Die Flurgenossenschaft Landumlegung Region Olten biegt auf die Zielgerade ein. «Wir können nun wirklich in die Endphase eintreten», fasste Präsident Max Zülli seinen Jahresbericht zusammen. Gleichzeitig antwortete er auf die Kritik, warum es bei der Flurbereinigung nicht schneller vorwärts gehe. Solche Güterregulierungen dauern allgemein lange, andernorts oft 20 bis 30 Jahre. Bei der Neuzuteilung sind nicht weniger als zwölf Verfahrensschritte einzuhalten, so die Vermessung, die öffentliche Publikation und die Behandlung der allfälligen Einsprachen. Dieser Weg über die Instanzen kostet Zeit.

Auslöser für die Neuordnung der Besitzverhältnisse war der Bau der Umfahrungsstrasse Olten. Damals, vor 14 Jahren, war das rund 500 Hektaren umfassende Landumlegungsgebiet in 1200 teils kleinflächige Parzellen zerstückelt. Heute sind es noch 400 Parzellen, welche von 22 Landwirten in den Gemeinden Gunzgen, Hägendorf, Kappel, Olten, Rickenbach und Wangen bewirtschaftet werden.

Flurwege und Drainagen saniert

Im Rahmen der Landumlegung wurden nicht weniger als 113 Flurwege aufgehoben, saniert oder neu angelegt, was einer Strecke von 25 Kilometer entspricht. Nun sind lediglich noch Optimierungen wie Wasserrinneneinbauten vorzunehmen. Wie der Technische Leiter Reto Meile berichtete, sind mittlerweile auch die Drainagen alle ausgeführt.

Ausstehend sind noch Bereinigungen bei der Neuzuteilung von Parzellen, das Setzen der Marksteine und die Schatzung der rund 1000 Obstbäume und der Leitungsmasten. Mit dem Eintrag auch der Dienstbarkeiten im Grundbuch und der Tilgung sämtlicher Kosten wird das Projekt abgeschlossen.

Die von Kassier Rolf Zimmermann vorgestellte Jahresrechnung 2018 schliesst bei Ausgaben von 328'000 Franken und Einnahmen von 240'000 Franken mit einem Defizit von 80'000 Franken ab. Die 24 anwesenden Genossenschafter verabschiedeten die Rechnung mit 13 Ja bei immerhin 11 Enthaltungen.

Zu Deckung der Kosten beantragte der Vorstand, dieses Jahr bei den Grundeigentümern einen A-conto-Beitrag von 2 Franken je Are zu erheben. Seit Beginn sind bisher 26 Franken AreBeiträge mit einem Total von rund einer Million Franken verrechnet worden. Die Versammlung hiess den Antrag mit 17 Stimmen gut.

Einerseits bezahle die Mehrheit der Genossen die Are-Beiträge pünktlich, stellt Präsident Zülli fest; andererseits seien inzwischen doch 113'000 Franken ausstehend. Um die säumigen Schuldner besser zu motivieren, beantragte er, einen Verzugszins von 5 Prozent ab dem Fälligkeitsdatum zu verrechnen. Die Versammlung stimmte auch diesem Antrag mit 12 Ja bei 8 Nein zu.

Kostenlücke schliessen

Nun ist das Ende der Landumlegung Region Olten absehbar. Der Kostenrahmen von 10,5 Mio. Franken wird voraussichtlich unterschritten, hielte Präsident Max Zülli fest. Nach Abzug der Subventionen von Bund und Kanton bleibt ein Bilanzfehlbetrag von rund 2 Mio. Franken.

Die Kontrollstelle wies bei der Prüfung der Buchführung darauf hin, dass bei den Profitierenden von Vorteilen Beiträge geltend zu machen sind. Für solche Vorteilsbeiträge kommen die Einwohnergemeinden infrage, welche durch das Landumlegungsprojekt zu einem tadellos neuen Wegenetz gekommen sind. Zudem ist der zu erwartende Fehlbetrag auch über den Restkostenverteiler bei den Genossenschaftern zu tilgen.