In Grunde wollten er und die SMP Invest AG, die Besitzerin der Winkelliegenschaft in Olten, gar nicht verkaufen. Trotzdem: Erik Rischmann (52) als Mitglied des Verwaltungsrates sieht sich von der Stadt Olten und deren angeblichem Kaufinteresse irgendwie getäuscht. Das offizielle Olten habe sich seinerzeit (2011/2012) bei ihm nach dem Verkaufspreis der Liegenschaft beziehungsweise der Unterführung erkundigt.

Dem Wunsch sei er nachgekommen, habe konkrete Zahlen genannt, aber nie eine offizielle Antwort darauf erhalten. Lediglich eine Mail aus der Baudirektion hat das Verwaltungsratsmitglied der SMP im Dezember 2011 bekommen, welche ihm erklärte, dass allfällige Kaufvorbereitungen aus formalen Gründen sicher Zeit bis April 2012 beanspruchen würden.

Und heute, gut fünf Jahre danach? Rischmann ziert sich nicht, im Interesse der Stadt zu argumentieren: «Mir ist jede Option recht. Unter kaufmännischen Gesichtspunkten», wie er hinterher schiebt. Will heissen: Die SMP Invest AG ist nach wie vor verkaufswillig. «Ob Komplett- oder Teilverkauf, Miete oder Pacht: Wir sind für alles offen», erklärt Rischmann.

Investitionen verteuern Kauf

Allerdings hat die SMP Invest AG in den vergangenen Jahren im Winkel Investitionen getätigt, die heute den damals genannten Verkaufspreis der ganzen Liegenschaft verteuern würde. Die Rede ist von guten 20 Mio. Franken. Eine Summe, die Rischmann nicht bestätigen mag. Ähnliches gilt für den Teil der Unterführung, welcher zum Reich der SMP gehört. Mit einer mittleren einstelligen Millionensumme soll sie zu Buch stehen. «Zahlen kommentiere ich nicht», sagt das Verwaltungsratsmitglied der SMP Invest AG.

Wie gesagt: Auch einer Miete oder Pacht des Unterführungsteils steht er nicht abgeneigt gegenüber. Die jährlichen Mieteinnahmen, die sich aus den dortigen Ladengeschäften generieren lassen, stünden als Miet- oder Pachtpreis im Raum. Das wiederum würde jährlich einen tiefen sechsstelligen Betrag ausmachen. Ein vorgeschlagener Deal dagegen scheidet eher aus: Unterführung gegen höhere Ausnützung des Winkelgebiets. Rischmann sieht bei einem solchen Unterfangen sein etabliertes Geschäft gefährdet. «Lange Bauzeiten, Kündigung von Mieten; das halte ich eher für nicht möglich.»

So oder so: Solange sich der Unterführungsabschnitt im Besitz der SMP befindet, ist das Velofahrverbot nicht verhandelbar. «Aus Sicherheitsgründen», wie Rischmann argumentiert.

Zwischenzeitlich ist die SMP nicht untätig geblieben, hat sich an die Attraktivierung der Unterführung gemacht. Eine «Wohnstube Olten» soll dort entstehen, ein kulturelles Display mit Ausstellungs- und Heimkinomöglichkeiten, mit Videoinstallationen an den Wänden, Gastromöglichkeiten. «So was gibts meines Wissens nirgends sonst», sagt Rischmann. Ein erstes Baugesuch wurde abgelehnt, weil die Fussgängerpassage im Zuge der «Wohnstube Olten» auf zwei Meter Breite reduziert würde, verstellte Ausgänge feuerpolizeilich fragwürdig wären. Rischmann will einen weiteren Versuch starten, mit leicht modifiziertem Begehren. Die zwei Meter breite Fussgängerpassage allerdings, die das einst ausgehandelte Wegrecht garantieren, bewertet er als genügend. (hub)