Olten

Der Final des Oltner Kabarettcastings bot Unterhaltung der feinen Art

Von link Claude Schoch, Gewinner Jan Rutishauser und Rainer von Arx Hr. Aeschbacher

Von link Claude Schoch, Gewinner Jan Rutishauser und Rainer von Arx Hr. Aeschbacher

Kabarett-Castingsieger Jan Rutishauser aus dem Thurgauischen setzte sich gegen die Duos Interobang und Die2 durch. Dabei waren auch feine Töne den Kandidaten fremd.

Wenn es um einen Final geht, darf man mit hochstehenden Darbietungen rechnen, treffen sich doch die Besten. Das ist nicht nur im Sport so, auch der Finalabend des zweiten Kabarettcastings bot Unterhaltung vom feinsten.

Zwei Duos, Interobang und Die2 und der Einzelkünstler Jan Rutishauser kämpften um den Sieg. Simon Chen führte durch den Abend. Heute finde ein schweizerisches Bayern gegen Dortmund statt.

Fondueevangelium – Sweet and Sour

Das Duo Interobang, Valerio Moser und Manuel Diener, eröffnete den Final. Unter dem Motto «Schweiz ist geil» führten sie das Publikum quer durch die Schweiz. Die Beiden beherrschen den Rap und die Slam Poetry.

Aber auch die feinen Töne sind ihnen nicht fremd. Witzig anzuhören war das Fondueevangelium: «Am Anfang war die Milch, und die Milch war von der Kuh.». Die beiden beherrschen ihr Handwerk, bewundernswert war die Schnelligkeit, mit der sie absolut synchron rappten.

Das Duo «Die2», Charlie Fischer und Jean-Luc Pfisterer, spielten mit der Sprache und den Klischees einer Mischehe. Die stets lächelnde Philippinerin will sich einbürgern lassen und kämpft sich tapfer durch den offiziellen Fragebogen.

Auch wenn die Klischees zuweilen überstrapaziert werden: Die beiden spielen und singen sich in die Herzen des Publikums. «Zuerst das Fressen und dann der Choral», ein multikulturelles Programm mit feinen Zwischentönen.

Tragik eines Ostschweizers

Jan Rutishauser, Thurgauer wider Willen, stellte sich als Letzter dem Publikum. Seine Wortspiele sind anspruchsvoll, aber nie abgehoben. «Urzeit, Eiszeit, Steinzeit – allzeit bereit» mit viel Pantomimik und Wortwitz erklärte er die Evolution.

Nur sein Thurgauerdialekt macht ihm zu schaffen. «Wir Thurgauer sind auch Menschen, auch wenn es nicht so tönt». Er beherrscht nicht nur das Spiel mit den Worten und der Sprache, auch Gestik und Mimik waren vom von höchster Qualität.

Damit wusste er das Publikum wie die Fachjury zu überzeugen. Allerdings schien er es kaum fassen zu können, als Chen ihn als Sieger erklärte.

Neben dem Preisgeld wird er für die Erarbeitung eines abendfüllenden Programms einen Coach zur Seite haben. Roland Suter vom Teufelhof in Basel wird ihm in den nächsten Monaten zur Seite stehen.

Bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, dass Rutishausers Programm erst im letzten Herbst entstand. Auf seinen Auftritt an den nächsten Kabaretttagen darf man gespannt sein.

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