Solothurner Cup

Der FC Olten gewinnt den Solothuner Cupfinal

Wie lange die Oltner sich als Cupsieger feiern können, bleibt ungewiss. HPS

Wie lange die Oltner sich als Cupsieger feiern können, bleibt ungewiss. HPS

Der FC Olten schlägt im Final um den Solothurner Cup GS Italgrenchen mit 2:0. In einem intensiven Spiel zwischen den beiden Zweit-Ligisten setzte sich letztendlich die spielbestimmendere Mannschaft durch.

Es war ein tolles Fussballfest auf dem Mittleren Brühl in Solothurn. Der Solothurner Cupfinaltag wurde durch den SC Blustavia sensationell gut organisiert, und der grosse Final zwischen Italgrenchen und Olten war der erwartete, krönende Abschluss. Es trafen die beiden fussballerisch besten Mannschaften der Solothurner 2. Liga aufeinander, und entsprechend war der Match sportlich hochklassig.

Bereits mit dem ersten Angriff bot sich Hasan Osaj eine Chance, Olten in Führung zu schiessen. Und in diesem Rhythmus ging es weiter. Italgrenchen hatte Mühe mit dem filigranen Kurzpassspiel der Oltner. Ausgerechnet, als sich das Geschehen auszugleichen begann, da wurde Saban Jakupovic im Strafraum freigespielt, und der kaltblütige Goalgetter liess sich das 1:0 nicht entgehen.

Olten feierte ausgelassen

Auch Italgrenchen zeigte schöne Kombinationen, aber die Lücke zwischen Mittelfeld und Sturm war zu gross. Die FCO-Verteidigung, wie gewohnt durch Mario Panzeri magistral dirigiert, fing die Angriffe immer wieder ab, bevor sie die Gefahrenzone erreichten. Ganz anders die Oltner Angriffe, die immer gefährlich waren. Nach knapp einer Stunde erhöhte Luca Schifferle gekonnt auf 2:0. In der 79. Minute hatte er auch das 3:0 auf dem Fuss. In der 85. Minute unterstrich noch ein Lattenknaller von Jakupovic, dass der Sieg verdient war.

Die Oltner feierten ausgelassen den verdienten Sieg. Spielmacher Hasan Osaj wurde kalt geduscht, als er gerade den fliegenden Reportern vom «Blusti TV» ein Interview gab, und beim Mannschaftsfoto bekam dann auch noch Trainer Fredy Schmid sein unerwartetes Bad.

Die Freude war ehrlich und ungebremst, und dass den Oltnern vermutlich in den nächsten Tagen der Cupsieg wieder aberkannt wird, daran dachte in diesem Moment keiner. Denn der FC Olten, der seit vielen Jahren unter gewaltigen finanziellen Sorgen leidet, ist seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Schweizer Fussballverband SFV nicht nachgekommen und wurde deshalb mit einem Boykott belegt.

Es sind exakt 701 Franken, die der FCO zu spät bezahlt hat. Der Boykott des SFV bedeutet eigentlich, dass der FC Olten von allen offiziellen Spielen und Veranstaltungen ausgeschlossen ist. Der Solothurner Teilverband SKFV wollte seinen Cupfinaltag nicht ins Wasser fallen lassen und bat Italgrenchen, nicht auf einem Forfaitsieg zu bestehen, sondern trotzdem anzutreten.

Ital verdient Fairnesspreis

Die Grenchner wollten sich das einmalige Erlebnis, vor rund 800 Zuschauern einen grossen Final bestreiten zu können, nicht entgehen lassen. Sie lebten den Fairplay-Gedanken und traten an. Die Niederlage gegen einen wirklich starken Gegner nahm Ital sportlich hin, die Grenchner zeigten auch in diesem schwierigen Moment Grösse. Nach der Medaillenübergabe war dann aber ihr Vizepräsident Silvano Lombardo bitter enttäuscht von der Spitze des Solothurner Verbandes: «Bei der Pokalübergabe gab es kein Wort des Dankes vom SKFV. Unser faires Verhalten wurde nicht einmal erwähnt.»

Gespannt darf man nun auf die Reaktion des Schweizer Fussballverbandes sein. Schliesslich hat sich der Solothurner Teilverband aktiv, wissentlich und willentlich über den gegen Olten verhängten Boykott hinweggesetzt.

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