Eishockey NLB
Der EHC Olten gewinnt das erste Derby klar mit 5:1

72 Stunden nach der Schlappe bei Schlusslicht Thurgau zeigte sich der EHC Olten wieder von seiner Schokoladenseite und feierte im ersten Derby gegen Langenthal vor 4752 Zuschauern auf souveräne Art und Weise seinen dritten Heimsieg.

Markus Angst
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Olten bezwingt Langenthal souverän.

Olten bezwingt Langenthal souverän.

hr. aeschbacher

Die Oltner liessen sich vom abendlichen Verkehrschaos in Olten und Umgebung und der damit verbundenen, aus Sicherheitsgründen angeordneten 13-minütigen Spielverspätung nicht anstecken und präsentierten sich alles andere denn als Chaostruppe.
Chancen diesmal genutzt

Im Gegenteil: Spielerisch fuhren sie im gleichen Stil weiter, wie sie in Thurgau aufgehört hatten. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Diesmal gefielen sich die erneut ohne Marty Sertich und damit wiederum mit nur einem Ausländer angetretenen Oltner nicht nur mit Schönspielen, sondern sie nützten die klare Überlegenheit auch zu Toren – die zudem zu psychologisch wichtigen Momenten fielen.
So verlieh das frühe 1:0 von Krebs auf Zuspiel von Fretter nur wenige Sekunden nachdem Eichmann einen Schuss Wüsts mirakulös gehalten hatte, den Platzherren das nötige Selbstvertrauen. Dieses wurde noch grösser, nachdem Fretter sechs Minuten später – auf Pass von Truttmann – auf 2:0 erhöht hatte. Es war dies ein Tor mit schon fast historischer Dimension. Nach notabene 256 Minuten hatte tatsächlich erstmals in dieser Saison ein EHCO-Ausländer ins Netz getroffen. Und Fretter hat, nachdem er später auch beim 4:1 ein Assist gutgeschrieben bekam, plötzlich mehr als doppelt so viele Skorerpunkte auf seinem persönlichen Konto wie in den vier Spielen zuvor.
«Fretter hat mein Vertrauen»
Ob ihm sein Trainer wohl etwas Druck gemacht hat? Scott Beattie Antwort ist ein entschiedenes Nein: «Wir hatten am Tag vor dem Match eine Unterhaltung unter vier Augen, bei dem ich ihm mein Vertrauen ausgesprochen habe.»
«Die beiden frühen Tore waren enorm wichtig», betonte EHCO-Captain Sandro Tschuor. «Sie brachten das Momentum auf unsere Seite und gaben uns Sicherheit.» Das sah auch Trainer Scott Beattie so: «Nachdem wir gegen Thurgau so viele Chancen vergeben hatten, war es besonders wichtig, gegen Langenthal früh zu treffen.»
Die Oberaargauer brauchten denn auch prompt einige Zeit, um sich vom 0:2-Rückstand zu erholen und kamen – mal abgesehen von einer frühen Chance Lemms nach 65 Sekunden – erst gegen Ende des Startdrittels richtig in Fahrt. Dann brauchte es aber zwei Glanzreaktionen des in seinem dritten Spiel den dritten Sieg feiernden Tobler, um nach Abschlussversuchen von Hobi (17.) und Tschannen (20.) den Anschlusstreffer zu verhindern.
Wieder zwei Powerplaytore
Dieser kam dann in der 27. Minute aber doch. Zwar hatten die Oltner soeben auch ihre vierte Strafe unbeschadet überstanden, doch neun Sekunden nach Schilds Rückkehr aufs Eis traf Cadonau. Welche Klasse im EHCO Ausgabe
2012/13 steckt, bewies die Reaktion der Oltner auf das 2:1. Nur 85 Sekunden später war nämlich der Zwei-Tore-Vorsprung wiederhergestellt, als Pargätzi Langenthals dritte Strafe kaltblütig ausnützte. Gerade mal 14 Sekunden war Carbis draussen, als Oltens schussgewaltiger Verteidiger das 3:1 schoss. Neben Aeschlimann wurde auch Truttmann ein Assist gutgeschrieben, womit der EHCO-Topskorer auch am dritten Tor beteiligt war.
«Auch dieses Tor kam für uns zum richtigen Zeitpunkt», analysierte Sandro Tschuor. «Denn die Langenthaler spielen ein recht defensives Eishockey, da ist es immer ein Vorteil, wenn man gegen sie in Führung liegt.»
In der 34. Minute gaben die Oltner gleich eine zweite Kostprobe ihrer Überzahlstärke ab, als Schwarzenbach auf Pass von Hirt Meyers Strafe zum 4:1 ausnutzte. Zwei Tore bei vier SCL- Ausschlüssen – die Powerplayquote war einmal mehr beeindruckend.
Der zweite Doppelschlag innerhalb von sechs Minuten war natürlich die Entscheidung. Während der nicht auf Touren kommende NLB-Meister nicht mehr in der Lage war, zu kontern, konzentrierten sich die Oltner auf die Kontrolle des Spiels – und legten 172 Sekunden vor Schluss durch Aeschlimann noch einen drauf.
Sehr zur Freude von Trainer Scott Beattie. «Wir waren viel aggressiver als der Gegner», lobte der EHCO-Trainer sein Team.

Matchtelegramm

Olten – Langenthal 5:1 (2:0, 2:1, 1:0)
Kleinholz. – 4752 Zuschauer (Saisonrekord). – SR: Mollard, Huguet/Wermeille.
Tore: 6. Krebs (Fretter, Truttmann) 1:0. 12. Fretter (Truttmann, Tschuor) 2:0. 27. (26:23) Cadonau (Tschannen, Kelly) 2:1. 28. (27:48) Pargätzi (Aeschlimann, Truttmann, Ausschluss Carbis) 3:1. 34. Schwarzenbach (Hirt, Fretter, Ausschluss Meyer) 4:1. 57. Aeschlimann (Ganz/Strafe angezeigt) 5:1.
Strafen: je 4mal 2 Minuten.
Olten: Tobler; Ganz, Parati; Marolf, Haldimann; Aeschlimann, Pargätzi; Fretter, Krebs, Truttmann; Schild, Tschuor, Wüst; Schwarzenbach, Marcon, Hirt; Wüthrich, Annen, Grassi.
Langenthal: Eichmann; Guyaz, Cadonau; Müller, Grieder; Rouiller, Leuenberger; Kelly, Campbell, Tschannen; Carbis, Bodemann, Lemm; Moser, Lüssy, Tuffet; Dommen, Kämpf, Hobi; Meyer.
Bemerkungen: Olten ohne Sertich, Vogt, Schnyder (alle verletzt), Meister (gesperrt), Lorenz und Steiner (beide beim Partnerteam Brandis/1. Liga), nur mit einem Ausländer; Langenthal ohne Schefer, Holenstein und Bucher (alle verletzt), erstmals wieder mit Marc Grieder (wie Ende letzte Saison mit B-Lizenz von Biel geholt). 10. Pfostenschuss Schwarzenbach. Colton Fretter und Stefan Tschannen als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. Spielbeginn mit 13 Minuten Verspätung (Verkehrschaos in und um Olten herum...).