Am Sonntag, 8. Januar, um 17 Uhr, gibt das Operettentheater Salzburg unter der Regie von Lucia Meschwitz und der musikalischen Leitung von Christian Pollack und Katalin Doman «Der Bettelstudent», die Operette von Carl Millöcker. Der Bettelstudent ist Millöckers berühmteste Operette und ein Höhepunkt seines Schaffens.

Der Erfolg war von allem Anfang an überwältigend. Das Geheimnis liegt in der Fülle mitreissender Musik, und die liebenswerten Figuren auf der Bühne garantieren eine Operette aus der goldenen Wiener Ära, die wir so lieben.

Carl Millöcker (1842-1899) war Österreicher und wurde schon früh von Franz von Suppé gefördert und durch ihn auch Kapellmeister in Graz, später an verschiedenen Theatern in Wien.

Millöckers Musik, obwohl zur gleichen Zeit und auf dem gleichen Boden gewachsen wie die von Strauss, unterscheidet sich von dessen Tonsprache dadurch, dass er zwar vom Tanzlied ausgeht, dass aber bei ihm die Betonung auf Lied, bei Strauss jedoch auf Tanz liegt.

Musikalische Situationskomik

Der Inhalt der Liebesgeschichte und Staatsaktion ist voller musikalischer Situationskomik. Sie spielt in Krakau im Jahre 1704 unter der Herrschaft Augusts des Starken, König von Polen und Kurfürst von Sachsen.

Der sächsische Oberst Ollendorf hat von der schönen Polin Laura mit dem Fächer einen Schlag ins Gesicht bekommen, als er allzu aufdringlich wurde. Ihre Mutter, die verarmte Gräfin Palmatica, will ihre Tochter partout mit einem gut situierten Adeligen verheiraten.

Ollendorf will sich für die Zurückweisung rächen, indem er Laura den jungen Sträfling als Fürst vorstellt. Ollendorfs Plan scheint zu funktionieren. Laura verliebt sich sofort in Symon. Doch dann geraten Gefühle und Politik durcheinander.

Symon erwidert Lauras Gefühle und will ihr die Wahrheit gestehen. Am Ende siegt die Liebe über Standesdünkel, die gute polnische Sache über den Angeber Ollendorf und einem Happy End steht nichts mehr im Wege. Dies haben Operetten an sich, man darf sich immer auf ein liebevolles, erlösendes Ende freuen. (mgt)