Premiere

Der erste Garage Sale: Kappel ist vom amerikanischen Flohmarktfieber gepackt

Organisationstrio: von links Cécile Meyer, Eveline Hirschi und Ruth Baumann mit dem speziellen Logo der Veranstaltung.

Organisationstrio: von links Cécile Meyer, Eveline Hirschi und Ruth Baumann mit dem speziellen Logo der Veranstaltung.

In Kappel findet am Samstag der 1. Garage Sale der Geschichte statt; der Flohmarkt mit amerikanischem Gepräge hat 3 Frauen zur Mutter.

«Irgendeinmal ist genug geredet», haben sich die drei Frauen gedacht. Und die Sache auf die Beine gestellt. Mit der Sache ist der grosse Garage Sale gemeint, der am kommenden Samstag, 8. August ab 09 Uhr in Kappel über die Bühne geht. Und die drei Frauen: Das sind Ruth Baumann, Eveline Hirschi und Cécile Meyer, allesamt schon seit Jahrzehnten in Kappel wohnhaft. Ruth Baumann ginge auch als Urkappelerin durch. «Ich bin hier aufgewachsen», sagt sie. Und dem Dorf immer treu geblieben. Und weil das Trio zudem mit einem Flair für Flohmärkte ausgerüstet ist, solche auch ab und an besucht, lag die Idee des Garage Sale zwar nicht wirklich «am Wegesrand», wie man so schön sagt. Aber auch nicht meilenweit entfernt.

Viele wollen in Kappel verkaufen

«Wir waren selber überrascht, dass sich so viele aus Kappel für die Veranstaltung angemeldet haben», sagt Ruth Baumann. Die beiden anderen Frauen nicken. Knapp 30 Parteien machen mit; verstreut übers ganze Dorf, lässt sich sagen. Wirklich grosse Aktionen dafür brauchte es nicht, meinen Eveline Hirschi und Cécile Meyer. Ein Flugblatt samt Anmeldetalon. Basta. Mehr Werbung falle hingegen auf das Bekanntmachen des Anlasses für interessierte Besucher: zwei, drei Inserate, ein Auftritt auf der Homepage der Gemeinde, und schliesslich die klassische Mundpropaganda; fertig.

Für die Auslagen im tiefen vierstelligen Bereich kamen im Wesentlichen Sponsoren auf, die allermeisten aus dem Dorf selbst. «Jetzt wünschen wir uns natürlich, dass auch viele Auswärtige den Garage Sale besuchen», räumt Cecile Meyer ein. Denn das Frauentrio hat wirklich an alles gedacht. Selbst an Parkplätze gleich hinter dem «Kreuz», wo sonst die Chilbibesucher im Herbst einen Platz für ihren Wagen finden. Aus dem Fundus wurde gar ein hübsches Parkschild hervorgeholt.

Und auch Verpflegungsstellen sind reichlich zu finden. Sämtlich Restaurants im Dorf sind dabei, die Metzgerei Friedli und der Dorfbeck. «Wir haben wirklich keine Ahnung, wie viele Gäste den Garage Sale besuchen werden», gesteht Ruth Baumann. Aber vorgesorgt hat das Trio in jeder Hinsicht.

Allerlei in seiner buntesten Vielfalt

Antike Möbel, Spielsachen, Retro Technik, Vintage, Shabby Chic. Kinderartikel, Fitnessgeräte, uralte bis neue Radios, Sachen aus dem Inventar des Restaurants Frohsinn: Solches und mehr hält die Veranstaltung bereit. Auch «Russische Gegenstände» finden sich im Sortiment, eine geheimnisvolle Ansage. «Wir wollten die Aktion eigentlich schon im Mai durchziehen», sagt Cécile Meyer. Aber dann kam die Coronakrise und aus der Idee, die sich in der Altjahreswoche letzten Jahres konkretisierte, wurde vorerst nichts.

Dafür kamen durch die ­erzwungene Pause weitere zehn Mitwirkende dazu. «Die Veranstaltung passt eigentlich ganz gut in diese Zeit», findet Ruth Baumann. Die Besucher ­konzentrierten sich nicht an einem Ort. Und an jeder Verkaufsstelle stehe Desinfektionsmittel zur Verfügung. Auch der Hinweis auf die Einhaltung der Abstandsregel fehlt nicht.

Eine veritable Erstauflage am Samstag

Er ist eine Premiere, der Garage Sale in Kappel. Und es soll nicht bei der einen Austragung bleiben. «So alle zwei Jahre, haben wir uns gedacht, lassen wir die Aktion laufen», gibt Eveline Hirschi zu verstehen. Wäre auch schade, würde das Logo, entstanden im Umfeld der Organisatorinnen, nur einmal Verwendung finden. «Das Logo ist super gut gemacht», kommentiert das Trio unisono.

Und jetzt aber: Hand aufs Herz: Was würden die drei Frauen aus Kappel denn, bei aller Begeisterung für den Garage Sale, selbst nie hergeben? «Den Leiterwagen etwa», meint Ruth Baumann spontan. «Dinge mit hohem Erinnerungswert», so Eveline Hirschi. Und Cécile Meyer meint lachend: «Ach, und ich würde ein altes Grammophon behalten.»

Hinweis

Garage Sale Kappel, Sa, 8. August 2020, 09 bis 16 Uhr; www.kappel-so.ch

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Autor

urs huber

urs huber

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