Draussen war es kalt und es regnete in Strömen; in der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW aber rauchten am vergangenen Samstagnachmittag die Köpfe: 91 Teilnehmer brüteten dort nämlich anlässlich des Halbfinals der 28. Mathematik- und Logikspiele über kniffligen und schweisstreibenden Aufgaben. Denksport vom Feinsten also.

Wer aber einen verbissenen Konkurrenzkampf erwartet hatte, der lag zünftig daneben – ein mit Luftballons geschmücktes Gebäude, spielende Kinder wie auch gut gelaunte Erwachsene dominierten das Bild.

Kleinere und grosse Ambitionen

Ein wenig Wettkampfgeist war im Vorfeld der Spiele dennoch spürbar. Während viele Denksportler sich das Ziel steckten in den Final an der ETH-Lausanne einziehen zu können, hegte die elfjährige Leandra aus Wangen bei Olten grössere Ambitionen: «Ich möchte gerne am internationalen Final in Paris teilnehmen.» Ihre Strategie? «Ich rechne die Aufgaben schriftlich aus und überlege logisch.» Alles klar.

Doch nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene standen am Samstag am Start. So zeigte etwa der pensionierte Mathematiklehrer Bruno Schibli aus Olten eine ebenso grosse Begeisterung für Knobelaufgaben. «Mit einer gewissen Lust sitze ich zwei, drei Stunden über diesen Aufgaben», erklärte er.

Und schon bald konnte dieses lustvolle Rätseln beginnen. Auf zwei Räume verteilt, zerbrachen sich die Teilnehmer über den Fragestellungen den Kopf, runzelten nicht selten die Stirn und griffen dann zügig zu Stift und Papier – denn die benötigte Zeit war ebenso wie die erreichte Punktzahl ein Bewertungskriterium.

Köpfchen und Schnelligkeit

Die elfjährige Madlen Jutzi aus Solothurn bewies gleichzeitig Köpfchen und Schnelligkeit, weshalb sie sich in ihrer Kategorie für den Final qualifizierte. Entsprechend stolz war sie nach der Rangverkündigung auf ihre Leistung. «Die Spiele waren cool, ich habe jedoch nicht mit dem ersten Platz gerechnet.» Ebenfalls erfolgreich nahm Marcel Pilloud (44) aus Niedergösgen die Hürde Halbfinal und brillierte zudem mit dem Erreichen der Maximalpunktzahl. Doch selbst ihm trieben die Fragen einige Schweisstropfen auf die Stirn: «Ich musste teilweise schon knobeln», gestand er.

Als eine Art Sieger durften sich ferner Gabriela Rüegg von der Hochschule für Wirtschaft sowie Organisator Luca Frischknecht rühmen, die für den reibungslosen Ablauf der Spiele sorgten. «Es ist denkbar, dass die Ausgabe 2015 wieder in der FHNW stattfindet», verriet Rüegg.

Daneben glänzte übrigens Markus Freiburghaus, Leiter Ausbildung an der Hochschule für Wirtschaft, mit logischem Denken: «In Olten liegt der Kilometerstein null und die Stadt ist somit Mittelpunkt der Schweiz. Deshalb ist die Durchführung der Spiele hier zwingend.» Und für diese Folgerung war eben nicht einmal eine mathematische Formel nötig, sondern einfach nur – wen wunderts – Logik.