entscheidende Hebel in Bewegung setzen zu können, musste eine richtige Lobby her. Deshalb wurde am Dienstagabend im Coq d’Or der Verein «Pro Kultur Olten» gegründet.

Budgetkürzungen verhindern

Im Lokal fanden sich rund 45 Personen zusammen – vom Kunstkonsumenten bis zum Kunstschaffenden. Darunter auch einige bekannte Gesichter wie Peter A. Bloch und Christoph Schwager. Der 76-jährige Künstler Bruno Rütsch, der als Tagespräsident fungierte, leitete mit der Weisheit eines Grossvaters durch die Gründungsversammlung und die anschliessende erste Mitgliederversammlung.

Regina Graber aus der Strategie-Gruppe, die bisher alles koordiniert hatte, fasste kurz die aktuelle «bedenkliche» Situation zusammen. Wie am Tag der Kultur auf der Strasse laut ausgerufen, betonte sie, dass die bisherigen Kürzungen nicht zielorientiert gewesen und auch ohne erkennbare Strategie erfolgt seien.

Das zeige auch der aktuelle «Kulturpatient», das Provisorium 8, welches ins Visier der unkoordinierten Kürzungsstrategie der Stadt geraten sei. Die oberste Priorität habe jetzt, Kulturplätze vor Budgetkürzungen zu bewahren. Das sei auch das kurzfristige Ziel des Vereins: «Weitere Kürzungen verhindern». Langfristig wolle man sich für eine gerechte Kulturpolitik und ein verbindliches Kulturkonzept einsetzen.

Der Verein scheue dabei nicht, sich jeweils einzumischen und Stellung zu beziehen, um den Erhalt und die Entwicklung einer breiten Kulturlandschaft zu fördern.« Und Ziel ist auch, dass es den Verein in Zukunft gar nicht mehr braucht», so Graber. Nach der Besprechung der Statuten konnten sich Anwesende als Mitglieder einschreiben. Dies taten auch gleich 43 Personen.

Nicht ganz alle waren aber mit allen Punkten der Statuten einverstanden. Das Thema Geld sorgte für hitzige Diskussionen. So waren ursprünglich nur zwei Kategorien bei den Mitgliederbeiträgen vorgesehen: 40 Franken für natürliche Personen und 100 Franken für Juristische. «Nicht alle verdienen gleich viel», kam der Einwand aus dem Publikum. Alle hätten aber das Recht auf Kultur. Da dürfe es nicht am Geld scheitern. Vorgeschlagen wurde auch eine Gratis-Mitgliedschaft, die aber abgelehnt wurde, um «Missbrauchsfälle zu verhindern». Schliesslich einigten sich die Mitglieder auf die Einführung einer dritten Kategorie «Nicht- und Wenigverdienende» mit einer Beitragspflicht von 20 Franken.

Altersgemischter Vorstand

Schliesslich wurde der Vereinsvorstand einstimmig gewählt. Dabei sind Yves Stuber (Kolt-Gründer), Daniel Kissling (Coq d’Or-Geschäftsführer), Felix Wettstein (FH-Dozent, Oltner Gemeinderatsmitglied, Kantonsparlamentsmitglied Grüne), Jürg Meier (ehemaliger Lehrer) und als einzige Frau jedoch sogleich als Präsidentin Regina Graber (Kunstvermittlerin und -schaffende, Vorstandsmitglied Kunstverein Olten).

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