Um dem Festprogramm genügend Zeit einzuräumen, wurde die ordentliche GV in rasantem Tempo abgehalten. Trotz des verringerten Vermögens in diesen schwierigen Zeiten, blicke man zuversichtlich in die Zukunft, so Präsident Roland Winiger.

Gleich vier Vorstandsmitglieder wurden verabschiedet. Patrizia Maag-Barbieri, Marianne Büttiker, Urs Winiger und Bruno Gervasoni wurde für ihre tatkräftige Unterstützung gedankt. Für neues Blut im Gremium werden der Kunstschaffende Markus Wyss und der Architekt Rolf Mettauer sorgen. Seinen eigenen Rückzug aus dem Vorstand begründete Roland Winiger mit den erreichten Grenzen seiner Belastbarkeit.

Mit Gabriele Bono als seine Nachfolgerin, die die Stadt und Kultur in Olten kennt wie ihre Westentasche und in den letzten Monaten unermüdlichen Einsatz gezeigt hat (Pro Kultur Olten und Petition für Kunstmuseum), übergebe er sein Amt an eine «noch bessere Präsidentin». Mit herzlichem und lang anhaltendem Applaus wurde sie in ihrer neuen Rolle bestätigt.

Satire, Plädoyers und Grussoworte

Als Moderator führte Rhaban Straumann, mit Untermalung der beiden Musiker Roman Wyss und Werner Hasler durch das Programm. Er bilde für den Anlass höchstens den «Bilderrahmen» und wolle Verknüpfungspunkte zum Kunstverein liefern. Aus seinem aktuellen Buch «Wolken melken» las er über den Abend verteilt satirische, teils bissige Auszüge. Die fiktive Diskussion um Friedrich Dürrenmatts Frage, ob Kultur etwas sei, das man retten könne, hatte es in sich und bildete den Boden für die folgenden Ansprachen.

Dass die drohende Schliessung des Kunstmuseums Olten auch in Zürich Wellen geworfen habe, bekundete der Präsident des Schweizerischen Kunstvereins Jean-Pierre Hoby. In seinem flammenden Plädoyer unterstrich er, dass eine Kleinstadt wie Olten zwingend ein eigenständiges Kulturleben brauche. Das gehöre zum Wohlfühlen dazu. In seiner Grussbotschaft untermauerte Landammann Peter Gomm den festen Platz des künstlerischen Schaffens im Kanton Solothurn. «Kunst ist unverzichtbar und Trägerin historischer Entwicklungen […]» Er dankte dem Kunstverein Olten für die unerlässliche Partnerschaft, die entscheidend sei für die Vermittlung von Kunst und zog den Hut vor dessen Aktivitäten in den letzten 100 Jahren.

Die Meinung, dass die Kultur in Olten ihren Stellenwert haben solle und nicht wegzudenken sei, vertrat auch Stadtpräsident Martin Wey. Als Geschenk überreichte er dem Kunstverein einen namhaften Betrag als Zustupf und sicherte ihm das Gastrecht im Stadthaus nach vollendeter Sanierung zu. Festredner Peter Killer blickte humorvoll und tiefsinnig auf 100 Jahre Kunstverein Olten zurück und hob die urpersönlichen Anliegen der Authentizität von Kunstwerken und der freundschaftlichen Beziehungen zu den Kunstschaffenden hervor.

18'000 Franken eingenommen

Wie bereits zum 75-Jahr-Jubiläum wurde im Anschluss eine Kunst-Auktion durchgeführt. Regionale Kunstschaffende hatten dafür 25 Werke zur Verfügung gestellt. Es wurde munter geboten und überboten, so dass am Ende ein beträchtlicher Betrag von über 18'000 Franken zusammenkam (40% zugunsten des KVO, 60% an KünstlerInnen).

Zum Abschluss bedankte sich die frischgebackene Präsidentin Gabi Bono für die guten und beflügelnden Worte aller Redner und den zupackenden Elan der Mitglieder des Kunstvereins. Was am Ende bleibt, ist das Wissen darum, dass Olten seine Kunst und Kultur braucht und darauf nicht verzichten kann und wird.