Olten

Der Caritas-Markt Olten ist eine wichtige Adresse für sozial Benachteiligte

Früchte und Gemüse kommen im Caritas-Markt Olten gut an.

Früchte und Gemüse kommen im Caritas-Markt Olten gut an.

23 Caritas-Läden gibt es in der Schweiz. Alle zusammen haben im letzten Jahr einen Umsatz von 9 Millionen Franken erzielt, so viel wie noch nie. Einer der Läden steht auch im Kanton Solothurn, genauer gesagt in Olten.

Milch, Brot, Butter, Teigwaren, Früchte und Gemüse, aber auch Hygieneartikel liegen in den Regalen des Caritas-Markts bereit. Bereit, in einen der Einkaufskörbe zu wandern.

Wer im Caritas-Markt einkauft, hat zu wenig für den täglichen Bedarf. Und das muss er oder sie auch beweisen, denn Caritas-Märkte sind nur für sozial Benachteiligte vorgesehen (siehe Kasten). Nur wer eine Einkaufskarte der Caritas besitzt, darf nicht von den verbilligten Lebensmitteln und Produkten profitieren.

2'000 Kunden pro Monat

Der Caritas-Laden in Olten ist einer von 23 schweizweit und besteht seit 2009. «Es läuft sehr gut», weiss Toni Galliker, Präsident Caritas Kanton Solothurn, übers laufende Geschäft zu berichten. Während im ersten Jahr noch 200'000 Franken umgesetzt werden konnten, waren es 2010 bereits 250'000 Franken. Tendenz steigend, denn «2011 hatten wir einen Umsatz von 285'000 Franken», so Galliker. Für ihn ist klar: «Der Bedarf nach einem Caritas-Markt ist da.»

Durchschnittlich 2'000 Kunden - mehr als die Hälfte sind Schweizer - kaufen im Monat die verbilligten Produkte im Laden an der Bahnhofstrasse ein. Sie alle wollen von den garantierten Tiefpreisen profitieren. Dass so viele Schweizer zu den Kunden zählen, kam für Galliker überraschend. Eigentlich wäre davon ausgegangen worden, dass vor allem Ausländer in den Caritas-Märkten einkaufen würden. Nun seien es aber viele Schweizer Familien und alleinerziehende Mütter, die sich eindecken würden.

Die Produkt-Palette

Die Caritas-Märkte führen ein garantiertes Sortiment von Artikeln des täglichen Bedarfs zu Tiefstpreisen. Dazu gehören rund 15 Artikel wie Brot, Milch, Butter, Mehl, Teigwaren oder Öl. Welche Produkte im Laden stehen, entscheiden die Ladenleiter jedoch nicht selber. «Das Sortiment wird in Zusammenarbeit mit der Genossenschaft Caritas-Markt bestimmt», erklärt Toni Galliker, der als Bereichsleiter Berufliche Eingliederung bei der IV Solothurn arbeitet.

Diese verhandelt zentral mit den verschiedenen Lieferanten und bestimmt, welche Produkte in die Regale gestellt werden. «Nur so können wir sicherstellen, dass wir die Produkte günstig abgeben können.»

Einwandfreie Qualität

Über 300 Lieferanten sind es insgesamt, die die einzelnen Märkte beliefern. Dazu gehören unter anderem die Detailhändler Coop, Migros und Denner oder die Produzenten Lindt und Sprüngli, Nestlé und Coca Cola.

Sie verkaufen den Caritas-Märkten die Produkte, die aus Überproduktionen, Falschlieferungen oder Liquidationen stammen oder dessen Verpackungen schadhaft sind. «Damit entlasten wir auch die Grossisten», sagt Galliker und betont, dass die Ware immer von einwandfreier Qualität sei und in der Regel entsorgt würde.

Gesunde Kost ist wichtig

Mittlerweile können in Caritas-Märkten selbst Früchte und Gemüse gekauft werden. Eine wichtige Neuerung, denn «es ist wichtig, dass wir auch gesunde Kost anbieten», betont Galliker. Bei der Frischkost verzichtet der Laden gar auf die Marge, um sie möglichst günstig anbieten zu können.

Neben dem Grundsortiment führen die Caritas-Märkte aber auch Aktionsprodukte. So kommen selbst die sozial Benachteiligten zu ihrem Osterhasen. Halt erst nach dem Fest.

Soziale Verknüpfung

Immer wieder betont Galliker im Gespräch, wie wichtig für die Kunden nebst dem Angebot billiger Lebensmittel auch der soziale Kontakt ist. «Bei uns im Laden ist das Gespräch ein wichtiger Punkt.» Die Kunden sollen mit ihren Sorgen nicht alleine sein. Deshalb bezeichnet Galliker den Caritas-Markt auch als Anlaufstelle. Das sei eine besondere Qualität, die den Laden auch von billigen Konkurrenten wie Aldi oder Lidl abhebe.

Selbst für die teilweise ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter - im Caritas-Markt sind nur zwei Personen fest angestellt - sei der Laden ein Ort der Begegnung. So profitieren beide Seiten.

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