Praxistag

Der Alltag des CEOs als Renner

Bernhard Heusler, Präsident des FC Basel, gab Einblicke ins Innenleben des erfolgreichsten nationalen Fussballklubs der Gegenwart.

Bernhard Heusler, Präsident des FC Basel, gab Einblicke ins Innenleben des erfolgreichsten nationalen Fussballklubs der Gegenwart.

Der Praxistag führte Lernende, Studierende und Menschen aus der Wirtschaft zusammen. Unter den Gästen war auch Bernhard Heusler, CEO des erfolgreichen FC Basel.

CEOs üben offensichtlich eine mehr als anziehende Wirkung auf werdende Berufleute aus: Anders nämlich liesse sich nicht erklären, warum die Begegnungen mit den Geschäftsführern, so heissen die nämlich auf Deutsch, die eigentlichen Renner aller Sequenzen des heurigen Praxistags waren. Im Zweijahresturnus durchgeführt, nahmen am Freitag an die 140 Studierende am Erlebnis Wirtschaft teil. «Der Alltag des CEOs im Speziellen interessiert tatsächlich am meisten», weiss Georg Berger von der Projektbegleitung.

Man mag das Finale als eigentlichen Höhepunkt der Veranstaltung bezeichnen. Mit gutem Grund: Dieses gehörte nämlich Bernhard Heusler, dem CEO des erfolgreichen FC Basel. Es gehört mittlerweile zum guten Ton, dass sich Protagonisten erfolgreicher Sportklubs zu Motivation und Menschenführung äussern und – wie im Fall Heusler – auch noch Eintrittskarten für ein Spiel der Bebbi mitbringen.

Aber was Heusler den Zuhörenden innert einer Halbzeit (45 Minuten) erzählte, tönte bei aller Farbigkeit des Video-unterstützten Referats, eigentlich nüchtern: Erfolg lässt sich nicht planen, aber das Feld mit Unterbedingungen des möglichen Erfolgs ebnen. Und, was aus dem Mund eines FC-Basel-Funktionärs ebenfalls weniger erwartet wird: «Schuster bleib bei deinen Leisten.» «Wir wissen, woher unser Geld kommt, vom Zuschauer nämlich», so Heusler, der auch bemerkte, dass ein stabiles, zukunftsorientiertes Umfeld Basis des Erfolgs bilden kann. «Super-Egos und Geltungsneurotiker im Klub sind Nektar für Medien, aber Gift für den Verein», so der Chef-Bebbi, der auch nicht verhehlte, dass ein zur Stunde x vom Torhüter blockierter Penalty dem Klub als Folge satte 6 Mio. Franken in die Kassen spült. Erfolg lässt sich demnach effektiv nicht planen.

Von sich überzeugt sein

Einen Einblick in den Alltag von Geschäftsführenden der «andern Art» gestatteten etwa Yolanda Plüss (Eiholzer Gebäude Management AG) und Raimund Baumgartner (CWA Constructions SA). Mag sein, dass die beiden die letzten tragenden Säulen ihres Erfolgsgeheimnisses nicht preisgaben, aber immerhin so viel: «Du musst von dir selbst überzeugt sein.» Der Satz an sich simpel, schon hundertmal gehört. Aber wie lernt man bloss, von sich selbst überzeugt zu sein? Grosses Fragezeichen, das wegzuräumen niemand imstande war.

Vielleicht eine Basisvoraussetzung, um im Wirtschaftsleben erfolgreich zu sein. Darüber hinaus gaben Plüss wie Baumgartner zu verstehen, dass auch die Fähigkeit, gewissen Annehmlichkeiten und gesellschaftlichen Musts entsagen zu können, eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft sein könnte. Denn der Einsatz fürs Geschäft sei ein fast kompletter. Optimal darum, «wenn man das, was man tut, auch gerne macht», wie Jolanda Plüss sich ausdrückte.

Vor allem seit die neuen Medien den Tagesrhythmus bestimmen. «Als CEO einer weltweit tätigen Firma ist man dauernd mit irgendwelchen Projekten auf der Welt kurzgeschlossen», so Baumgartner, der Entspannung etwa im Flug zwischen Singapur und Zürich findet, wenn Handys und andere Informationsträger schweigen (müssen). «Fliegen, das ist Quality-time für mich», sagte er. Auch für Jolanda Plüss bedeutet Fliegen Entspannung, wenn auch aktive.

Dass schliesslich noch die Quoten- und Lohnfrage auftauchte, war nur normal. «Es gibt keinen gerechten Lohn», sagt Baumgartner, «aber wir tun alles, um die Ungerechtigkeit zu minimieren.» Und von der Quotenfrage distanzierte er sich vollends. Mann und Frau, die bei uns als Buchhalter tätig sind, verdienen haargenau gleich viel», so der CWA-Mann. Nicht das Geschlecht, sondern die Qualifikation sollen über die Besetzung einer Stelle entscheiden, waren sich Plüss und Baumgartner einig.

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