Olten
Den schönsten Platz teilen: Das Kloster öffnet seine Pforten

Das Kloster öffnet vom 28. Juni bis 1. Juli unter dem Motto «Begegnung und Kultur» seine Pforten. Guardian Joseph Bründler und Bruder Werner Gallati freuen sich wiedereinmal ein Fest im Klostergarten zu haben.

Andreas Hagmann
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Guardian Joseph Bründler (links) und Bruder Werner Gallati.

Guardian Joseph Bründler (links) und Bruder Werner Gallati.

Zur Verfügung gestellt

Der Garten des Klosters Olten erscheint in hellen Sonnenstrahlen im schönsten Grün. Die Vögel zwitschern, als ob man sich auf einem Landgut aufhielte und der grosse Brunnen plätschert vor sich hin. Er ist und bleibt die Ruheoase mitten in der Stadt Olten, der Klostergarten der Kapuziner.

In den kommenden Tagen wird es im Garten wieder einmal etwas lauter zu- und hergehen. Bruder Werner Gallati und Guardian Josef Bründler freuen sich aber darauf. Das letzte grosse Fest fand anfangs Dezember 2016 statt, mit dem 8. und letzten Adventsmarkt. Aus terminlichen und logistischen Gründen konnte ein 9. Adventsmarkt nicht durchgeführt werden, womit man dem erfolgreichen Anlass gleich komplett den Stecker zog.

Öffnungszeiten Festwirtschaft

(Donnerstag: nur Getränke und Grill 15 bis 18 Uhr), Freitag 17 bis 23 Uhr, Samstag 11 bis 23 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr – weitere Infos auf: https://www.facebook.com/klostergartenfest/

«Dem haben Werner Gallati und ich aber nur unter Bedingung zugestimmt, dass ein Nachfolgeanlass stattfindet», erwähnt Josef Bründler. «Wir wollten verhindern, dass es so aussieht, als ob das Kloster genug von Anlässen im Garten hätte. Denn wir sehen diese Präsenz als wichtig an», führt Bründler aus. Der Klostergarten sei einer der schönsten Plätze der Stadt und diesen wolle man mit der Bevölkerung teilen, so die beiden Klosterbrüder.

Alle zwei Jahre als Ziel

Das OK für das Klostergartenfest stellt sich neben den beiden Brüdern wie bereits beim Adventsmarkt wiederum aus weltlichen Personen zusammen. Und wie beim Adventsmarkt stehe die ganze Klostergemeinschaft hinter dem Fest. Es habe zwar immer wieder einzelne Brüder gegeben, die der ganzen Öffnung des Klostergartens etwas skeptisch gegenüber gestanden seien, am Ende hätten aber immer alle mit angepackt, so Werner Gallati. Das wird auch in diesem Jahr nicht anders sein.

Donnerstag, 28. Juni

15 bis 16.30 Uhr: Konzert-um-3 – mit Pepe Lienhard und dem Veteranenspiel des Kantons Solothurn.

Freitag, 29. Juni

18 bis 18.20 Uhr Rätschwyber
20 bis 21.45 Uhr: Crossbeat mit «The little Big Band»

Samstag, 30. Juni

14 bis 16.30 Uhr: Junge Talente im Klostergarten
20 bis 21.45 Uhr: Blaskapelle MG Niederbuchsiten

Sonntag, 1. Juli

10 bis 11 Uhr: Jodlermesse «Bhüet euch» Jodlerchörli Geuensee
11.30 bis 12.45 Uhr: Big Band Olten
14 bis 16 Uhr: Dixieland Preachers Olten
16.15 bis 16.30 Uhr: Rätsch-wyber

Dass man die Öffnung des Klostergartens für die breite Öffentlichkeit nun vom Winter auf den Sommer verlegte, kommt nicht von ungefähr. Schliesslich begann die Öffnung des Klosters im Sommer 2005, als anlässlich der Umgestaltung des Klostergartens ein Einweihungsfest organisiert wurde. «Wir hatten gute Erinnerungen daran und so lag es nahe, anstelle des Adventsmarktes wieder einmal ein Klostergartenfest zu organisieren», meint Josef Bründler.

Im Sommer einen Termin zu finden sei aber gar nicht so einfach gewesen, meint Werner Gallati. «Wir entschieden uns dann für das letzte Juni-Wochenende, an welchem sonst das Schulfest stattfindet. So besteht auch die Idee, das Klostergartenfest alternierend zum Schulfest abzuhalten», erklärt Gallati. Er fügt aber an, dass man zuerst einmal das erste Klostergartenfest über die Bühne bringen möchte, ehe man bereits weitere Feste plane.

Vielfalt en gros

Das Klostergartenfest 2018 ist teilweise an das Fest vom Jahre 2005 angelehnt. Beispielsweise das Abhalten eines Gottesdienstes im Garten am Sonntagmorgen war bereits 2005 ein Bestandteil. Neu ist heuer, dass mit der Jodlermesse «Bhüet euch» – aufgeführt vom Jodlerchörli Geuensee – noch mehr geboten wird, als noch vor 13 Jahren. Und stand 2005 vor allem der Klostergarten an und für sich im Zentrum, stehe das neue Fest unter dem Motto «Begegnung und Kultur», führen die beiden Klosterbrüder aus. Mit der Kultur sind in erster Linie musikalische Darbietungen für Jung und Alt gemeint.

Pepe Lienhard auch dabei

Bereits am ersten Tag des Klostergartenfestes, am Donnerstag, 28. Juni, wird das grösste Blasorchester des Kantons einmal mehr in der Region seine Aufwartung machen. Die viel beachteten Darbietungen unter dem Titel «Konzert-um-3» sind zu einem festen Begriff geworden. Mit international bekannten Starsolisten wie Walter Scholz, Noëmi Nadelmann und zuletzt Pepe Lienhard waren diese Konzerte im Mühlemattsaal in Trimbach jeweils ausverkauft. Als im letzten November der bekannteste Bandleader der Schweiz bei seinem Gastauftritt davon hörte, das Veteranenspiel werde in diesem Jahr am Klostergartenfest in Olten mit dabei sein, gab er spontan seine Zusage, dannzumal erneut mit auftreten zu wollen.

Diese Zusage war nicht nur für den musikalischen Leiter des Veteranenspieles Kanton Solothurn, Robert Grob, eine Anerkennung der Leistungsfähigkeit seines Orchesters, sondern auch für sämtliche Musikantinnen und Musikanten. Ein Grund genug, vom Bandleader Näheres zu erfahren und ihn an seinem Wohnort in Frauenfeld zu besuchen.

Im grossen Garten des aus dem Jahre 1715 stammenden Wohnhauses, umgeben mit Volieren, verriet Lienhard seine Verbundenheit zu Olten, in erster Linie die langjährigen Beziehungen zu Robert Grob. In früheren Jahren waren aber auch Musikgrössen aus Olten, wie der Schlagzeuger Kurt Amrein, der Trompeter Umberto Arlati und nicht zuletzt Bill von Arx in seinem Orchester engagiert. (esw)

Die beiden Klosterbrüder freuen sich auf sämtliche Darbietungen, aber zu manchen Gruppierungen pflegen sie eine ganz besondere Beziehung. «Die Big Band Olten hat im Juni vor einem Jahr auf Eigeninitiative quasi das diesjährige Klostergartenfest eingeläutet, als sie ein Konzert im Garten abhielten. Deswegen freue ich mich auf ihren neuerlichen Auftritt natürlich besonders», so Josef Bründler. «Dann wäre da auch noch die Formation Cross Beat, welche im Frühjahr in der Klosterkirche ein Konzert abhielt.

Die «Meitschi» sind auch dabei

Nicht zu vergessen sind auch die Dixieland Preachers, zu welchen wir eine alte Freundschaft pflegen und natürlich unsere «Meitschi», die Rätschwyber, welche während der diesjährigen Fasnacht ihr Umzugsmobil bei uns im Garten parkten», führt Josef Bründler aus. Neben der Musik lässt aber auch die Kulinarik keine Wünsche offen. Vom Grill, über tamilische Spezialitäten bis zu Spaghetti ist für jeden Geschmack etwas im Angebot. Ganz wichtig ist Josef Bründler und Werner Gallati zu erwähnen, dass ein allfälliger Reingewinn wiederum armutsbetroffenen Personen im In- und Ausland zugutekommt und nicht in die Klosterkasse wandert. Die Philosophie vom Adventsmarkt wird also auch im Sommer fortgesetzt.