Bei der öffentlichen Mitwirkung zum Nutzungsplanverfahren Bahnhof-Nord sind 14 Stellungnahmen eingegangen. Ihr Grundtenor ist positiv: Die Absicht, auf dem zentral und bahnhofnah gelegenen Areal einen urbanen neuen Stadtteil zu schaffen, wird allseits unterstützt. Gegenstand von Vorschlägen waren vor allem die Themen Belebung, Freiraum, Erschliessung, Energiestandard sowie die Vernetzung mit den anderen Stadtteilen und die Koordination mit den benachbarten Planungen Bahnhofplatz und Andaare.

Der erste Schritt zum neuen Quartier ist auf der Basis eines eisenbahnrechtlichen Verfahrens bereits seit vergangenem Jahr in Umsetzung: 2015 wird ungefähr in der Mitte des Areals eine der schweizweit vier Betriebszentralen der SBB in Betrieb genommen. Von hier aus werden künftig 350 Mitarbeitende den Bahnverkehr der Region Mitte steuern.

Für das übrige Areal wird derzeit ein Nutzungsplanverfahren – Teilzonenplan und Gestaltungsplan sowie kantonaler Erschliessungsplan – durchgeführt. Der Gestaltungsplan legt die Rahmenbedingungen für die Nutzung fest. Im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens, zu dem auch eine Ausstellung vor der Sommerpause gehörte, erhielten dabei die Bevölkerung, die politischen Parteien und weitere interessierte Organisationen Gelegenheit, sich über die Planung zu informieren und dazu Stellung zu nehmen.

Die Gelegenheit zur Mitwirkung wurden von politischen Parteien, von Vereinen und Privaten genutzt. Insgesamt gingen 14 Stellungnahmen ein. Sie wurden im Kernteam geprüft und beantwortet. Soweit sie Inhalte des laufenden Gestaltungsplanverfahrens betreffen, wurden sie nach Möglichkeit berücksichtigt und führen nun im weiteren Prozess zu entsprechenden Anpassungen des Planungsdossiers. Anliegen, welche das laufende Verfahren nicht unmittelbar betreffen, stehen den zuständigen Behörden im Sinne von Materialien beziehungsweise von Anregungen zur Verfügung. Die öffentliche Planauflage ist Anfang 2014 geplant.

Belebung ist ein grosses Anliegen

Der Grundtenor der Mitwirkungseingaben ist eindeutig positiv. Die Ansicht, auf dem zentral und bahnhofnah gelegenen Areal einen urbanen neuen Stadtteil zu schaffen, wird allseits unterstützt und als Konkretisierung der Stadtentwicklung gewürdigt, wie sie die übergeordnete Richtplanung des Kantons vorzeichnet. Besonders hervorgestrichen werden dabei die hohe Dichte, der Nutzungsmix sowie die gute öffentliche Zugänglichkeit. Gegenstand von Vorschlägen waren vor allem das Anliegen der Belebung, die Qualität des Freiraums bzw. des Boulevards im Innern des Stadtquartiers, Fragen der Erschliessung und des Langsamverkehrs, der Stadtintegration beziehungsweise der Vernetzung mit anderen Stadtteilen und der Koordination mit den benachbarten Planungen Bahnhofplatz und Andaare sowie der Energiestandard. Nebst den lokalen Aspekten werden auch Fragen der übergeordneten Stadtentwicklung angesprochen.

Hauptwerkstätte still gelegt

Seit der Erweiterung des SBB-Industriewerks Tannwald an der Industriestrasse 2005 wurde die 1855 errichtete Hauptwerkstätte beim Bahnhof an der Gösgerstrasse Schritt für Schritt stillgelegt. Ebenfalls in Etappen soll nun auf dem Areal Bahnhof Nord an zentralster Lage unmittelbar neben dem Bahnhof Olten das neue Stadtquartier mit einem Nutzungsmix aus Retail, Gewerbe, Dienstleistungen und Wohnen entstehen, mit rund 2000 Arbeitsplätzen und 300 Bewohnerinnen und Bewohnern. Das Areal in Gleisnähe ist geeignet, um verdichtet in die Höhe zu bauen und einen deutlichen städtebaulichen Akzent, vor allem auch gegenüber dem Bahnhofplatz, zu setzen. Geplant sind insgesamt sechs grossvolumige Bauten mit einer Höhe von bis zu 46 Metern beziehungsweise bis zu 13 Geschossen. Die Silhouette wird das Stadtbild nachhaltig prägen. (sko)