Olten
Dem Tagesheim Sonnegg in Olten steht das Wasser bis zum Hals

Kürzungen im Stadtbudget betreffen auch das Tagesheim Sonnegg. Ende 2014 wird die Stadt vorläufig zum letzten Mal Subventionen an das vom gemeinnützigen Frauenverein Olten betriebene Tagesheim ausrichten.

Fabian Jäggi
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Sieht düsteren Zeiten entgegen: Tagesheim Sonnegg. Bko

Sieht düsteren Zeiten entgegen: Tagesheim Sonnegg. Bko

Bruno Kissling

Nathalie Mühlemann, welche für das Ressort Tagesheim beim gemeinnützigen Frauenverein Olten (GFVO) zuständig ist, macht sich grosse Sorgen: «Wir haben eine Leistungsvereinbarung mit der Stadt, aufgrund derer wir immer Anfang Jahr eine Subvention erhielten. Diese hat einen grossen Teil der Finanzierung ausgemacht. Mitte 2013 erhielten wir nun einen Brief, in dem vorerst von einer Kürzung die Rede war.

Ende Jahr wurde uns aber bei einem Gespräch mit der Sozialdirektion mitgeteilt, dass wir ab 2015 keine Subvention mehr erhalten werden.» Bis Ende Mai habe der GFVO nun die Chance, einen Antrag bei der Sozialdirektion zu stellen. Mühlemann schätzt die Chancen für eine weitere finanzielle Unterstützung aber als sehr gering ein: «Uns steht das Wasser bis zum Hals», so die Ressortleiterin.

Betriebsanalyse und Massnahmen

Der GFVO hat nun einige Pläne für die Finanzierung des Tagesheims, so Mühlemann: «Wir haben eine Betriebsanalyse erstellen lassen, auch ein Fundraising ist geplant.

Spenden haben wir zwar schon früher erhalten, aber für spezifische Zwecke, wie etwa den Kauf von neuen Lampen.» Der Verein überlege sich momentan Massnahmen, um den Betrieb weiterhin gewährleisten zu können. «Eine Möglichkeit etwa wäre, die Öffnungszeiten von fünf auf drei Tage pro Woche zu reduzieren. Auch eine Zusammenarbeit mit ähnlichen Institutionen können wir uns sehr gut vorstellen».

Schwierige Situation

Für die neun fest angestellten Frauen im ältesten Tagesheim des Kantons ist die Situation momentan sehr unsicher. Nathalie Mühlemann erzählt von den Auflagen seitens des Kantons und den Einwänden der Stadt: «Die Stadt begründet ihren Entscheid damit, dass zu wenig Gäste aus Olten das Angebot des Tagesheimes nutzen.

Der Kanton wiederum bemängelt unsere tiefen Tagestarife und empfiehlt den Höchsttarif zu verrechnen, was unsere Gäste aber nur schwer bezahlen könnten. Die Auflagen verlangen ausserdem, dass immer mindestens eine diplomierte Pflegefachfrau anwesend sein muss.»

Gönner und Spender

Der Gemeinnützige Frauenverein Olten hofft nun darauf, durch Gönner und Spender ihre Finanzierung zu sichern, bis sich die Budgetsituation der Stadt etwas entspannt hat.

Sollten keine Lösung gefunden werden, müsse die Schliessung in Betracht gezogen werden, so Mühlemann: «Leider wären wir nicht das erste Tagesheim im Kanton Solothurn. Im Oktober 2013 musste die Tagesstätte ‹Laterne› in Breitenbach SO nach acht Jahren aus finanziellen Gründen schliessen.»

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