Olten

«Dem Stadtrat ist das Stadtbild wurst»: Wunsch nach freier Sicht aufs Usego-Areal wird nicht geteilt

Die Petition "Freie Sicht auf das schützenswerte Usego-Areal" fand beim Stadtrat kein Gehör.

Die Petition "Freie Sicht auf das schützenswerte Usego-Areal" fand beim Stadtrat kein Gehör.

Der Olten Petitionär Christoph Schneider stösst mit seinem Anliegen «Freie Sicht auf das schützenswerte Usego-Gelände» auf taube Ohren.

«Natürlich bin ich nicht sehr befriedigt vom Entschied des Stadtrates», sagt Christoph Schneider. Der Oltner hatte eine Petition lanciert. «Freie Sicht auf das schützenswerte USEGO-Areal!» hatte sie sich genannt und war Ende November letzten Jahres mit mehr als 700 Unterschriften auf der Stadtkanzlei eingereicht worden.

Die städtische Exekutive sieht keine Möglichkeit

Dieser Tage hat die Stadtkanzlei in einer Medienmitteilung auf die Petition geantwortet. «Der Stadtrat von Olten sieht keine Möglichkeit, aber auch inhaltlich keinen Anlass, vom von privater Seite angestrebten Vorhaben einer Verdichtung auf dem Usego-Areal abzurücken.» Grund: Das Verfahren Gestaltungsplan «Usego» sei bereits fortgeschritten und liege nun in der Hoheit des Kantons. Materiell könne daher eine Petition auf lokaler Ebene keine Wirkung mehr entfalten.

Doch damit nicht genug. Denn zum Zweiten, so führt die Medienmitteilung weiter aus: «Der Stadtrat stimmt aber auch inhaltlich mit den Absichten der Grundeigentümerin überein, welche das zwischen Bahn und Kantonsstrasse gelegene, baulich unternutzte Grundstück im Sinne einer qualitätsvollen Innenentwicklung einer ortsgerechten Dichte zuführen will.» Egal wie sehr sich Petitionär Schneider vom Entscheid des Stadtrates unbefriedigt sieht: Es bleibt ihm nichts andere übrig als in den sauren Apfel zu beissen. «Ich akzeptiere die Antwort, aber ich finde eben, der Stadtrat foutiert sich in seiner Stellungnahme um die mehr als 700 Unterzeichnenden», hält er fest. Und er sieht dabei nicht nur das Usego-Areal gefährdet, sondern auch jenes im Bereich an der Ziegelfeldstrasse nördlich der St. Martinskirche. «Ich habe manchmal den Eindruck, dem Stadtrat sei das Stadtbild völlig wurst», reicht Schneider nach. Dass die Bauherrschaft auf dem Usego-Areal doch tatsächlich Ladenflächen ausscheidet, kann er sowieso nicht verstehen. «Davon gibt’s doch schon genug, wenn man auf die Leerstände schaut», sagt er. Und insgeheim gibt er zu verstehen, die Exekutive habe sich wohl von der Bauherrschaft beeindrucken und beeinflussen lassen.

Die Stadt hält in ihrer Medienmitteilung weiter fest, was die postulierte optische Freistellung des bestehenden Usego-Gebäudes von der Solothurnerstrasse angehe, sei im Mitwirkungsbericht aufgezeigt worden, dass auf dem Areal seit Beginn seiner Geschichte immer räumliche Entwicklungen im Sinne von nutzungsmässig erforderlichen Ergänzungsbauten umgesetzt worden seien. «So standen auch an der Stelle des geplanten Neubaus nördlich des Usego-Gebäudes schon zu früheren Zeiten verschiedene Bauten, welche die Sicht auf das Gebäude eingeschränkt haben.»

Die haushälterische Nutzung der Bauzonenflächen verlange – auch bezüglich des revidierten Raumplanungsgesetzes – das sinnvolle und qualitätsvolle Verdichten innerhalb der Bauzonen. Dazu würden eine eingeschossige Baute bzw. ein Bauverbot auf dem Areal im Widerspruch stehen. «Aufgrund der Mitwirkungseingaben wurde indessen das Volumen auf dem Baufeld nördlich des Usego-Gebäudes auf der Südwestseite gekürzt und die Sicht auf das Gebäude von der Solothurnerstrasse her verbessert», so der Stadtrat in seiner Antwort.

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