Der Entscheid von Rainer Schmidlin (CVP, 54-jährig, 2 Amtsperioden), sich ein weiteres Mal zur Verfügung zu stellen, ist noch jung. «Erst vor wenigen Tagen habe ich den Parteivorstand an einer gemeinsamen und einvernehmlichen Sitzung wissen lassen, dass ich für eine dritte Amtszeit zur Verfügung stehe», so Schmidlin. Er findet, in Kappel arbeite das Gemeinderatsteam ausserordentlich gut zusammen. «Das macht einen solchen Entscheid sicher einfacher», so Schmidlin.

Ein konstruktives Klima

Ganz sicher tritt der amtsälteste Gemeindepräsident im Untergäu, Hugo Kissling, Fulenbach, nicht wieder zur Legislatur 2017 bis 2021 an. «Ich finde, 20 Jahre sind genug», so der 69-jährige. Dass er überhaupt so lange im Amt geblieben sei, habe vor allem mit den konstruktiven, angenehmen Verhältnissen im Rat und im Dorf zu tun. «Wenn ich etwa mit andern Amtskolleginnen und -kollegen vergleiche, dann muss ich sagen: Wir haben in Fulenbach ein sehr angenehmes Klima.»

Mit Kisslings Verzicht auf eine abermalige Kandidatur könnte die CVP im Dorf erstmals seit Menschengedenken das Präsidialamt an eine andere Partei abgeben müssen. Das nimmt Fulenbachs Gemeindepräsident mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. «Es geht in erster Linie ja nicht um Partei-, sondern um Sachpolitik,» resümiert er kurz.

Auch für Wangens Gemeindepräsident Beat Frey (56) geht die 14-jährige Amtszeit im kommenden Jahr zu Ende. «14 Jahre sind doch eine runde Sache», meint der Freisinnige. Frey hat seinen Verzicht schon vor längerer Zeit öffentlich gemacht und geht davon aus, dass nun hinter den Kulissen Vorkehrungen um seine Nachfolge getroffen werden. «Ich halte mich in dieser Angelegenheit allerdings vornehm zurück», lacht er.

Die Suche nach einem Nachfolgekandidaten oder einer -kandidatin dürfte nicht allzu schwierig sein, wie er findet. «Klar wird das Besetzen öffentlicher Ämter zunehmend schwierig, aber in einer Gemeinde mit mehr als 5000 Einwohnern dürfte ein solches Nebenamt durchaus noch zu besetzen sein», meint der als Oberrichter tätige Frey.

Vielleicht grössere Pensen

Hierin sieht der nicht mehr kandidierenden Hägendörfer Gemeindepräsident Albert Studer (55, SVP) allenfalls eine Schwierigkeit: «Das Amt ist sicher anspruchsvoll und es ist von Vorteil, über die notwendige berufliche und vor allem zeitliche Flexibilität zu verfügen», meint er. Vielleicht, müsste man das Präsidium aufstocken und mit weiteren Gemeindeaufgaben verquicken.

In Hägendorf ist die Aufgabe mit etwa 30 Prozent und 50 000 Franken als Fixum dotiert. Seinen Rücktritt nach zwei Amtsperioden erklärt er mit der Tatsache, diesen bereits zu Beginn der laufenden Amtsperiode bekannt gegeben zu haben. «Ich war früher mal für eine Amtszeitbeschränkung. Da kann ich ja nicht unverhältnismässig lange im Amt bleiben, auch wenn ich gerne gestehe, dass wir im Rat bis im Herbst letzten Jahres ein ausgesprochen gutes Verhältnis pflegten und die erreichten Ziele gemeinsam verwirklichten.»

Insofern liesse sich bei Studer allenfalls ein Bedauern über seine Nichtkandidatur erkennen. Auf die derzeitigen schulischen Probleme angesprochen aber meint der Unternehmer: «Die hätten mir bei einem Wahlgang sicherlich Schwierigkeiten bereitet.»