Dass der Raumbedarf in Olten und Brugg-Windisch überprüft wurde, bestreitet der Regierungsrat nicht. Ebenso wenig verschweigt er, dass dabei ans Licht kam, dass am Standort Brugg-Windisch der Fachhochschule Nordwestschweiz Überkapazitäten bestehen. Dies, weil die Entwicklung der Studierendenzahlen bisher unter den Erwartungen blieb. Ganz im Gegensatz zum Standort Olten, wo die seinerzeit in der Abstimmungsbotschaft für 2012 und 2013 genannten Zahlen bereits deutlich überschritten worden sind.

Überprüfung des Raumbedarfs

Laut Stellungnahme der Solothurner Regierung haben die kantonalen Finanzkontrollen schon im Dezember 2009 empfohlen, «eine auf die tatsächlichen Marktbedürfnisse abgestimmte Raumbedarfsplanung zu erstellen». Im Juni 2011 habe deshalb die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) die Überprüfung und Aktualisierung des künftigen Raumbedarfs an den Standorten Olten und Brugg-Windisch angeordnet. Und zwar unter Miteinbezug der Standorte Solothurn und Basel. Dies, weil drei Hochschulen – Hochschule für Wirtschaft, Hochschule für soziale Arbeit, Pädagogische Hochschule – an mehreren Standorten betrieben werden. Die Überprüfung wurde von der Basler Beratungsfirma Planconsult vorgenommen.

«Stimmt es», so Rolf Sommers Kernfrage, «dass angedacht wurde, einen grösseren Teil der Hochschule für Wirtschaft in Olten in den zu ‹gross› geratenen Campus Windisch zu dislozieren – und wie reagierte der solothurnische Regierungsrat?»

Offenbar überhaupt nicht. Denn: «Uns», erklärt nun der Regierungsrat, «sind keine derartigen Pläne bekannt.» Und weiter: «Auch dem für die FHNW zuständigen Regierungsausschuss wurde bisher kein entsprechender Antrag gestellt.»

Wobei freilich einigermassen schleierhaft bleibt, wozu ein solcher Antrag überhaupt hätte gestellt werden sollen, zumal der Regierungsrat selber ein paar Zeilen weiter unten unmissverständlich festhält: «Wie das konkrete Angebot einzelner Studiengänge an den Hochschulen mit mehreren Standorten verteilt wird, liegt (...) in der Entscheidungshoheit des Fachhochschulrates.» Heisst im Klartext: Die Kompetenz, Teile der überquellenden Hochschule Wirtschaft in den schlecht ausgelasteten Neubau in Windisch zu verschieben, liegt beim Fachhochschulrat mit seinem Präsidenten, alt Nationalrat Peter Kofmel.

Abgegeben werden «nur» 2005 m2

In Olten wird sich die aktuelle Raumsituation gemäss Regierungsrat mit dem Bezug des Campus-Neubaus entschärfen. Dies auch, weil nicht, wie ursprünglich vorgesehen, alle bisherigen Räumlichkeiten der FHNW in Olten aufgegeben werden, sondern nur jene im BBZ Olten sowie ein Teil der Räume im Sälipark und an der Tannwaldstrasse. Statt der ursprünglich festgelegten 3000 Quadratmeter werden beim Bezug des Neubaus Hauptnutzflächen im Umfang von lediglich 2005 Quadratmetern abgegeben.