Jetzt hat es den EHC Olten also auch zu Hause erwischt. Nachdem man den ersten Playoff-Halbfinal gegen Ajoie im Penaltyschiessen noch in extremis auf die eigene Seite hatte kippen können, waren die Gäste am Dienstagabend der verdiente Sieger nach 60 Minuten. «Heute waren sie ganz einfach besser, das ist ein Fakt», fasste Romano Pargätzi den überhaupt nicht wunschgemäss verlaufenen dritten Vergleich mit dem HC Ajoie zusammen. Schwarzmalen wollte der EHCO-Verteidiger deswegen aber nicht. Obwohl man sehr wohl wisse, dass man nicht gut gespielt und der Gegner den zweiten Punkt absolut verdient habe. «Es ist ein Spiel, es steht 2:1. Es ist noch alles offen.»

Die Oltner könnten mehr

Bis die Dreitannenstädter vor eigener Kulisse in die Partie fanden, vergingen gut neun Minuten. Als Martin Ulmer jedoch die erste zwingende Torchance eiskalt zum 1:1-Ausgleich nutzte, drehte der bis dahin garstige Wind im Kleinholz. Die klar unterlegenen Oltner fanden wie aus dem Nichts zu dem Spiel, mit dem sie in der NLB jeden Gegner dominieren können. Mit schnellem und präzisem Powerhockey wussten sie ihren Gegner zu überfordern und zu Strafen zu verleiten. Allein, sie vermochten aus einer zweiminütigen doppelten Überzahl keinen Profit zu schlagen, weshalb es auch nach zwanzig gespielten Minuten noch immer unentschieden stand.

Alle Highlights und Tore von PO-Halbfinal-Spiel Numer drei zwischen dem EHC Olten und dem HC Ajoie

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Die Hoffnung, der EHCO könnte im weiteren Verlauf des Spiels an diese Druckphase anknüpfen, zerschellte dann aber ziemlich rasch im mittleren Abschnitt. Zwar tauchte mit der fehlenden Kaltblütigkeit vorerst bloss ein altbekanntes Oltner Problem auf. Nach dem frühen 2:1-Führungstreffer von Kevin Ryser drückten die Powermäuse für einige Minuten vehement auf den Ausgleichstreffer, blieben aber erfolglos.

Zu verspielt, zu unsortiert und zu wenig konsequent verhielten sich die Mannen von Trainer Heikki Leime vor dem gegnerischen Tor. Gleichzeitig blieben die Jurassier durch schnell ausgeführte Konter brandgefährlich und erteilten den Gastgebern eine Lehrstunde in Sachen Effizienz. Wenige Minuten vor Ende des zweiten Drittels bezwang Ajoie-Captain Jordane Hauert den machtlosen Matthias Mischler mit einem satten Schuss unter die Latte.

«Es war ganz einfach nicht unser Tag»

Einerseits spielte die Mannschaft von Heikki Leime nicht so schlecht, wie es das Resultat vermuten lässt, andererseits machte es den Anschein, als fänden die verzweifelnden Oltner Spieler kein wirkungsvolles Konzept gegen das aggressive und spielzerstörende Auftreten des Gegners. Romano Pargätzi verneinte zwar, dass man mit zu viel Respekt oder gar ängstlich agiert habe. «Wir hatten zuvor zwei ausgeglichene und enge Spiele, heute spielten wir wirklich nicht unser Spiel. Deshalb haben sie verdient gewonnen.»

Dies deshalb, weil die Gastgeber auch im letzten Abschnitt nicht besser ins Spiel fanden. Statt selber zu agieren und Chancen zu kreieren, musste man reagieren. Zuerst auf das 1:4 in der 52. Minute, wobei Reto Kobach, knapp fünf Minuten vor dem Ende, mit dem zweiten Oltner Treffer noch einmal so etwas wie Hoffnung zurück ins Spiel brachte. Mit einem Treffer ins leere Tor sorgte dann aber Jonathan Hazen endgültig für klare Verhältnisse und den deutlichen 5:2-Sieg für die Gäste aus dem Jura.

Damit liegen die Oltner erstmals in diesen Playoffs im Hintertreffen. «Wir müssen jetzt ganz einfach mehr Energie aufs Eis bringen», ortete Pargätzi den entscheidenden Schwachpunkt. «Sie waren uns läuferisch überlegen, machten mehr Druck, kreierten mehr Chancen. Weshalb uns das nicht auch gelang – es war ganz einfach nicht unser Tag.»

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