Rund ein Dutzend Personen wohnten dem Informationsabend in der Boninger Gemeindeverwaltung vom vergangenen Dienstagabend bei, veranstaltet vom Bienenzüchterverein Olten und Umgebung (BZO).

Ziel und Zweck des Abends war, den Anwohnern des Aarewegs und Sandmattenquartiers den Nutzen und die Bedeutung eines Lehrbienenstandes sowie die Funktion der Bienen in der Umgebung aufzuzeigen. Nach den einführenden Worten von Ex-Gemeindepräsident und Vereinsmitglied Ernst Rauber stellte Projektleiter und Berufsimker Robert Lerch aus Kappel das Konzept vor. Bienen nehmen Rang drei bezüglich Stellenwert bei den Nutztieren nach den Kühen und Schweinen ein – weltweit.

Das Bienensterben der letzten Jahre sowie der Neubau eines grösseren Lehrbienenstandes im Wallierhof in Riedholz – der alte musste deshalb weichen und wurde rückgebaut – habe den Verein veranlasst, in der Region Olten einen Standort zu suchen, an dem Interessierten die Welt der Bienen nähergebracht werden könne.

Fest für die Bevölkerung

Noch in diesem Monat wird der BZO das Baugesuch für den Lehrbienenstand auf dem Gelände der ARA Boningen einreichen. Den entsprechenden Vertrag hat der Gemeinderat an seiner letzten Sitzung einstimmig verabschiedet: Der BZO darf die Infrastruktur der ARA-Anlage nutzen. Maximal stehen den Kursteilnehmern fünf Parkplätze vor dem Gelände zur Verfügung.

Der Verein nützt den Lehrbienenstand nicht als Vereinslokal («Bienen vertragen den Lärm nicht», so Lerch) und übernimmt die Umgebungspflege (Rasen- und Heckenschnitt) auf dem Areal. Geplant ist, das Häuschen im Sommer aufzubauen und diesen im Herbst einzuweihen – im Rahmen eines Festes für die ganze Bevölkerung.

Der zwölf mal sechs Meter grosse, eingeschossige Holzbau ist in drei Räume aufgeteilt. In der Mitte finden 15 Bienenvölker ihren Platz, rechts und links davon befinden sich ein Schulungszimmer sowie ein separater Honigschleuder-Raum. «Mit unseren Kursen möchten wir die Aus- und Weiterbildung von Jungimkerinnen und -imkern fördern», erklärte Lerch. An den Kursen können maximal neun Interessierte an neun Halbtagen pro Jahr teilnehmen.

Seit 2006 wurden so bereits 48 Imkerinnen und Imker – der Frauenanteil ist etwa hälftig – nach den Richtlinien des Vereins deutschschweizerischer und rätoromanischer Bienenfreunde ausgebildet. «Wir setzen dabei auf Qualität und nicht auf Quantität, deshalb die Begrenzung der Teilnehmerzahl», erklärte der Projektleiter.

Schulklassen sind willkommen

Doch nicht nur Erwachsenen soll die Welt der Bienen nähergebracht werden, sondern auch Schulklassen. Für einen Besuch im Lehrbienenstand müsse entsprechend Zeit eingerechnet werden, stellte der Projektleiter in Aussicht.

Übrigens: Die Ausflugrichtung der Bienen wird nach Südosten, also gegen den Aareweg hin erfolgen. Doch Spaziergänger müssen sich keine Sorgen machen: «Ein rund 2,2 Meter hoher Lebhag wird den Aus- und Einflug der Bienen so lenken, dass Mensch und Tier nicht in Konflikt geraten», beruhigte Lerch. (mgt)

Weitere Infos finden sich unter www.bienen-so.ch unter dem Link «Lehrbienenstand». Dort wird auch laufend über die Fortschritte beim Aufbau orientiert.