Oltner Kabarett-Tage
Denkmal für das «Gurkerl von Olten»

Der Quai Cornichon, quasi der «Walk of Fame» der Oltner Kabarett-Tage, wurde bei der Klostermauer eröffnet.

Isabel Hempen
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Die Eröffnung des Quai Cornichon entlang der Klostermauer zog viele Schaulustige an.

Die Eröffnung des Quai Cornichon entlang der Klostermauer zog viele Schaulustige an.

Patrick Lüthy

Zehn Saure-Gurken-Jahre zogen ins Land, bis Olten sich das Denkmal schliesslich doch noch setzen konnte: den Quai Cornichon, der auch schon als Walk of Fame der Oltner Kabarett-Tage bezeichnet worden ist.

Nun ist er also Wirklichkeit, pünktlich zur bevorstehenden 30. Ausgabe des Satire-Festivals: Entlang der Klostermauer reihen sich auf einem Metallband die vom Oltner Künstler Werner Nydegger entworfenen, in Platten gelaserten 28 Konterfeis der bisherigen Cornichon-Preisträger und -Ehrenpreisträger.

Eröffnet wurde die Installation am Samstag im Beisein von 250 Mitgliedern der Gesellschaft Oltner Kabarett-Tage, Ehrengästen aus Stadt und Kanton sowie Schaulustigen vor Ort. Die öffentliche Einweihung findet am 13. Mai während der Kabarett-Tage statt.

Quai als Teil des Schriftstellerwegs

«Es gibt Leute, die sagen, dass in Olten das ganze Jahr über politisches Kabarett stattfindet», flachste Stadtpräsident Martin Wey vor den geladenen Gästen im Stadttheater, und Regierungsrat Peter Gomm zog in einer launigen Rede den Vergleich zwischen Satire und Politik. «Ob es Satire braucht? Welche Frage, auf jeden Fall», sein Fazit.

Das «Gurkerl von Olten», wie der österreichische Cornichon-Preisträger 2011 Andreas Vitásek es genannt hatte, inspirierte auch den Kabarettisten Simon Chen zu Sauer-eien: «Das wird ein neuer Rekord: Nach dem längsten Strassenstrich der Schweiz hat Olten nun auch den längsten Walk of Fame. Man kann nun also ungestraft an der Strasse stehen und seine Gurke präsentieren.»

Zur Eröffnung eingeladen waren auch sämtliche (noch lebenden) bisherigen Cornichon-Preisträger. Allerdings war Osy Zimmermann der einzige, der den Weg nach Olten gefunden hatte. Gemeinsam mit weiteren 27 Ehrengästen enthüllte er schliesslich den Kabarett-Quai.

Gemäss Claude Schoch, Leiter der Oltner Kabarett-Tage, werden an der Einweihung im Mai mehrere ehemalige Preisträger zugegen sein. Zwei der angebrachten Platten sind noch leer, sie sind für die diesjährigen Gewinner bestimmt. Ausserdem stehen schon Betonsockel zur Erweiterung der Siegergalerie bereit.

Gemäss Schoch soll der Quai Cornichon in Zusammenarbeit mit Olten Tourismus in den Oltner Schriftstellerweg eingebunden werden. Er ist zuversichtlich, dass bis zur Einweihung am 13. Mai satirische Texte der Cornichon-Gewinner der letzten 30 Jahre per QR-Code abrufbar sein werden.

Bereits 2007 seien erste Ideen für den Oltner Walk of Fame ausgearbeitet worden, erklärte Schoch. Die Vision schon damals: Olten soll als «Kabarett-Hauptstadt» das ganze Jahr über sichtbar sein. Ursprünglich geplant war, den Quai zum 25-jährigen Jubiläum des Festivals zu eröffnen.

Gemeinsam mit den Finanzen der Stadt ging dieses Projekt jedoch bachab. Nach einigem Hin und Her erfolgte die Baubewilligung schliesslich im Juni 2016: Das «Wappengemüse der Kabarett-Tage», wie Martin Wey es in seiner Ansprache nannte, hat sich seinen festen Platz in Olten nun doch noch erobern können.

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