Der auf 520 Quadratmetern neu geschaffene Demenzgarten mit einem Endlosweg, Pergola, Bäumen, Wasserspiel, Hochbeet als Duft- und Naschgarten sowie Lounge wurde in den letzten Tagen noch vollständig angepflanzt und fertiggestellt.

Am Freitagabend wird sie nach der DV der Genossenschaft «Träffpunkt Ruttiger» den Delegierten vorgestellt. Und am kommenden Donnerstag, 28. Mai, werden am Abend alle Bewohner des «Träffpunkt Ruttiger» und Angehörige Gelegenheit haben, zusammen mit dem Pflegepersonal einen Einblick in die im letzten Jahr innert acht Monaten umgebaute und erweiterte und seit dem Frühling nun auch mit dem neuen Demenzgarten nutzbare Abteilung des Oltner Alters- und Pflegeheims gewinnen zu können.

Nach dem Beschluss durch die Delegierten im Herbst 2013 entstand hier für Heimleiter Matthias Christ aus dem einst engen Stübli für die zwölf zu pflegenden Bewohner mit demenzieller Erkrankung des Gehirns eine grosszügige, helle und freundliche Vorzeigeabteilung. Um die zum Schutz der Bewohner geschlossene Abteilung bestmöglich und sowohl für die Betreuten wie auch für die Pflegenden optimal ausgestalten zu können, hätten sich in einer ersten Runde sowohl die Architekten der gemobau Architekten AG aus Zofingen, das Pflegepersonal und die Heimleitung an einen Tisch gesetzt, vor Ort drei verschiedene Abteilungen anderer Demenzstationen studiert und auch das Internet durchforstet.

Dabei habe man festgestellt, dass jede Organisation «ihre Idee vom Wohnen» als die Beste für Demenzerkrankte hält. Christ glaubt, durch den Einbezug verschiedenster Seiten und durch die gemeinsam einfliessenden Erfahrungen nun eine Abteilung geschaffen haben zu können, die einerseits den Bedürfnissen vor Ort entspreche, aber gleichwohl auch Vorzeigecharakter haben dürfte und als neues Aushängeschild gelten dürfe.

Weniger Aggressionen

Bereits jetzt sind laut Christ die ersten positiven Erfahrungen für alle Seiten spürbar: Bereits nach kurzer Zeit sei die Stimmung der Pensionäre untereinander und miteinander ruhiger geworden, da die neuen, grosszügigeren Platzverhältnisse auch «Fluchtmöglichkeiten» bieten würden. Wegen den beengten Verhältnissen im «Stübli» sei es vorher ab und zu zu Aggressionen untereinander gekommen. Mit der Erweiterung seien Rückzugsmöglichkeiten und vor allem Nischen geschaffen worden, die es den Bewohnern erlauben würden, sich ihrer Tagesform entsprechen zurück ziehen zu können. Durch diese Nischen seien Sozialräume wie Essens-, Lese-, Ruhe- und ein Fernsehraum- sowie persönliche Rückzugsmöglichkeiten geschaffen worden. Ebenfalls hat die bestehende Küche durch die Erweiterung mehr Platz erhalten und kann dadurch nun als Hauswirtschafts- und Multifunktionsraum genutzt werden.

Neu sei die Stimmung dadurch angenehmer und ruhiger und auch das Arbeiten für das Personal sei deutlich angenehmer geworden. Da Demenzerkrankungen stark am Zunehmen sind, wird die Abteilung bis im Sommer dieses Jahres zudem im Westtrakt um fünf weitere Betten ergänzt. An den Zimmern selbst wurde beim Umbau nichts geändert, da diese den Bedürfnissen nach wie vor entsprechen würden. Zudem lebten die Pensionaire der Demenzabteilung häufig wie in einer grossen Familie, sässen auch am grossen Tisch und würden gemeinsam essen.

Sie seien tagsüber selten im Bett und viel unterwegs, da ihnen Geselligkeit wichtig sei. Daher seien auch die Gelder für den Umbau im Bereich von 950 000 Franken in die Bereiche Aufenthaltsraum und Aussenanlage des Demenzereiches geflossen. Für Matthias Christ ist es ein Zweckbau, der Freude macht und nach heutiger Sichtweise den Bewohnern und deren Bedürfnissen bei ihrem fortgeschrittenen Verlust von Hirnleistungsbereichen wie Sprache, Gedächtnis, Lernen und Aufmerksamkeit angepasst ist.

Gelegenheit für Besichtigungen

«Treffpunkt Ruttiger» hat heute 12 Pensionaire im wegen Weglauf-Gefahr geschlossenen Demenzbereich; insgesamt wohnen 64 Personen mit einem Durchschnittsalter von 83 Jahren im Ruttiger. Interessierte können sich für eine Besichtigung der neuen Abteilung jederzeit im «Treffpunkt Ruttiger» melden; zudem besteht am Heimfest, der sogenannten Ruttigerchilbi vom Sonntag, 28. Juni, Gelegenheit für Besichtigungen.