87 Tore aus 21 Spielen, das macht im Durchschnitt mehr als vier Tore pro Partie! Der HC Ajoie hat gewiss eindrückliche Statistiken aufzuweisen. Der beste Sturm der Liga gegen eine nominell arg dezimierte Oltner Defensive – kann das gut gehen?

Es kann - und wie! Der EHCO hatte den besten Sturm der Liga unter Kontrolle und musste Ajoie in dessen Heimstätte – in welcher im Schweizer Cup bereits die oberklassigen Lausanne, ZSC Lions und SCL Tigers strauchelten – lediglich einen Treffer zugestehen. Im Gegenzug nutzte man in einer läuferisch hochstehenden Partie die eigenen Chancen effizient.

Dass der EHC Olten als Sieger vom Eis ging, war vor allem den Hauptakteuren, Torhüter Simon Rytz sowie den beiden defensiven Dauerbrennern Jay McClement und Anthony Rouiller, zu verdanken. Insbesondere McClement war es hoch anzurechnen, mit welcher Leichtigkeit er Ajoies Monstersturm um Hazen, Devos sowie Ex-Oltner Wüst auf seiner ihm ungewohnten Position in Schach halten konnte.

Es war auch sonst wiederum das Spiel des Kanadiers: Bereits zuvor hatte McClement mit einem satten halbhohen Schuss von der blauen Linie sein erstes Tor im Dress der Oltner erzielt (2:0, 29.), welches im Endeffekt sogar noch der siegbringende Treffer darstellte. Und so wurde McClement, nicht weiter verwunderlich, zum besten Spieler der Partie gewählt.

Der goldene Gürtel für Muller

McClement hin oder her: Das Spiel entwickelte sich in der Schlussphase noch zu einer grossen Zitterpartie, die unter dem Strich für den EHCO glücklich endete. So liessen sich die Dreitannenstädter in den letzten 20 Minuten zu stark in die Defensive drängen und lauerten offensiv nur noch auf Konter, die aber schon bald im Nirgendwo versandeten. Es brauchte während des Anrennens der Ajoulots in der Schlussphase mehrmals eine gute Portion Glück, dass der EHCO nicht noch ein weiteres Mal drei Punkte verspielte und über die Verlängerung musste.

Im Mitteldrittel erwies sich der EHC Olten für einmal als besonders effizient. Nachdem Captain Cédric Schneuwly die Scheibe abtropfen liess, erwischte Ueli Huber mit einem Handgelenkschuss seinen ehemaligen Teamkameraden Dominic Nyffeler im weiten oberen Eck zur Führung, worauf McClement drei Minuten später zum 2:0 zur Stelle war. Schliesslich endete mit dem Anschlusstreffer von Ajoies Joel Steinauer eine beeindruckende Serie. So war der EHCO nicht weniger als 170 Minuten ohne Gegentreffer geblieben.

Nach dem Spiel strichen die EHCO-Spieler den grossen Kampfgeist des Teams hervor. «Wir wurden mit der Zeit etwas passiv, aber waren stets mit der richtigen Einstellung am Werk, kämpften und spielten clever», sagte Verteidiger Tim Bucher, der nach seiner Fussverletzung ein geglücktes Comeback gab.

Und Devin Muller, der teamintern den goldenen Gürtel erhielt, welcher jeweils nach dem Spiel an den härtesten Kämpfer des eigenen Teams verliehen wird, meinte: «Das ist der EHC Olten, den wir sehen wollen. Wir wollen auch solche umkämpfte Spiele gewinnen und müssen aber dafür hart kämpfen, wenn wir unser Saisonziel erreichen wollen.»

So lässt sich am Freitag den EHC Visp erhobenen Hauptes empfangen.

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