Zum Schluss werden alle im Rampenlicht stehen. «Es ist jeweils das Highlight des Abends, wenn sämtliche Akteure auf die Bühne kommen und im Gesamtchor gemeinsam ‹Kamerade› singen», freut sich Präsident René Beck. Es treten dann nicht nur die Sängerinnen, Sänger, Schauspielerinnen und Schauspieler des Jodlerklubs Gunzgen auf, sondern auch die Gäste im Saal werden für das bekannte Abschlusslied nach vorne kommen und mitsingen. Die Mitglieder des Vereins präsentieren sich dabei erstmals in ihren neuen, mit dem eigenen Edelweiss-Klublogo und dem Schriftzug am Kragen bestickten Jodlerblusen und –hemmli.

Doch zuvor bietet der Jodlerklub Gunzgen ein volles Programm. An seinem traditionellen Heimatabend bringt er eine dreiteilige Darbietung auf die Bühne der Rüeblihalle. Unter der Leitung von Dirigent Marcel Heutschi werden die achtzehn Tenöre und Bässe zusammen mit je zwei Sopran und Altstimmen einen Reigen von Jodelliedern vortragen. Zur Eröffnung des Abends laden sie gesanglich an den «Jodlertisch» von Fred Kaufmann ein. Anschliessend wird der 1930 gegründete Jodlerklub Gunzgen das Publikum mit volkstümlichen Weisen wie «En Älplertroum», «Summer-Juitz», dem «Nachbuebelied» und «Mier nämid nu eis!» erfreuen, bevor zum Abschluss alle im Saal, die «jutzen» mögen, im Gesamtchor «Kamerade» anstimmen. Die Palette der Gesangsvorträge wird das Schwizerörgelitrio Aaregruess mit lüpfigen Farbtupfen bereichern.

Zum Gunzger Heimatabend gehört jeweils auch, dass die Theatergruppe des Jodlerklubs im zweiten Teil des Abends für komödiantische Unterhaltung sorgt. Hier wirken auch die Jodlerinnen Rita Bürki und Cornelia Stelzer sowie Bruno Fürst und der singende Präsident René Beck in komischen Schauspielrollen mit. Unter der Regie von Bruno Fürst führen die sieben Theaterleute den Schwank «’s Chrämerhuus vo Chrottewil» auf. Dabei steht Bruno Fürst in der Doppelfunktion von Spielleiter und Akteur auf der Bühne, während die Präsidentengattin Ruth Beck als Souffleuse den Darstellern mit einem Stichwort über eine allfällige Gedächtnislücke hinweghilft. Das Lustspiel in zwei Akten von Josef Brun nicht ein aktuelles Thema auf, das Lädelisterben.

Dem Dorfladen hat das letzte Stündlein geschlagen. Die Witwe Zehnder (Monika Plüss), die das Chrämerhuus  in Chrottewil mit ihrer Tochter Silvia (Cornelia Stelzer) als Aushilfe seit fünf Generationen betreibt, wird in vierzehn Tagen den Schlüssel der Ladentüre endgültig drehen. «Die Zeiten haben sich geändert», muss sie feststellen, «die Leute fahren lieber ins Einkaufscenter». Noch bleiben einige alte Kundinnen und Kunden dem Chrämerhuus treu, so die alten Damen Rösi Bluem (Vreni Fürst) und Olga Muggli (Rita Bürki) sowie der verwahrloste Dorfschelm Mandi Wigger (Bruno Fürst). Auf Mandi würde das Lädeli allerdings gerne verzichten: Er klaut, was er kann.

Und nach wie vor kommen der Metzger Fredy (René Beck) und der Bäcker Bruno (Philipp Studer) jeden Montag auf ihrer Kehrrunde in den Tante-Emma-Laden, um ihre Produkte zu liefern, aber auch, weil sie ein Auge auf Silva geworfen haben. Nicht nur deshalb, sondern weil auch sie eine Kundschaft verlieren, planen sie, den Dorfladen zu retten. Das geht nicht ohne Turbulenzen, und das überraschende Ende sei hier nicht verraten. Bis es aber so weit ist, sorgen die spielfreudigen Theaterleute für beste Unterhaltung.


Heimatabend des Jodlerklubs Gunzgen, Samstag, 23. März, 19.30 Uhr in der Rüeblihalle, Türöffnung 18 Uhr zum Nachtessen; Eintritt 15 Franken