Eishockey NLB

Der EHC Olten lässte gegen Thurgau Punkte leichtfertig liegen

Oltens Diego Schwarzenbach wird unsanft abgeblockt.

Oltens Diego Schwarzenbach wird unsanft abgeblockt.

Olten kassiert beim HC Thurgau eine unerwartete 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen. Die Oltner retteten sich in einer Partie, welche sie über weite Strecken im Griff hatten, in extremis ins Penaltyschiessen, das sie dann prompt verloren.

Die Szene war irgendwie sinnbildlich für den Auftritt der Oltner im schmucken Eisstadion in Weinfelden: Irgendwie schaffte es EHCO-Topscorer Marco Truttmann praktisch mit der Schlusssirene, den Puck nicht am stark aufspielenden Sandro Zurkirchen im HCT-Tor vorbeizubringen. Und das sollte sich rächen. Die Oltner retteten sich in einer Partie, welche sie über weite Strecken im Griff hatten, zwar ins Penaltyschiessen, doch dort erwiesen sich die Gastgeber als kaltblütiger. Für Thurgau waren es die ersten Punkte in dieser Saison, für die Gäste eine ärgerliche und unnötige Niederlage.

Dabei wäre alles angerichtet gewesen für die Punkte sieben bis neun für den EHCO. Die Thurgauer begannen die Partie bedenklich schwach, praktisch kein Pass nach vorne fand seinen Abnehmer. So setzten die Gäste in den ersten zehn Minuten die Akzente, bereits nach einer Minute durch Truttmann und Fretter oder mit einer feinen Einzelleistung Grassis nach acht Minuten. Zu diesem Zeitpunkt stand es freilich bereits 1:0 für den EHCO, nutzte doch Schild einen der zahlreichen Aussetzer der Gastgeber in der neutralen Zone für einen Solovorstoss und dem erfolgreichen Abschluss (3.).

Die Gäste setzten die Akzente

Dass es aber auch vor Kropf zuweilen gefährlich wurde, wenn vorne zu wenig exakt gearbeitet und im Rückwärtsgang zu wenig konsequent zur Sache gegangen wurde, zeigte die 14. Minute, als Devin Muller das 1:1 gelang – sehr zum Unmut von Trainer Scott Beattie. Dieser sah seine Farben zwar in der Folge wieder vermehrt in Puckbesitz, doch der Schwung aus den ersten zehn Minuten war weg. Mehr noch: Nach einem happigen Doppelschnitzer des ersten Verteidigerpaares hätten sich die Gäste über einen Rückstand nicht beklagen können – der zwei Sekunden vor Drittelsende dennoch Tatsache wurde. Ronny Keller sorgte dafür, dass Paratis 2-Minuten-Strafe wegen Hakens bereits nach 14 Sekunden zu Ende war.

Mit Vollbestand ging es in Abschnitt zwei, in welchem der Ausgleich nur eine Frage der Zeit schien. Nach 26 Minuten beispielsweise, als sowohl Fretter mit seinem Solo als auch Truttmann oder Aeschlimann der krönende Abschluss verwehrt blieb. Den Einheimischen gelang es in dieser Phase zu keinem Zeitpunkt, auch nur ansatzweise für Gefahr vor Kropf zu sorgen. Immer wieder unterbanden sie ihren Vorwärtsgang mit haarsträubenden Pässen gleich selber.

Später Ausgleich durch Hirt

Und so hatten die bescheidenen Ostschweizer denn auch in Abschnitt drei keinen Grund, von ihrer Spielweise abzurücken. Hinten fix, im Spiel nach vorne nix – oder zumindest nicht viel. Als Thomas Kropf erstmals so richtig einzugreifen brauchte, waren noch ganze fünf Minuten zu spielen. In der Viertelstunde zuvor verstanden es die Gäste allerdings erneut nicht, Kapital aus ihrer Überlegenheit zu schlagen. Je länger sich das Unterfangen, den Spielstand auszugleichen, dahin zog, desto wirrer und weniger überzeugend rollte auch die Gäste-Angriffslawine auf Zurkirchen zu. Es machte fast den Anschein, als hätten die Oltner ewig vergebens Anlauf nehmen können. Ehe Bruno Marcon nach exakt 57 Minuten zu einem letzten langen Tempolauf startete, Remo Hirt bediente, dessen Abschluss endlich den Weg an Zurkirchen vorbei zum Ausgleich fand.

Um ein Haar wäre es noch besser gekommen, hätte Truttmann seine eingangs erwähnte Grosschance verwertet. Die Verlängerung dauerte gerade einmal 21 Sekunden, da musste Oltens Topscorer auf der Strafbank Platz nehmen, doch die Gäste überstanden diese heikle Phase und retteten sich, nach hoch spannenden fünf Overtime-Minuten, ins Penaltyschiessen – mit dem bekannten Ende.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1