Olten
Dem Kunstmuseum ist eine Klaue abhanden gekommen

Das Kunstmuseum Olten verschönerte die Kirchgasse Anfang Juli mit farbenfrohen Strickereien. Als Gag «lismeten» Dorothee Messmer und Sibylle Boppart eine Klaue, die sie an einer Säule festmachten. Nun ist das Strick-Highlight spurlos verschwunden.

Adriana Gubler
Merken
Drucken
Teilen
Die rot-gelbe Klaue ist weg.

Die rot-gelbe Klaue ist weg.

Zur Verfügung gestellt

Das Kunstmuseum Olten verschrieb sich während des Kirchgassefests vier Tage lang der Strickerei. Die Verantwortlichen des Kunstmuseums luden die Passanten auf der Begegnungszone zum «Urban Knitting», zum gemeinsamen «Lisme», ein. «Es war ein unglaublicher Erfolg», sagt Sibylle Boppart vom Kunstmuseum Olten. Die Oltner Bevölkerung strickte, was das Zeug hielt. «Zwei Schulklassen verlegten ihren Handarbeitsunterricht in die Begegnungszone und strickten für uns», so Boppart. Aber auch sonst haben Herr und Frau Oltner – wobei zum allergrössten Teil Frauen «lismeten» – die Strick-Zone auf dem Vorplatz des Kunstmuseums rege aufgesucht.

Ganz schön viel Material sei so zusammengekommen, sagt Sibylle Boppart. Die beiden grossen Säulen vor dem Kunstmuseum konnten mit den verschiedenen Strick-«Blätz» eingekleidet werden. «Diese Säulen haben einen ordentlichen Durchmesser. Um sie komplett zu verkleiden, brauchten wir viele gestrickte Teile», erzählt Boppart. Weil die handarbeitsaffinen Oltner derart fleissig strickten, reichte es zudem, um auf dem Munzinger-Parkplatz alle acht Pfosten, vier Dachrinnen in der Kirchgasse, zwei Fensterrahmen des Kunstmuseums und das Geländer beim Hintereingang des Kunstmuseums mit den Gemeinschafts-Strickereien einzupacken.

Kunstmuseumsleiterin Dorothee Messmer und Sibylle Boppart strickten als Gag gemeinsam eine rot-gelbe Klaue, die sie in der vergangenen Woche am Ende der einen Säule befestigten. «Das hat wirklich witzig ausgesehen», sagt Boppart. «Viele Passanten blieben davor stehen und schauten sich die Klaue an. Überhaupt scheinen die mit Strickereien eingepackten Elemente die Aufmerksamkeit der Leute zu erregen.»

Umso mehr bedauert Kunstmuseums-Mitarbeiterin Boppart nun, dass die rot-gelbe gestrickte Klaue seit Anfang dieser Woche spurlos verschwunden ist. «Am Sonntagnachmittag habe ich sie zuletzt gesehen», sagt Boppart, die das Verschwinden der Klaue für eine kuriose Angelegenheit hält. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – Boppart würde sich wünschen, dass das Kunstmuseum-Team seine Klaue zurückbekommt: «Es wäre schön, wenn wir sie wieder an ihrem Plätzchen befestigen könnten.»